10.01.2019: Veranstaltung in Weimar
Symposium „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“

Der Wortlaut der Weimarer Verfassung legte einen Grundstein für viele andere auch außereuropäische Verfassungstexte. Aber wie vertraut sind wir mit diesen Verfassungsinhalten und was bedeuten sie uns? Unter der Fragestellung „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“ veranstalten das Goethe-Institut, die Dramaturgische Gesellschaft und das Deutsche Nationaltheater Weimar am 2. Februar 2019 im Rahmen der „Woche der Demokratie“ ein Symposium in Weimar. Der eröffnenden Rede von Norbert Lammert, Bundestagspräsident a. D., folgt eine international besetzte Gesprächsrunde mit Pablo Holmes (Brasilien), Fernando Vallespín Oña (Spanien) und Ece Göztepe Çelebi (Türkei). Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, moderiert die Veranstaltung.

Fragen nach der Zukunft der Demokratie sind unter dem Eindruck gesellschaftlicher Umbrüche und der Neuausrichtung politischer Bündnisse allgegenwärtig. Die Erinnerung an die erste verfassungsgebende Nationalversammlung in Weimar vor 100 Jahren bietet Gelegenheit, die großen demokratischen Errungenschaften zu würdigen, wie etwa die Zusicherung der Grundrechte und der Gleichberechtigung – ohne die Schatten der späteren Auslegung aus dem Blick zu verlieren.
 
Die nach der politischen Attentatswelle 1921/22 erlassene Verordnung zum Schutz der Republik definiert ein Spannungsverhältnis zwischen Staat und Persönlichkeitsrechten, das auch heute noch den Diskurs über die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit bestimmt: Wie kann der durch Terror oder andere Faktoren unter Druck geratene freiheitliche Rechtsstaat seine Existenzform verteidigen, ohne seine ethischen Grundlagen preiszugeben? Inwieweit kann die demokratische Verfassung der Aushebelung des Rechtsstaates entgegenwirken? Diese Fragen gewinnen vor dem Hintergrund aktueller populistischer Entwicklungen und der zunehmenden Fragmentierung von Gesellschaften wieder an Brisanz und Dringlichkeit – nicht nur in Europa, sondern weltweit.
 
Wie sich demokratische Verfassungen zukünftig gestalten und schützen lassen, diskutieren am 2. Februar 2019 Experten aus Brasilien, Spanien und der Türkei auf dem internationalen Symposium „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“ im Deutschen Nationaltheater Weimar.
 
Symposium: „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“
Datum:
2. Februar 2019, 11 bis voraussichtlich 14 Uhr
Ort: Deutsches Nationaltheater Weimar, Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Das Symposium ist öffentlich und findet in deutscher Sprache statt.
Akkreditierungen und Interviewwünsche richten Sie bitte an: Hannah Cuvalo (hannah.cuvalo@goethe.de)
 
Programm:
11 Uhr: Begrüßung
11.10 bis 11.30 Uhr: Eröffnungsrede
von Prof. Dr. Norbert Lammert
11.30 bis 13 Uhr: Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Pablo Holmes (Universidade de Brasilia, Brasilien), Prof. Dr. Fernando Vallespín Oña (Universidad Autónoma de Madrid, Spanien), Prof. Dr. Ece Göztepe Çelebi (Bilkent Üniversitesi, Türkei). Moderation: Prof. Dr. Martin Sabrow (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Deutschland)
Anschließend Diskussion mit dem Publikum
 
Der eröffnenden Rede von Norbert Lammert, Bundestagspräsident a. D., folgt die international besetzte Gesprächsrunde: Pablo Holmes, Professor für Verfassungstheorie an der Universidade de Brasilia, spricht über Perspektiven der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in seiner Region. In Ländern wie Venezuela oder Brasilien lassen sich zunehmend Erfahrungen des Ausnahmezustands sowie gesellschaftspolitische Polarisierungen und populistische Radikalisierung feststellen. Fernando Vallespín Ona, Professor für Politikwissenschaft an der Universidad Autónoma de Madrid, nimmt zu konstitutionellen Fragen in Spanien sowie zur EU-Debatte Stellung und beleuchtet historische Bezüge zur Segunda República Española. Aus türkischer Sicht kommentiert Ece Göztepe Çelebi, Professorin für Verfassungsrecht an der juristischen Fakultät der Bilkent Üniversitesi Ankara, Formen der Erosion von Demokratie. Eines ihrer Forschungsfelder ist das Ausnahmerecht – auch nach dem Verständnis von Carl Schmitt. Die jüngsten Verfassungsänderungen zugunsten des Präsidialsystems haben die Gewaltenteilung in der Türkei deutlich eingeschränkt und damit das Verhältnis zur EU einmal mehr in Frage gestellt. Die Moderation des Gesprächs übernimmt Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. Im Anschluss wird es eine Diskussion mit dem Publikum geben.
 
Die Kooperationsveranstaltung des Goethe-Instituts, der Dramaturgischen Gesellschaft und des Deutschen Nationaltheaters Weimar ist Teil der „Woche der Demokratie“, die das Deutsche Nationaltheater vom 1. bis 10. Februar 2019 anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Weimarer Verfassung" veranstaltet. Unter dem Motto #mitmischen lädt das Festival mit einem vielfältigen Programm zur Diskussion, Beteiligung und einer aktiven Beschäftigung mit Demokratie, ihrem Wert und ihrer Bedeutung ein.
 
Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter: 
www.goethe.de/veranstaltungen
www.nationaltheater-weimar.de/de/index/woche-der-demokratie.php
 
Das Symposium „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“ ist eine Veranstaltung des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar und der Dramaturgischen Gesellschaft im Rahmen der „Woche der Demokratie“.
 
Kontakt:
 
Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
hannah.cuvalo@goethe.de
 
Simone Lenz
Referentin Bereich Bildung und Diskurse
Goethe-Institut
Tel.: +49 89 15921 309
simone.lenz@goethe.de
 
 

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