Standpunkte zum Lernen und Lehren von Deutsch als Fremdsprache


Grafik: Andreas Münch

Aktuelle Entwicklungen etwa in Politik, Wirtschaft, Medienlandschaft oder auch Didaktik stellen Lehrende und Lernende von Deutsch als Fremdsprache (DaF) vor immer neue Herausforderungen. Die vom Beirat Sprache des Goethe-Instituts herausgegebenen „Standpunkte zum Lernen und Lehren von Deutsch als Fremdsprache“ wollen aktuelle Problematiken aufzeigen, zur Reflexion anregen und lernorientierte Lösungsmodelle für die Praxis anbieten.

1998 veröffentlichte der Beirat Sprache des Goethe-Instituts mit seinen „Thesen zur Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache“ (1998) erstmals ein Eckpunktepapier zum Erwerb und zur Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache (DaF). Inzwischen haben sich die Anforderung an den Fremdsprachenunterricht weiterentwickelt. Zudem liegen über die verschiedenen Faktoren des Sprachenerwerbs neue Erkenntnisse vor.

Mit seinen „Standpunkten zum Lernen und Lehren von Deutsch als Fremdsprache“ will der Beirat Sprache Lehrenden von Deutsch als Fremdsprache weltweit Orientierung geben. Die Standpunkte wollen Hilfestellungen geben, die konkrete Unterrichtssituation in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen. Als Denkanstöße wollen sie zur Reflexion und Diskussion anregen – und über Hinweise zu weiterführender Literatur zur tiefergehenden Lektüre einladen.

Die „Standpunkte zum Lernen und Lehren von Deutsch als Fremdsprache“ wurden gemeinschaftlich konzipiert. Autorinnen und Autoren sind Hans-Joachim Althaus, Jannis Androutsopoulos, Christian Fandrych, Ingrid Gogolin, Georges Lüdi, Udo Ohm, Claudia Riemer und Michaela Sambanis. Folgende Fragen stehen im Zentrum:

Welches Deutsch sollte im Unterricht heute gelehrt werden? Gibt es nur ein Deutsch oder gibt es mehrere? Von wem und warum wird die deutsche Sprache gelernt und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Unterricht? Welche Kompetenzen bringen die Lernenden heute bereits mit in den Unterricht? Welche Forschungsergebnisse zum Sprachenlernen sind von besonderem Interesse? Und was müssen Sprachlehrerinnen und –lehrer heute wissen und können, um lernerorientiert unterrichten zu können?

Die Themenblöcke im Einzelnen:

  1. Welches Deutsch?
  2. Wer lernt Deutsch?
  3. Wie wird Deutsch gelernt?
  4. Lernumgebungen und Formen des Lernens
  5. Welche neueren Erkenntnisse aus der Forschung gibt es zum Lernen von Sprache?
  6. Mehrsprachigkeit
  7. Qualifizierung von Deutschlehrenden

Jeder Themenblock umfasst mehrere Beiträge. Noch bis zum 24. April wird wöchentlich ein neuer Beitrag der „Standpunkte zum Lernen und Lehren von Deutsch als Fremdsprache“ veröffentlicht.

Welches Deutsch?

Welches Deutsch? (1): Standardisierung Illustration: Melih Bilgil

Standardisierung
Deutsch und seine Normen

Vor allem in Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz ist Deutsch Standardsprache. Aber wie ist das Deutsche als Standardsprache entstanden? Und wie hat sich das Verständnis vom Standarddeutschen in den letzten Jahrzehnten verändert?

Welches Deutsch? (2) Kommunikative Zwecke und Kontexte Illustration: Melih Bilgil

Kommunikative Zwecke und Kontexte
Sprachkompetenz vermitteln

In Sprachgemeinschaften bestehen im Hinblick auf typische Arten des Sprechens und Schreibens mehr oder weniger feste Erwartungen. Welche Rolle spielen verschiedene Zwecke und Kontexte sprachlicher Kommunikation dabei? Und was bedeutet dies für die Wahl des angemessenen Stils?

Welches Deutsch? (3): Deutsch im DaF-Unterricht Illustration: Melih Bilgil

Deutsch im DaF-Unterricht
Verschiedene Kontexte lehren

Wir leben im Zeitalter medialer Vielfalt und heterogener Lerninteressen. Welches Deutsch ist da in welchem Kontext sinnvoll? Und: Wie muss der DaF-Unterricht auf diesen Wandel der Kommunikationskultur und der genutzten Sprachstile reagieren? Einige Vorschläge.

Wer lernt Deutsch?

Wer lernt Deutsch? Deutsch in Zeiten der Globalisierung Illustration: Melih Bilgil

Deutsch in Zeiten der Globalisierung
Zwischen Rückgang, Anstieg und Neuorientierung

Der politische, soziale und ökonomische Wandel, ausgelöst durch Globalisierungsprozesse, hat nachhaltigen Einfluss auf die Gründe, Ziele und Interessen Fremdsprachen zu lernen. Wer lernt heute Deutsch? Und warum?

Wer lernt Deutsch? Individuelle Sprachlernfaktoren Illustration: Melih Bilgil

Individuelle Sprachlernfaktoren
Der Lerner – (k)ein unbekanntes Wesen?

Beim Spracherwerb stehen „äußere“ Aspekte wie politische und soziale Anforderungen in Wechselwirkung mit „inneren“ Faktoren, die den einzelnen Lernenden charakterisieren. Was bringt jeder Deutschlernende individuell mit in den Sprachunterricht? Und wie sollten sich DaF- und DaZ-Lehrer darauf einstellen?

Wer lernt Deutsch? Herausforderungen für DaF und DaZ Illustration: Melih Bilgil

Herausforderungen für DaF und DaZ
Deutschunterricht mit neuen Zielen

In den vergangenen Jahren haben sich die sozioökonomischen Bedingungen für den Spracherwerb ebenso gewandelt wie individuelle Gründe und Ziele. Das hat grundlegende Auswirkungen auf den DaF- und DaZ-Unterricht. Welche Herausforderungen kommen dabei auf die Lehrerinnen und Lehrer zu?

Wie wird Deutsch gelernt?

Sprache lernen und erwerben Illustration: Melih Bilgil

Sprachlernen als Prozess
Sprache lernen und erwerben

Wie werden Fremdsprachen erlernt und Zweitsprachen erworben? Viele Antworten auf diese Fragen bleiben in der Forschung hypothetisch. Aber es gibt auch gesicherte Erkenntnisse. Ein Überblick.

Mehrsprachigkeit als Start und Ziel Illustration: Melih Bilgil

Mehrsprachigkeit
Mehrsprachigkeit als Start und Ziel

Welchen Einfluss hat es auf das Lernen einer Fremdsprache, wenn der lernende Mensch bereits Kenntnisse in zwei oder mehr Sprachen besitzt? Und welche Folgen hat es für den Fremdsprachenunterricht, wenn die Lernenden Erfahrungen in vielen verschiedenen Sprachen mit in die Klasse bringen? Die Mehrsprachigkeitsforschung gibt auf diese Fragen erste Antworten.

Die Sprache der Anderen Illustration: Melih Bilgil

Sprachlernen als Internalisierung
Die Sprache der Anderen

Wir lernen immer die Sprache der Anderen. Der Motor für die Sprachentwicklung ist die Auseinandersetzung mit der jeweiligen sprachlichen Umgebung. Wie aber funktioniert das im konkreten Fall? Und wie lässt es sich für das Erlernen einer Fremdsprache nutzen?

Lernumgebungen und Formen des Lernens

Schauplätze des Deutschlernens Illustration: Melih Bilgil

Lehr- und Lernorte
Schauplätze des Deutschlernens

Oft wird Deutsch nicht nur im Unterrichtsraum, sondern an vielen verschiedenen Schauplätzen gelernt. Welche Funktion können diese Schauplätze übernehmen? Und welcher Stellenwert kommt dem Kursraum im Netz der Lern- und Lehrorte zu?

Lernen ohne Ort? Illustration: Melih Bilgil

E-Learning-Angebote
Lernen ohne Ort?

Lernen im Klassenzimmer wird immer häufiger durch Online-Angebote ergänzt oder ersetzt. Welche Formen virtuellen Lernens haben sich entwickelt? Welche Rolle spielt dies für Lernraum und Lernumgebung? Und: In welchem Verhältnis stehen „analoges“ und „digitales“ Lernen zueinander?

Spielerisch Sprache lernen Illustration: Melih Bilgil

Sprachlernspiele
Spielerisch Sprache lernen

Auf spielerische Art und Weise eine Sprache lernen: Geht das überhaupt? Sehr gut sogar! Wenn man die Möglichkeiten des Spiels im Unterricht richtig einzusetzen versteht und wenn man trotz Sprachziel, den Spielspaß nicht aus den Augen verliert.
 

Neuere Erkenntnisse aus der Forschung

Sprache ins Gehirn! Illustration: Melih Bilgil

Die neurowissenschaftliche Perspektive
Sprache ins Gehirn!

Ist es tatsächlich schwieriger, eine Fremdsprache als Heranwachsender oder Erwachsener zu lernen und, wenn ja: warum? Die Neurowissenschaften tragen zur Beantwortung bei – und liefern dabei auch Ermutigendes für ältere Lerner.
 

Lernen = Kognition + Interaktion  Illustration: Melih Bilgil

Kognitive und interaktive Prozesse
Lernen = Kognition + Interaktion

Fremdsprachenerwerb ist nicht nur Kopfarbeit, sondern findet auch im sozialen Umfeld statt. Welche Rolle spielt die Interaktion dabei? Und was bedeutet dies praktisch für die Korrektur etwa von Grammatikfehlern oder für den DaF-Unterricht insgesamt?
 

Sprache, Bildung – und Erfolg? Illustration: Melih Bilgil

Die Perspektive der Bildungsforschung
Sprache, Bildung – und Erfolg?

Welche Bedeutung haben sprachliche Fähigkeiten für Bildungserfolg – und, darüber hinausgehend: für gesellschaftliche Teilhabe? Dies ist eine Leitfrage der Bildungsforschung zur Sprachentwicklung – eine Suche nach Antworten mit neuen Erkenntnissen.
 

Mehrsprachigkeit

In vielen Sprachen sprechen Illustration: Melih Bilgil

Was ist Mehrsprachigkeit?
In vielen Sprachen sprechen

Wer von „Mehrsprachigkeit“ spricht, spricht von unterschiedlichen Phänomenen, die recht eng miteinander verknüpft, aber auf ganz unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Wie also definiert man Mehrsprachigkeit? Welche Faktoren sind wichtig? Oder gibt es sogar mehrere „Mehrsprachigkeiten“?

Kreativer und reflexiver Illustration: Melih Bilgil

Mehrsprachig werden
Kreativer und reflexiver

Mehrsprachige Menschen erwerben jene Sprachen, die sie beherrschen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Biografie – und in verschiedenen Kontexten wie Familie, Schule oder beim Sprachaufenthalt. Damit erwerben sie nicht nur kommunikative Fertigkeiten, sondern entwickeln auch ihre Persönlichkeit. Vor allem Kindern bringt Mehrsprachigkeit vielfache Vorteile.

Sprachenmix und Sprachenwechsel Illustration: Melih Bilgil

Mehrsprachigkeit: Mehrsprachigkeit im Alltag
Sprachenmix und Sprachenwechsel

In der Großstadt, aber auch in Sprachgrenzgebieten verwenden Menschen im Alltag besonders oft mehrere Sprachen in einer Äußerung. Aber was bedeutet dies im konkreten Fall? Und verläuft gelebte Mehrsprachigkeit tatsächlich so „chaotisch“, wie oftmals angenommen? Oder sind sprachliche Mischphänomene nicht vielmehr ganz „normal“?
 

Qualifizierung von Deutschlehrenden

Qualifizierung von Deutschlehrenden Illustration: Melih Bilgil

Aus-, Fort- und Weiterbildung
Entwickeln und vernetzen

Die Ausbildung zum Beruf der Deutschlehrerin und des Deutschlehrers ist die Basis für eine angemessene Vermittlung von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Wie aber muss eine adäquate Qualifizierung aussehen, um den neuen globalen, aber auch regionalen Herausforderungen begegnen zu können?