Schülerinnen- und Schüleraustausch
Jugendaustausch-Programm

Schülerinnen und Schüler beim Austausch in Oberwischau © Goethe-Institut/Foto: Peter Merget

Mit dem „Jugendaustausch-Programm“ fördern Goethe-Institut und Auswärtiges Amt gemeinsam deutsche Minderheiten in Osteuropa und Zentralasien. Das Programm bietet deutschen, russischen, kasachischen und kirgisischen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich und ihre Lebensbedingungen, ihre Geschichte, ihre Hoffnungen besser kennen zu lernen. Damit unterstützt das Goethe-Institut sie in ihrer Identitätsbildung.

Langfristige Partnerschaften

Im ersten Jahr kommt eine Besuchergruppe einer Schule nach Deutschland. Im darauf folgenden Jahr kommen die deutschen Freundinnen und Freunde in die Länder und Heimatorte ihrer Partnerinnen und Partner. Nach höchstens zwei Jahren sollte der Austausch durch privates Engagement und mit Hilfe anderer Träger weitergeführt werden.

Projektorientierung

Die Schülerinnen- und Schülergruppen erarbeiten vor dem Austausch ein Projekt, das sie im jeweiligen Gastland präsentieren und mit den Gastgeberinnen und Gastgebern fortsetzen. Sie beschäftigen sich mit der Geschichte, Kultur und Gegenwart der deutschen Minderheit als Brücke zwischen den zwei Ländern. Die Projektaufgabe weckt Neugier auf das andere Land, sensibilisiert die Schülerinnen und Schülern interkulturell und erweitert ihre Sprach- und Landeskundekenntnisse.

Deutschlandbesuch

Die Gäste nehmen am Schulunterricht teil, verbringen die Freizeit mit deutschen Schülerinnen und Schülern und leben in Gastfamilien. Sie erweitern ihr Wissen durch Erkundungsgänge, Recherchen, Suchaufgaben und Infogespräche. Außerdem können sie Deutschland durch Exkursionen und kulturelle Veranstaltungen kennen lernen.

Gegenbesuch

Im darauf folgenden Jahr besuchen die deutschen Schülerinnen und Schülern ihre Freundinnen und Freunde in deren Heimatort. Auch sie nehmen am Schulalltag teil und verbringen mit ihren Gastgeberinnen und Gastgebern die Freizeit.

Förderung durch das Goethe-Institut

Das Goethe-Institut bezuschusst den Austausch und unterstützt die Schulen bei der Reiseorganisation. Wenn Ihre Schule/Institution eine Schülerinnen- und Schülergruppe aus Osteuropa aufnehmen möchte, kontaktieren Sie uns gern.

Erfahrungen

Julia Sorina:

In diesem Sommer waren wir, die Gruppe aus Altai in Sibirien, vom 13. bis 26. Juli in der grünen Stadt Stuttgart in Deutschland. Das Programm für den Aufenthalt versprach viele interessante Punkte. Jeden Morgen besuchten wir die Waldorfschule und am Nachmittag gab es immer eine Veranstaltung oder Führung. Zusammengestellt wurde das Programm von Frau Eggenweiler. Sie wusste genau, was den Kindern im Alter von 14 bis 16 Jahren gefällt. So waren neben Unterrichtsbesuchen auch Freizeitaktivitäten wie ein Besuch des zoobotanischen Gartens „Wilhelma“ und ein Besuch des Gebäudekomplexes Ludwigsburg eingeplant. An einem Tag ging es in den Park „Tripsdrill“, der einfach fantastisch war, wie die Kinder selbst sagten: „Es war gleichzeitig lustig, interessant und furchtbar!“ Der Besuch des Mercedes-Museums brachte den Kindern viele neue Einblicke. Hier haben sie etwas über die Erfindung des Verbrennungsmotors der ersten Autos erfahren. Aber das schönste Erlebnis hat uns die Schokoladenfabrik „Ritter Sport“ beschert: Die Kinder konnten nicht nur ihre eigene Schokolade kochen, sondern auch noch eine eigene Verpackung dazu gestalten. Auch über die Stadt Stuttgart haben wir viel Interessantes und Neues erfahren. Der Stadtrundgang war sehr inhalts- und lehrreich.
Nach zehn Tagen in Stuttgart ging es weiter nach Frankfurt. Der Abschied war für die neuen Freundinnen und Freunde sehr schwierig und traurig. Als wir in Frankfurt am Main ankamen war auch noch das Wetter schlecht: Es hat drei Tage lang geregnet. Aber wir haben die Gelegenheit Frankfurt zu besichtigen trotzdem genutzt. Wir besuchten das Rathaus, die Paulskirche, das Goethe-Haus, die Bildergalerie „Städel“ und noch mehr. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich bei Herrn Falk. Die Reise war sehr interessant! Wir haben neue Freundinnen und Freunde kennengelernt, viel Neues erfahren und vor allem konnten die Kinder ihre Sprachkenntnisse anwenden sowie ihr Deutsch verbessern und erweitern. Es ist gut, dass es solche Programme für einen Schülerinnen- und Schüleraustausch beim Goethe-Institut gibt. Wir werden sehr gerne an weiteren Veranstaltungen des Goethe-Instituts teilnehmen.  
 
Jelena Samykina:

Niemand hat bemerkt, dass die drei Wochen, die die Talasser Schüler in Deutschland verbracht haben, schon um sind. Die Zeit lief wahnsinnig schnell davon. In diesen drei Wochen gab es viel interessantes, die Talasser Schüler haben viel gesehen und erlebt. Und jetzt bleibt schon nur die Erinnerung an diese schönen Tage, an die Radtour in die Niederlande, die allen gut gefallen hat, an die Stadt Köln, an ihre Leute und an den Kölner Dom, deren Architektur die Kinder begeistert hat, an die Firma „Siemens“ und auch an andere Tage ihres Aufenthalts in Deutschland.

Nach diesen schönen Wochen stand schon eine lange Rückreise bevor: vier Stunden mit dem Zug nach Frankfurt, sechs Stunden mit dem Flugzeug und noch sechs Stunden mit dem Kleinbus nach Talas! Der Abschied von den Gastfamilien und von den neuen Freunden fiel sehr schwer (nicht ohne Tränen). Aber Deutschland wollte vielleicht seine Gäste nicht entlassen. Komischerweise war der schnellste und beste ICE auf der Hälfte des Weges kaputt! Nach einer halben Stunde waren alle Passagiere evakuiert und mit einer Verspätung kam unsere Gruppe in Frankfurt an. Das Flugzeug hatte aber auch eine Verspätung fast eine Stunde! Und um 12 Uhr nachmittags war unsere Reise zu Ende! Aber die Talasser Schüler erinnern sich sehr oft an die Werner-von-Siemens Realschule, an alle Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler und vermissen die Zeit, die so schnell vergangen ist. Was aber die Schüler glücklich macht, ist die Sache, dass sie sich im Mai wieder mit ihren Freunden, aber schon in Talas, treffen werden.


Witalik Herzen:

Ich war drei Wochen in Deutschland. In Deutschland war ich vom 19. September bis zum 10. Oktober. Dort war ich in Frankfurt, Köln, Bocholt und Rheda-Wiedenbrück. Zuerst war ich zwei Tage mit meiner Gruppe in Frankfurt. Dann fuhren wir nach Bocholt. In Bocholt wohnten wir in der Schule, die Werner-von-Siemens Realschule heißt. In Bocholt wohnte ich bei der Familie Haas. Am besten gefiel mir in Deutschland die Stadt Köln. Diese Stadt ist sehr schön, weil es dort viele Hochhäuser gibt. Für unsere Fahrt möchte ich mich beim Goethe-Institut bedanken, weil es viel für uns gemacht hat. Und ich möchte mich noch bei den Gastgebern und den Lehrern aus Bocholt bedanken.


Dilbara Mamyrowa:

Ich war in Deutschland drei Wochen und das war wunderschön. Ich war in Deutschland in den Städten, wie Bocholt, Köln und Frankfurt. Am besten gefällt mir es natürlich in Bocholt, weil ich dort mehr Zeit verbracht habe. Ich wohnte dort bei der Familie Schlebes, die aus sechs Personen besteht. Sie sind sehr-sehr nett. Am Wochenende fuhr ich mit meiner Gastfamilie zur Nordsee. Dort war es cool. In Deutschland habe ich den Kölner Dom gesehen, der mir auch gefallen hat. In Frankfurt gefällt es mir auch in der Jugendherberge.

Ich möchte mich bei allen Leuten, die unsere Fahrt nach Deutschland organisiert haben, bedanken. Ich möchte mich auch bei allen Lehrern, die in der Werner-von-Siemens Realschule arbeiten und meiner Gastfamilie bedanken.
Julia Liebmann:

Der Basar in Kirgistan ist ein richtiges Erlebnis, denn man findet dort alles was man zum Leben braucht. Von Handtaschen und Kleidungsstücken bis hin zu Zopfgummis und Lebensmitteln. Sogar Fleisch von Kühen oder Hammelfleisch kann man dort kaufen. Allerdings, finde ich persönlich, ist das sehr unhygienisch, da das Fleisch nicht, wie bei uns, verpackt wird.
Und die prallende Sonne sorgt dann noch für den etwas unangenehmen Geruch. Man fühlt sich dort ein bisschen wie auf einem Trödelmarkt, nur dass es da etwas größer ist.
Für die Kirgisen ist dieser Basar wie bei uns das Einkaufszentrum. Man bekommt echt alles. Es gibt dort zwar auch „normale“ Geschäfte, aber die meisten gehen auf den Basar.
Außerdem gibt es fast an jeder Straße ein Kiosk oder kleine Privatstände, an denen man auch noch Kleinigkeiten, wie z.B. Süßigkeiten, Obst, Gemüse, Getränke und Zigaretten bekommen kann. Und das alles, was für uns etwas Schönes an Kirgistan ist, richtig billig.


Annemarie Schmidt:

Der kirgisische Bazar war das absolute „Highlight“. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass es so viele armen Menschen in Kirgistan gibt, obwohl Herr Koch uns vorher darauf aufmerksam gemacht hatte.
Es gab Frauen und auch Männer, die sich teilweise nur mit einem kleinen alten Stück Brot oder etwas völlig Unbrauchbares an den Straßenrand gestellt hatten. Doch das war noch nicht alles. Man konnte sehen, wie die frisch geschlachteten Schweine aufgehängt wurden.
Im Bazar musste man auf seine Geldbörse gut aufpassen. Selbst in der Hosentasche war das Geld nicht sicher. So mussten wir ziemlich gut auf unsere Taschen und unsere Portemonnaies aufpassen.
Im Gegensatz zu Deutschland werden dort alle Waren für sehr wenig Geld verkauft. Für die Kirgisen sind die Waren aber trotzdem teuer. Es gibt Männer, die verdienen im Monat umgerechnet ca. 14 €. Damit müssen dann z.B acht Personen versorgt werden. So kann man sich nun vorstellen mit welchen Bedingungen die Leute dort leben.
Da ein Mädchen der Deutschen Gruppe Geburtstag hatte, bekam sie von uns kirgisische Pralinen und ein kirgisisches Tuch.
Der war Bazar war trotz aller Gefahren für uns sehr schön. Wir haben viel Schmuck aus echtem Silber und auch kirgisische Souvenirs gekauft.
Der Bazar war wie eine andere Welt und trotzdem sehr interessant.