13.06.2019: „Echoes of the South Atlantic“
Konferenz zur Zukunft der südtransatlantischen Beziehungen

Mit der internationalen Konferenz „Echoes of the South Atlantic“ blickt das Goethe-Institut am 10. und 11. Juli 2019 in Berlin auf die gegenwärtigen Beziehungen zwischen Afrika, Südamerika und Europa und hinterfragt die jahrhundertelange Geschichte westlicher Hegemonie und Kolonisierung. Das Programm umfasst Vorträge, Performances und Diskussionen von und mit Paul Gilroy, Achille Mbembe, Nanette Snoep, Felwine Sarr und weiteren 19 Künstlerinnen und Intellektuellen aus allen drei Kontinenten. Die zweitägige Veranstaltung findet im Rahmen des Festivals „Wassermusik – Black Atlantic Revisited“ im Haus der Kulturen der Welt (HKW) statt.

Bis ins 15. Jahrhundert markierte der Atlantik die wahrnehmbare Grenze zwischen Afrika und Europa auf der einen und Amerika auf der anderen Seite. Ihre Überwindung setzte eine Geschichte von Kolonisierung, Versklavung, Ausbeutung und Migration in Gang – und führte zu Wohlstand in Europa. Für die kulturellen und politischen Verbindungen, die seit der Verschleppung und Versklavung von Menschen aus Afrika und dem Widerstand dagegen entstanden, führte der Kulturwissenschaftler Paul Gilroy 1993 mit seinem gleichnamigen Buch den Begriff „Black Atlantic“ ein.
 
Rund 25 Jahre später ist die Zeit reif, die transatlantischen Beziehungen erneut in den Blick zu nehmen: Wie steht es gegenwärtig um die Wechselbeziehungen des atlantischen Dreiecks und welche Rolle wird Europa in der Zukunft darin spielen? Welche Folgen von 500 Jahren westlicher Hegemonialmacht sind immer noch spürbar? Und wie könnte die kulturelle Zukunft des Südatlantiks aussehen? Diese Fragen stehen im Zentrum der zweitätigen Konferenz.
 
Paul Gilroy beleuchtet in seiner Keynote mit dem Titel „The End of the Black Atlantic?“ am Abend des 10. Juli die ethnischen Differenzen und Hierarchien in den aktuellen Regimen „kultureller und militärischer Diplomatie“ sowie die Wiederbelebung von Ultranationalismus und Faschismus. Unter dem Titel „Deglobalization – Bodies as Borders“ spricht der kamerunische Politikwissenschaftler und Kolonialismus-Experte Achille Mbembe am 11. Juli über die Wiederkehr von Grenzen im Zeitalter der Globalisierung und wie Menschen oder bestimmte Bevölkerungsgruppen gegenwärtig als mobile, tragbare Grenzen verhandelt werden.
 
Weitere Beitragende sind: Jean-Pierre Bekolo, Thiago de Paula Souza, Ndidi Dike, Anita Ekman, Paul Goodwin, Isaac Julien, Ananya Jahanara Kabir, Michelle Mattiuzzi, Jota Mombaça, Mark Nash, Kris Nelson, Gabi Ngcobo, António Ole, Elvira Dyangani Ose, The Otolith Group, Amilcar Packer, Felwine Sarr, Nadine Siegert, Nanette Snoep, Selene Wendt und Samy Ben Redjeb
 
Neben vier Panels und zwei Performances bildet eine Party mit dem DJ Samy Ben Redjeb den Abschluss der Konferenz.
 
Internationale Konferenz „Echoes of the South Atlantic“
Datum: 10. und 11. Juli 2019
Ort: Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin
Der Eintritt ist frei
Sprache: Englisch

 
Konferenz-Programm:
 
Mittwoch, 10. Juli 2019
14-15.30 Uhr: Panel I – Collecting and Creating. Mit Nanette Snoep, Ndidi Dike und Selene Wendt
16-17.30 Uhr: Panel II – Explore and Encounter. Mit Gabi Ngcobo, Thiago de Paula Souza, Paul Goodwin und Kris Nelson
18.30-19 Uhr: Begrüßung durch Bernd Scherer (Intendant HKW) und Johannes Ebert (Generalsekretär Goethe-Institut)
19-20 Uhr: Keynote von Paul Gilroy „The End of the Black Atlantic?“
 
Donnerstag, 11. Juli 2019
14-15.30 Uhr: Panel III – Dealing and Healing. Mit Jean-Pierre Bekolo, Amilcar Packer, Anita Ekman, António Ole und Nadine Siegert
16-17.30 Uhr: Panel IV – Afrotopia and Radical Citizenship. Mit Felwine Sarr, The Otolith Group, Elvira Dyangani Ose, Isaac Julien und Mark Nash
17.30-18 Uhr: Video Performance von Isaac Julien „Lessons of the Hour – Frederick Douglass“
18-18.30 Uhr: Performance von Michelle Mattiuzzi und Jota Mombaca „2021“
19-20 Uhr: Keynote von Achille Mbembe „Deglobalization – Bodies as Borders“
20-23 Uhr: Party mit DJ Samy Ben Redjeb
 
Die Konferenz ist der zweite Teil des Projekts „Echos des Südatlantiks“ des Goethe-Instituts, das zwischen 2018 und 2020 in Südamerika, Afrika und Europa Veranstaltungen zur Zukunft des Südatlantiks ausrichtet. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Intellektuellen erarbeiten in diesem Zeitraum eigene Arbeiten, die im kommenden Jahr im Rahmen der DakArt in Dakar/Senegal präsentiert werden.
 
Festival „Wassermusik: Black Atlantic Revisited“
Datum: 5.–27. Juli 2019
Ort: Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin  

Jedes Jahr organisiert das Haus der Kulturen der Welt das Sommerfestival „Wassermusik“. Im Fokus des Konzert- und Filmprogramms stehen 2019 unter dem Titel „Black Atlantic Revisited“ der Südatlantik und seine Kulturen. Inspiration und Ausgangspunkt ist das Buch „The Black Atlantic: Modernity and Double Consciousness“ von Paul Gilroy. Mit Konzerten von Angélique Kidjo, Gilberto Gil, Milton Nascimento, The Congos, Louis Towers, Ranky Tanky, Maravillas de Mali, Les Amazones d’Afrique, Mario Lucio & Simentera, Les Filles de Illighadad u.v.a. 
 
Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter:  
www.goethe.de/brasilien/echos
www.hkw.de/wassermusik    
 
#EchoesSouthAtlantic
#Wassermusik

 
Die Konferenz „Echoes of the South Atlantic“ ist eine Veranstaltung des Goethe-Instituts und Teil des dreijährigen Projekts „Echos des Südatlantiks“ der Goethe-Institute in Südamerika, Afrika und Europa, das sich der gegenwärtigen und zukünftigen Rolle des Südatlantiks widmet. Es findet statt im Rahmen des Festivals „Wassermusik“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, das 2019 unter dem Thema „Black Atlantic Revisited“ steht.

Kontakt:
 
Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
hannah.cuvalo@goethe.de
 
Dr. Katharina von Ruckteschell-Katte
Institutsleiterin
Goethe-Institut London
Tel.: +44 20 7596 4048
Katharina.von-Ruckteschell-Katte@goethe.de
 

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