Schaufenster Enkelgeneration
Sprache und Identität

Hana Filipčíková Hana Filipčíková | © Marc Bader

Schaufenster Enkelgeneration ist ein internationales Internetfilmprojekt, mit dem das Goethe-Institut besonderen Fokus auf die dritte Generation der deutschsprachigen Minderheiten richtet. Das Projekt wurde zwischen 2012 – 2017 in 10 Ländern in Mittel- und Osteuropa durchgeführt. Entstanden sind 32 Porträts von jungen Menschen im Alter zwischen 18 – 35 Jahren. Die Kurzporträts dokumentieren, wie die junge Generation zu ihren kulturellen und sprachlichen Wurzeln steht und welche Rolle die deutsche Sprache für sie heute spielt. Die Eigenschaften und Potenziale dieser Generation sind vielfältig. Die Filme zeigen junge Minderheiten-Angehörige, die sich ihrer deutschen Wurzeln bewusst sind und die sich in einem vereinten, mehrsprachigen Europa in mehreren Sprachen und Kulturen bewegen.

Sprachwissenschaftliche Projektbegleitung

Wissenschaftliche Begleitung und Kommentierung findet das Projekt Schaufenster Enkelgeneration durch Frau Prof. Dr. Claudia Maria Riehl, Leiterin des Instituts für Deutsch als Fremdsprache der Ludwigs-Maximilian-Universität München. Die Sprachwissenschaftlerin, Inhaberin des Lehrstuhls für Germanistische Linguistik mit Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache, lehrt und forscht intensiv zu Sprachvarietäten, Minderheitensprachen und Mehrsprachigkeit. 2008 erschien das von ihr als Mitherausgeberin betreute Standardwerk Handbuch der deutschen Sprachminderheiten in Mittel- und Osteuropa. Ihr Hauptinteresse aus linguistischer Sicht gilt den Fragen, in welchen Kontexten und mit welchen Varietäten die dritte Generation der deutschsprachigen Minderheiten in Mittelosteuropa heute noch Deutsch spricht.Interview mit Prof. Dr. Claudia Maria Riehl
 
 

Filmische Umsetzung

Der 1975 in Bruchsal geborenen Regisseur und Filmemacher Marc Bader entwickelte das Konzept für die filmische Umsetzung der persönlichen Porträts. Als ehemaliger Student der Wiener Filmakademie und des Hamburger Audio-Visual Media Colleges konzipierte Marc Bader seine vier 3-4-minütigen Internet-
dokumentationen stilistisch in einer Weise, die ein überwiegend jugendliches, internetaffines Zielpublikum in den Blick nehmen. Durch ein hohes Maß an Emotionalität und Subjektivität in der Visualisierung der Personen wird die flüchtige Aufmerksamkeit heutiger Internetnutzer geweckt.

Marc Bader lebt und arbeitet seit mehreren Jahren als freischaffender Filmemacher und Fotograf in Prag. In einem deutsch-französischen Elternhaus bilingual aufgewachsenen, beschäftigt er sich bis heute mit der Frage nach der eigenen sprachlichen und kulturellen Identität.