KONZERTREIHE
JAZZ IMPROVISE MEETING 2018

© C.A.R
© C.A.R

Partner: AsiaNetwork, NoiseAsia
Kuratiert von Constanze Schliebs
Ort: Goethe-Institut China
Eintritt frei
 
Wie klingt die Zukunft? Welche Art vom Klang kann uns immer noch bewegen? Welche Rolle spielt die Musik in Zukunft?
 
Der Jazz – eine musikalische Richtung, aus der immer wieder Neues entsteht und entstanden ist – feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Oft dem Zeitgeschehen unterworfen, gibt Jazz genug Freiraum für neue Ideen, kam vom Swing zum Bebop, dann zum Free-Jazz und schließlich zum Avantgarde-Jazz. Jazz experimentiert mit Einflüssen aus Weltmusik, Avantgarde, Neuer Musik, elektronischer Musik und Klassik.

In diesem Jahr findet mit Unterstützung des Goethe-Instituts China die fünfte Edition des JIM-Festivals statt. Mit dabei sind Musiker*innen, die sich der Vielfalt des Jazz verbunden fühlen und damit experimentieren. Hans Lüdemann widmet sich der Mikrotonalität, einer Richtung, die ursprünglich aus Asien und dem Vorderen Orient stammt und Halb- und Vierteltöne in das westliche Klangspektrum aufnimmt und für asiatische Ohren sicherlich sehr vertraut klingt.
 
Die junge Band C.A.R. bezieht sich mit ihren transzendent minimalistisch-rhythmischen Kompositionen musikalisch auf die Urväter der elektronischen Musik THE CAN oder Kraftwerk, deren Einflüsse sie neu interpretiert und in das 21. Jahrhundert überführt.
 
Mit dem Projekt um den legendären Space-Rock-Pionier Richard Pinhas mit DJ Dee und VJ Milosh wird die Synthesizer-Musik um das Spektrum der Visuals erweitert – einem Bühnenkonzept, welches in den 1970er Jahren vielfach auf den Prog-Rock-Bühnen der Welt anzutreffen war und seitdem von keiner Bühne wegzudenken ist.
 
Und last but not least Pericopes+1, ein fast schon traditionelles Jazz Trio, wäre da nicht die ungewöhnliche Formation bestehend aus Piano, Saxophon und Schlagzeug. Zwei melodieführende Instrumente, ein Rhythmusinstrument – diese Formation ermöglicht einen offenen Dialog zwischen den Musikern. Sie erschaffen einen dynamischen Klangkörper fernab eines klassischen Piano-Trios.
 
Die Zukunft klingt … vielfältig!
 

programm

16/11 19:00 – 20:00
Musiker: C. A. R.
Ort: Bühne, GI (798)

17/11 14:15 – 15:15
Musiker: Pericopes+1
Ort: Bühne, GI (798)

18/11 19:30 – 20:30
Musiker: Hans Lüdemann
Ort: Bühne, GI (798)

18/11 20:30 – 21:30
Musiker: Richard Pinhas, Dickson Dee,
VJ Milosh
 

Musiker*innen

C.A.R. wurde 2011 von Johannes Klingebiel und Kenn Hartwig in Köln gegründet. Vier junge Kölner Musiker entwickeln mit leidenschaftlicher Empathie eine triphafte Melange aus Jazz und Elektronik, Improvisation und Experiment, Science-Fiction und Film Noir, Krautrock und Cyberpunk. Das Debütalbum „Beyond The Zero“ (2014) ist geprägt von einer subtil flowenden Mischung aus kraut-artigen Arrangements und einem Sound irgendwo zwischen Elektronik und Jazz. Die Musik von C.A.R. lässt viel Platz für Improvisation, jedoch nicht, wie oft im Jazz üblich, mit einem Solisten im Spotlight, dem sich das Ensemble unterordnet. Stattdessen webt die Band stets kollektiv ein weiches Netz aus Sound, welches das Potenzial hat, ihre Zuhörer auf einen ansprechenden Trip mitzunehmen.
 
Pericopes wurde 2007 als Saxophon- und Klavier-Duo von Emi Vernizzi und Alex Sgobbio in Italien gegründet. Die beiden veröffentlichten drei Alben, gewannen den Umbria Jazz Contest sowie Italiens Topjazz-Titel bevor sie sich 2014 mit dem amerikanischen Schlagzeuger Nick Wight zusammentaten. Das neue Trio bekam den Namen Pericopes+1 und ihre Musik ist eine Kreuzung aus europäischen und amerikanischen Stilen mit vielschichtigen, miteinander verwobenen Grooves, klaren Melodien und genau dem passenden Verhältnis von Komposition und Improvisation. Gemeinsam haben sie zwei Studioalben veröffentlicht und auf einigen von Europas wichtigsten Bühnen gespielt.
 
Hans Lüdemann wurde 1961 in Hamburg geboren. Er spielte gemeinsam mit vielen großen Musiker*innen und arbeitet an seinen eigenen Projekten, die auch von seiner Neigung zur afrikanischen Musik geprägt sind. Lüdemanns Musik ist dokumentiert auf über 20 CDs. Er ist regelmäßiger Gast auf internationalen Konzertbühnen und Festivals. Als Komponist hat Lüdemann ein umfangreiches Werk von Solo- bis Orchestermusik geschaffen. Von 2003 bis 2007 war er Mitglied der Bundesjury Komposition für die Villa Massimo. Lüdemann war von 1993 bis 2008 Dozent an der Kölner Musikhochschule, seit 2001 an der Europäischen Akademie Montepulciano und 2009/10 „Cornell Visiting Professor“ am Swarthmore College (USA).

Richard Pinhas ist Gründer und Bandleader der französischen Space-Rock-Pioniere Heldon, mit denen er, zusätzlich zu fünf eigenen Soloalben, sieben einflussreiche Platten produzierte. Seit den 1990er Jahren war Pinhas äußerst produktiv und kollaborierte mit Koryphäen wie Merbow, Yoshida Tatsuya, Oren Ambarchi, Barry Cleveland und Wolf Eyes. Außerdem arbeitete er mit zahlreichen anderen Persönlichkeiten zusammen, darunter etwa den Musikern der Band Magma, dem Philosophen Gilles Deleuze und Autoren wie Norman Spinrad oder Maurice Dantec (Schizotrope Project). Beeinflusst von den Arbeiten Robert Fripps und Brian Enos, ist die Musik von Richard Pinhas und Heldon nicht nur innovativ, sondern hatte auch ihrerseits einen großen Einfluss auf die elektronische Rockszene.

Dickson DEE (Li Chin Sung) ist seit mehr als 28 Jahren ein fester Bestandteil der Musikindustrie. Er importierte europäische Indie-Labels nach Hong Kong, China und Taiwan, gründete später sein eigenes Plattenlabel Noise Asia und organisierte diverse Konzerte. Mit seinem ersten Soloalbum „PAST“ begann seine Karriere als Klangkünstler und Musikproduzent, die ihn in die unterschiedlichsten Genres führte, darunter etwa Avantgarde, Experimentelle Musik, Musique Concrète, Electronic, New Classical, Industrial Noise, Tanzmusik und Electronic World Jazz. Er hat mit vielen verschiedenen Künstler*innen zusammengearbeitet und wurde zu zahlreichen Festivals und Veranstaltungen eingeladen. Außerdem hält er Workshops und Vorträge an Universitäten und Kunstakademien, um auf diese Weise neues Interesse zu entfachen und ein besseres Verständnis für Klangkunst und Musik zu erreichen.
 
Milosh Luczynski ist ein in Paris ansässiger, intermedial arbeitender bildender Künstler, Videoregisseur, Performer und Maler. Dank seiner Leidenschaft für Musik und Performance gelang es ihm, einen neuen Ansatz innerhalb der elektronischen Kulturszene zu finden. 1996 begann er bei Raves in Krakau als VJ zu arbeiten und wechselte kurz darauf in die deutsche Elektronikszene. Neben seinen Auftritten als VJ in Berlin, produzierte er auch Videos und Installationen. Miloshs Kunstwerke zeichnen sich durch eine Mischung aus Bild, Klang und Text aus. Er arbeitet oft mit Elektromusiker*innen, Komponist*innen zeitgenössischer Musik, Dichter*innen, Autor*innen und bildenden Künstler*innen zusammen. Seit 1995 hat er seine Werke mehr als 300 Mal in vielen verschiedenen Ländern auf drei unterschiedlichen Kontinenten präsentiert.
 

Details

Preis: Eintritt frei