Ausstellungsbesuch im Verbindungsbüro des Deutschen Bundestages
Ausstellungsbesuch und Künstlergespräch
Teilnahme für EU-Bedienstete und Ministerialbeamt*innen aus den Ständigen Vertretungen bei der EU und Interessierte
Das Goethe-Institut lädt Sie herzlich im Rahmen des Europanetzwerk Deutsch gemeinsam mit dem EU-Verbindungsbüro des deutschen Bundestages zu einer Vernissage "Échange de regards - Blickwechsel Christoph Brech Video und Fotografie" am Mittwoch, 29. November von 12:30 - 14:00 Uhr in die Räumlichkeiten des Verbindungsbüros des deutschen Bundestages ein.
Nach einer kurzen Einführung durch Dr. Andreas Kaernbach, Kurator der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages, steht Ihnen Christoph Brech Rede und Antwort und führt Sie anschließend durch die Ausstellung, die neben Videoinstallationen auch Fotografien – insbesondere aus seinen Reihen Rom/Vatikan und Johann Gottfried Schadow – enthält.
Mit der Video-Installation „Blickwechsel“ wird erstmals ein Kunst-am-Bau-Projekt mit Video-Kunst in den Bauten des Deutschen Bundestages vertreten sein: Die Künstler Christoph Brech und Nicola Borgmann haben im Jahre 2011 einen Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses gewonnen. Im April 2024 soll die Installation eingebaut werden.
Die Installation inszeniert eine 1:1-Abbildung der Realität mit Hilfe von Video-Kameras. Das im Souterrain des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses zur Spree hin gelegene Restaurant würde dem Besucher lediglich einen Blick auf die Betonwände eines Innenhofes ermöglichen, nicht aber auf die höher liegende Spreepromenade oder die Spree selbst. Ein Restaurant an der Spree ohne ein Fenster zum Fluss? Auf diese wenig einladende Situation reagieren die Künstler mit ihrem Entwurf: Zwei großformatige Bildschirme im Restaurantraum erlauben mittels Livestream einen Blick auf das Wasser der Spree. Vier Videokameras filmen die Spree und übertragen die Bilder in Echtzeit auf die Monitore. Die Perspektive der Kameras ist so eingerichtet, dass sie lediglich den Wasserspiegel unmittelbar vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus zeigen, also keine Umgebung – das Vorüberfließen der Spree, ihre Längsbewegung, wird im Gastraum gezeigt, im angrenzenden Besuchergruppenraum hingegen sieht man die Spree auf die Kamera zufließen.
Die Installation stellt einen unmittelbar ortsspezifischen Bezug her: Die Videowände öffnen gewissermaßen als Fenster den Blick auf die natürliche Umgebung – ein Blick, der den Besuchern real verwehrt ist.
Der Wasserspiegel wiederum wird zum Spiegel der umgebenden Gebäude sowie des Wetters, der Tageszeit und des Himmels in seiner Sonnigkeit oder Wolkenverhangenheit, der morgendlichen Helle oder der abendlichen Lichtreflexe von den beleuchteten Gebäuden ringsum. Die Wirklichkeit der Stadt und der Natur bricht sich im Wasserspiegel – in einem Wasserspiegel, der auch ein Spiegel der Geschichte des Ortes ist, denn genau an dieser Stelle teilte die Spree einst Berlin in eine Zone der Freiheit und eine der Unfreiheit. Weitere Installationen im öffentlichen Raum, wie die Glasfenster für die Heilig-Kreuz-Kirche in München, ergänzen die Vorstellung des Entwurfes für den Deutschen Bundestag.
Dieses Prinzip der indirekten Wiedergabe von Sinn- und Ortsbezügen überträgt Christoph Brech auch auf seine Fotografien und Videoarbeiten. Es sind Aufnahmen und Videosequenzen, die gleichfalls in scheinbar nebensächlich Beobachtetem den Zeithorizont von Jahrhunderten aufleuchten und die scheinbar toten Dinge geheimnisvoll lebendig werden lassen. Gezeigt werden u.a. Fotografien aus den Räumen und Archiven der Vatikanischen Museen in Rom sowie drei Videofilme.
Christoph Brech (* 1964 in Schweinfurt, lebt in München) gilt als einer der wichtigsten Videokünstler Deutschlands und hat zahlreiche Installationen im öffentlichen Raum gestaltet. Seine Themen sind Zeit, Vergänglichkeit, Übergänge und Erinnerung, oft in enger Verbindung mit musikalischen Motiven.
Text: Andreas Kaernbach, Kurator der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages.
Um Anmeldung bitten wir Sie freundlich bis zum
24. November unter:
europanetzwerk.deutsch-bruessel@goethe.de
Hier finden Sie weitere Informationen zur
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