Internationale Deutscholympiade Sprachwettkampf mit Spaß

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der IDO in Frankfurt am Main.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der IDO in Frankfurt am Main. | © Goethe-Institut / V. Badiu

Die Internationale Deutscholympiade (IDO) hat vom 3. bis 16. August 2014 rund hundert Schülerinnen und Schüler aus 48 Ländern in Frankfurt am Main zusammengeführt. Doch nicht alleine die Sprachkompetenz stand im Mittelpunkt.

Weltweit lernen 12,8 Millionen junge Menschen Deutsch an Gymnasien. Die besten von ihnen waren in diesem Jahren dazu aufgerufen, sich an der Internationalen Deutscholympiade (IDO) des Goethe-Instituts zu beteiligen – dem größten Wettbewerb zur deutschen Sprache, der seit 2000 alle zwei Jahre stattfindet. Ermittelt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in nationalen Vorentscheiden. Jedes Land durfte zwei Gewinner aus den Geburtsjahrgängen 1995 bis 2000 entsenden. Ausgewählt wurden auf diesem Weg 95 junge Olympioniken aus 48 Ländern aller Kontinente – von Afghanistan über Brasilien bis China. Vertreten waren auch Vietnam und Indien, „wo Deutsch derzeit besonders boomt“, so der IDO-Projektleiter und Juror Bernd Schneider. Erstmals entsendete zudem der Iran eine Teilnehmerin.

Dabeisein ist alles

„Bei einer Olympiade ist Dabeisein alles“, betonte Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, bei der Begrüßung der Teilnehmenden in Frankfurt am Main. Im Zentrum der IDO stehe neben der Freude am Wettbewerb schließlich der Gedanke der interkulturellen Begegnung. „Wir versammeln junge Menschen aus der ganzen Welt, die ihre Begeisterung für die deutsche Sprache eint“, sagt auch Bernd Schneider. Die Jugendlichen sollten nicht nur gegeneinander, sondern vor allem miteinander kämpfen. „Deswegen arbeiten sie bei zwei Disziplinen in internationalen Teams zusammen“.
Unterteilt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Deutscholympiade dabei nach den Sprachniveaus A2, B2 und C1. „Die Schulsysteme sind weltweit sehr verschieden“, so der Projektleiter, „welche Stufe man erreichen kann, variiert entsprechend von Land zu Land.“ Die Deutschlernenden der verschiedenen Niveaus messen sich jeweils in drei Disziplinen. Dazu zählen das Erstellen einer Wandzeitung, eine Präsentation sowie ein Quiz.

Wettkampf in drei Disziplinen

Bei der IDO 2014 sollte die Wandzeitung vor allem die persönlichen Eindrücke der jungen Gäste von der Stadt Frankfurt vermitteln, zumeist über Fotografien, Lieder oder Gedichte. Bei der Präsentation wurden von international gemischten Teams Themen wie Geld oder Umwelt und Natur reflektiert – etwa in Form eines Powerpoint-Vortrags, Theaterstücks oder Interviews. Beim Quiz schließlich schilderten die Teilnehmenden eine zuvor gehörte Geschichte dem Zeichner Reinhard Michl, der danach eine Illustration fertigte.

Bewertet wurde neben den sprachlichen Fähigkeiten dabei auch die interkulturelle Kompetenz. So erhielt die iranische Teilnehmerin Anahita Hosseini – Gewinnerin der Bronzemedaille in der Sprachniveaugruppe A2 – von der internationalen Jury den Fairness-Preis für ihre Hilfsbereitschaft und Teamfähigkeit.

Zungenbrecher und Donaudampfschiffer

Internationale Deutscholympiade 2014 – nationale Vorrunde Rumänien

Besonders erfreut zeigte sich Projektleiter Schneider darüber, dass „während der gesamten IDO tatsächlich nur Deutsch gesprochen wurde, die Schülerinnen und Schüler sind auch untereinander nicht ins Englische gewechselt“.
Für die meisten jungen Menschen war es der erste Besuch in dem Land, dessen Sprache sie erlernen. „In Bangkok gibt es fast keine Bäume, in Deutschland ist es viel grüner“, begeisterte sich die 18-jährige Puyisa Sangprechardt aus Thailand, Goldmedaillengewinnerin in der Stufe A2. „Die deutsche Mentalität ist ungewöhnlich offen“, stellte der gleichaltrige Erik Kovalik aus Tschechien fest, der vor allem die Möglichkeiten des Austauschs lobte: „Sich mit Deutschlernenden aus Asien oder Afrika unterhalten zu können, ist super interessant“. Dabei bot die IDO den jungen Olympioniken auch Gelegenheit, Tücken und Vorzüge der deutschen Sprache zu vergleichen. „‚Entschuldigung‘ ist ein schwieriges Wort“, fand etwa der 15-jährige Hayiningbudi Sadswati aus Indonesien. Für den 17-jährigen Andrew Thompson aus Neuseeland ist dagegen „Donaudampfschifffahrtskapitän“ das erklärte Lieblingswort.

Austausch der Lehrer

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler sondern auch die begleitenden Lehrkräfte aus den jeweiligen Herkunftsländern profitieren von der IDO. Für sie wurde im Rahmenprogramm ein interkulturelles Seminar angeboten. Lahbabi Mohammed-Yassir, Deutschlehrer im marokkanischen Fes, lobte: „Das Seminar gibt uns die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, zum Beispiel über unsere verschiedenen Unterrichtsmethoden“. Sein indonesischer Kollege Anisah Shoumi betonte: „Durch die Begegnung mit anderen Kulturen lernen wir die eigene Kultur kennen“.
Viele der Lehrerinnen und Lehrer interessierten sich selbst bereits als Jugendliche für die deutsche Sprache. So etwa Philippa Watson aus dem neuseeländischen Wellington: „Ich hatte die Wahl zwischen Deutsch und Französisch. Eine junge, engagierte Lehrerin hat mich für Deutsch motiviert.“ Watson studierte in der Folge vier Jahre lang Violine in Düsseldorf.

Bereit für die Zukunft

„Viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Wunsch, später in Deutschland zu studieren“, so Projektleiter Schneider. Über die IDO entstünden Netzwerke für die Zukunft. Zudem könnten die IDO-Alumni auf „Deutsch für dich“, der Community-Website des Goethe-Instituts untereinander Kontakt halten. „Die Olympiade hat dazu beigetragen, dass ich mich für einen Studienplatz in Frankfurt entschieden habe“, berichtete die Tschechin Brigitte Horvathova, Teilnehmerin der IDO 2012. Der Termin für die kommende Deutscholympiade steht derweil schon fest. Sie wird vom 17. bis 30. Juli 2016 in Berlin stattfinden.