Südostasien, Australien und Neuseeland
„Sound of X“ – Wie klingt die Stadt?

Escuri in Manila | Foto: Jonathan Olarte, Eli Hiller
Escuri in Manila | Foto: Jonathan Olarte, Eli Hiller

In Zeiten, in denen unsere Reisegewohnheiten fundamental infrage gestellt sind, lädt das Projekt „Sound of X“ zu audiovisuellen Exkursionen der besonderen Art ein. Auf Initiative des Goethe-Instituts waren Künstler*innen aus acht Städten – von Yangon über Manila bis Sydney – dem charakteristischen Sound dieser Orte auf der Spur. Entstanden sind Videosoundscapes, in denen sich die spezifischen Klänge des Alltags mit Musik und bildlichen Eindrücken der Städte verbinden. Die digitalen Städtetrips sind ab sofort auf www.goethe.de/soundofx zu erleben.
 
Singapur, Manila, Kuala Lumpur, Sydney u. v. m.
Ab sofort online

Die Corona-Pandemie wird aller Voraussicht nach unsere Begriffe von Mobilität nachhaltig verändern. Mit der Erfahrung des Stillstands haben nicht zuletzt die Debatten über ökologische Nachhaltigkeit und die Notwendigkeit von Flugreisen an Auftrieb gewonnen. In Zeiten der Abschottung und Distanz, in der das Reisen stark eingeschränkt und kritisch hinterfragt wird, macht „Sound of X“ entfernte Orte auf eine andere Weise erlebbar, die zudem im Kontrast steht zu üblichen Bildsprachen aus der Touristik oder dem Stadtmarketing.
 
„Sound of X“ wurde bereits vor der Pandemie als transnationales, rein digitales Projekt vom Goethe-Institut initiiert. Vor dem Hintergrund der Krise erscheint der Ansatz indes relevanter denn je: Künstler*innen aus Südostasien, Australien und Neuseeland stellen ihre persönliche Sicht auf einen Ort, eine Stadt oder einen Stadtteil in Form einer audiovisuellen Collage ohne Worte vor, nur mit Klängen und landestypischer Akustik. 

Audiovisuelle Reisen in acht Städte

Sie umgibt uns stetig, die klangliche Präsenz unserer urbanen Umwelt – mal lauter, mal leiser. Was ist Lärm, was ist Klang und was wird zur Musik? Was kann wieder hörbar gemacht werden, das sonst im Lärm untergeht? Dies sind einige der Fragen, mit denen sich die Künstler*innen im Rahmen des Projektes auseinandergesetzt haben. Entstanden sind bislang neun Videosoundscapes aus acht Städten im asiatisch-pazifischen Raum: Singapur, Ho-Chi-Minh-Stadt, Yangon, Manila, Medan, Kuala Lumpur, Sydney und Tāmaki Makaurau. Die beteiligten Künstler*innen sind KoFlow, NADA x Brandon Tay, Jade Mai & Nick Chan, Kyaw Ko Ko & AJ, Escuri, Rani Fitriana Jambak, Evi Ovtiana, Another Universe (Uzair Sawal & Kent Lee), Anomie und das Künstlerkollektiv Uniform.
 
Gesänge von Vögeln verbinden sich mit dem Klappern eines Briefkastens. Das Brodeln von Woks auf einer Marktküche verschmilzt mit einem elektronischen Soundtrack und Bildern eines Streifzugs durch die Metropole per Fahrrad. Die kurzen Videosoundscapes ermöglichen es einerseits den Bewohner*innen der jeweiligen Orte, sich aus ungewöhnlicher Perspektive vermeintlich Vertrautem neu anzunähern. Zugleich bieten sie Interessierten weltweit die Gelegenheit, auf digitalem Wege in die Atmosphäre von Städten einzutauchen. 

Die Suche nach einem besseren Leben

Im Porträt von Singapur erkunden die Musiker von NADA mit dem Medienkünstler Brandon Tay beispielsweise „Natur“ als Sehnsuchtsort im hochgradig urbanisierten Stadtstaat. Auf ihrer Suche nach dem sagenhaften Affenmann im Naturschutzgebiet Bukit Timah stellen sie dabei in Ton und Bild die ambivalente Beziehung der Menschen in Singapur zur Natur dar.
 
In einem anderen Beitrag aus Kuala Lumpur vom Künstlerduo Another Universe (Uzair Sawal und Kent Lee) begegnen sich elektronische Kompositionen und traditionelle malaysische Instrumente bei einer Exkursion durch Viertel, die von Arbeitsmigration geprägt sind. Sie erinnern daran, „wie es angefangen hat mit dieser Stadt: mit Menschen, die von woanders herkamen und nach einem besseren Leben suchten“.

Kontakt

Sabine Geratz
Leitung Kommunikation & Bibliothek
Goethe-Institut Singapur
Tel: +65 6735 4555 ext 28
sabine.geratz@goethe.de
 
Valerie-Ann Tan
Koordination Programmarbeit
Goethe-Institut Singapur
Tel: +65 6735 4555 ext 17
valerie-ann.tan@goethe.de
 
Viola Noll
Stv. Pressesprecherin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de

Top