Wo wir einander begegnen

Websitebild mit Lupe / Ausgangspunkt vieler Innovationsprojekte rund um das Thema Begegnungen mit Deutsch: die Lernplattform.
Ausgangspunkt vieler Innovationsprojekte rund um das Thema Begegnungen mit Deutsch: die Lernplattform. | Foto (Ausschnitt): © Timo Kozlowski

Wie die Lernplattform des Goethe-Instituts als virtueller Ort der Begegnung 2020 besondere Bedeutung erlangte.

Die wohl wichtigste Aufgabe der Goethe-Institute weltweit ist es, Begegnungen von Menschen sowie den Austausch und das Lernen von- und miteinander zu ermöglichen. Die Lernplattform des Goethe-Instituts schafft genau das und erlangte als virtueller Ort im Jahr 2020 eine besondere Bedeutung.

In Zeiten von weltweiten Corona-Lockdowns stellte die Lernplattform einen Raum zur Verfügung, in dem weiterhin Unterricht stattfinden konnte. Entwickelt wurde sie freilich lange vor der Pandemie: 2008. Ab 2010 kam sie weltweit zum Einsatz. Wie ein physischer Klassenraum bieten die Onlinekursräume der Lernplattform einen, wenn auch virtuellen, Rahmen zur Gestaltung eines Kurses. Vom Austausch zwischen den Lernenden und den Tutor*innen über das persönliche Feedback der Lehrkraft bis hin zu selbstkorrigierenden Übungen und den Links zu Online-Live-Sitzungen – auf der Lernplattform kommen alle diese Elemente zusammen.

Wie ein reales Institut bietet die Lernplattform Veranstaltungen Platz. So hat im vergangenen Jahr die Internationale Deutscholympiade (IDO) die Möglichkeiten der Lernplattform genutzt, um trotz Reise- und Kontaktbeschränkungen Jugendliche aus der ganzen Welt miteinander in Austausch zu bringen. Auch die virtuelle Konferenz zu 10 Jahren „Deutsch Lehren Lernen“ (DLL) nutzte die Lernplattform als Ort der Begegnung. DLL ist das größte digitale Fort- und Ausbildungsangebot für Deutschlehrkräfte weltweit. DLL dient hierbei zugleich als Beispiel, wie die Lernplattform (Deutsch-)Lehrende weltweit zusammenbringt. In den Kursräumen zu den DLL-Einheiten tauschen sich Lehrende und Tutor*innen zu neuen Unterrichtsmethoden und -modellen aus; sie bilden grenzüberschreitende Teams und führen gemeinsam Praxiserkundungsprojekte durch. Es kommt also nicht von ungefähr, dass fast ein Viertel der Besuche auf der Startseite des GoetheInstituts der Lernplattform gelten. Wie die eigenen Räumlichkeiten eines Instituts wird die Lernplattform direkt vom Goethe-Institut betrieben, über eigene Server, wodurch sich eine Vielzahl von Vorteilen ergibt: Unabhängigkeit von externen Anbietern und möglichen Zensurmaßnahmen, schnelle Anpassungsfähigkeit, unabhängige Qualitätssicherung, Aufbau von Schnittstellen zu eigenen Systemen oder zu Verlagsangeboten über sogenannte LTI-Schnittstellen. Dank ihres adaptiven Charakters können die Räume der Lernplattform an den jeweiligen Goethe-Instituten direkt erstellt und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Eine sehr große Bedeutung kommt hierbei der Pflege der Lernplattform zu. Denn wie für ein reales Institut braucht es Verwalter*innen, die dafür Sorge tragen, dass alles rund läuft auf der Lernplattform.

Ausgangspunkt von Innovationsprojekten rund um das Thema 'Begegnungen mit Deutsch'

Wie groß die Akzeptanz der Lernplattform ist, beweisen nicht zuletzt Zahlen aus den vergangenen Monaten: zwischen dem 11. Oktober 2020 und dem 11. Januar 2021 waren insgesamt 150.707 unterschiedliche Nutzer*innen (Tutor*innen, Sprachkurs-Teilnehmer*innen sowie Mitarbeiter*innen des Goethe-Instituts) in insgesamt 21.434 unterschiedlichen Kursräumen auf der Lernplattform aktiv. Für das Goethe-Institut ist sie zum Ausgangspunkt von Innovationsprojekten rund um das Thema „Begegnungen mit Deutsch“ geworden. Und auch noch lange nach Corona werden wir dort einander begegnen.