SCHULWÄRTS! in Indien
stipendienbasierte Lehramtspraktika im Ausland

SCHULWÄRTS! in Indien © Goethe-Institut/Umut Çiçekdal

Indien

Indien – das Land der Gegensätze! Die bevölkerungsreichste Demokratie und das zugleich siebtgrößte Land der Welt in einigen Sätzen zu beschreiben, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Der Subkontinent ist so vielfältig wie kaum ein anderer Staat der Erde, ob geographisch, gesellschaftlich oder religiös. Über eine Milliarde Menschen wohnen in Indien, das sich einerseits gerade zu einer der wichtigsten Handelsmächte der Welt entwickelt und sich andererseits auf dem Weg dorthin neuen Herausforderungen stellen muss. Mit SCHULWÄRTS! hast du die Möglichkeit, dieses spannende Land und seine Bewohner*innen kennenzulernen.

Die Rolle von Deutsch

Indische Schüler*innen wachsen oft mehrsprachig auf und sind daher sehr sprachenaffin. An Deutsch haben sie großes Interesse, insbesondere da Deutschland als zukünftiger Studienstandort beliebt ist. Fast 150.000 Schüler*innen lernen Deutsch, meist als erste Fremdsprache und ab Klasse 6, also einem Alter von zehn Jahren.
Das Goethe-Institut betreut mit seinen sechs Instituten in New Delhi, Kolkata, Chennai, Bangalore, Mumbai und Pune über 800 indische Schulen.

Leben in Indien

Es sind die Kontraste, die Indien besonders machen. Nord wie Süd sind reich an kulinarischen Genüssen und kulturellen Wundern. Von wunderschönen Stränden in Kerala und Goa bis zum atemberaubenden Ladakh mit dem Himalaya ist Indien auch landschaftlich nicht zu überbieten. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Sie nehmen jeden wie ein Familienmitglied auf und kümmern sich aufopfernd um ihre Gäste. Dabei scheuen sie keine Mühen und Kosten.
Die wichtigen Städte und Kulturzentren sind Mumbai, die Heimat von Bollywood; Delhi und Agra mit dem Taj Mahal, dem wohl größten Liebesbeweis der Menschheit; Chennai mit dem Zentrum der karnatischen Musik und dem indischen Tanz Bharatanatyam; Kalkutta am Ganges mit dem kritischen kulturellen Geist Indiens; Kochi und Trivandrum in Kerala; Bangalore, eine junge und lebendige IT-Stadt; Jaipur, die königliche Stadt, sowie Pune mit dem Aga-Khan-Palast und der Gedenkstätte für Mahatma Gandhi.
Religionen wie Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, Sikhismus und der Islam prägten die Kultur des Landes. Hindi und Englisch sind die Nationalsprachen. Aber es gibt 22 andere Sprachen, die in der Verfassung verankert sind. Über 90% der Bevölkerung hat eine dieser Sprachen als Muttersprache. Insgesamt gibt es aber mehr als 19.500 Sprachen und Dialekte in Indien.
Auch die Spuren des europäischen Kolonialismus sind im Land immer noch gegenwärtig, was man an der beliebtesten Sportart Cricket, die von den Engländern nach Indien gebracht wurde, sehen kann.
Nicht zuletzt ist es das Land des gesunden Lebensstils, denn Yoga und auch die auf der ganzen Welt bekannte und praktizierte Heilkunst Ayurveda ist auf die indische Tradition zurückzuführen.
Die Lebenshaltungskosten in Indien sind im Vergleich zu Deutschland gering. Eine Mahlzeit im preiswerten Restaurant kostet etwa 150 INR, was in etwa 2 Euro entspricht. Importierte Waren sind dagegen sehr teuer.

Der mögliche Praktikumszeitraum

Praktikumszeitraum Indien © Flora Rinke

Stimmen der SCHULWÄRTS!-Alumni

"Durch meine Arbeit im sonderpädagogischen Bereich, war ich davon ausgegangen, dass meine interkulturellen Kompetenzen schon weit entwickelt seien. Indien hat mir gezeigt, dass man seine interkulturellen Kompetenzen bis zu einem unendlichen Maße weiterentwickeln kann. 
Wenn man die Arbeitsweisen und das Schulsystem in Indien erst einmal kennengelernt hat, kann man relativ schnell seinen eigenen Weg gehen. Dieser besteht sicherlich darin, dass man sich auf der einen Seite etwas anpasst und auf der anderen die Schule auch wahnsinnig durch seine eigene Kultur bereichern kann. Bezogen auf den Unterricht, haben die Schüler*innen es geschafft mich für meinen Lehrberuf noch mehr zu motivieren, da sie in der Regel mit einem wahnsinnigen Interesse und großer Freude dabei waren." (Käthe - Sonderpädagogik)

"Als ich vor einem Jahr meinen Koffer gepackt habe, habe ich mir nicht vorstellen können, dass mich ein Land so beeindrucken würde. Indien ist einfach unglaublich – wohin du auch reist, du findest neue Traditionen und Kulturen, leckeres Essen, beeindruckende Landschaften und so viel Diversität. Westliche Gesellschaften könnten so viel von Indien lernen, zum Beispiel Emotionen zu zeigen ;) Ich werde dieses Land, meine neuen Freunde und meine tollen Schüler*innen wirklich vermissen. Vielen Dank euch allen für euren Enthusiasmus in meinen Workshops, eure Hilfe bei alltäglichen Problemen, dass ihr mir neue Dinge beigebracht habt und mir die Möglichkeit gegeben habt, euer tolles Land wie ein Einheimischer zu erleben. Ich habe meine Zeit wirklich genossen. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder, ob in Deutschland oder Indien! Dhanyavad, Shukriya & Nandi!" (Raphael - Deutsch und Kunst)

"In keinem meiner bisherigen Praktika wurde ich so geschätzt wie in meinem SCHULWÄRTS!-Praktikum in New Delhi. Die Lehrer*innen der Schule waren sehr zuvorkommend, haben mich überall so gut es ging unterstützt und mit einer Herzlichkeit aufgenommen, wie es besser nicht hätte sein können. Es war sehr lehrreich für mich, den Unterricht eines anderen Landes kennenzulernen, da ich nun auch das Unterrichten in Deutschland mehr wertschätze. Der Unterricht in Indien ist lauter und unruhiger, was ich aus Deutschland gar nicht so kenne – was aber nicht heißen soll, dass er schlecht abläuft. Das Praktikum und der gesamte Aufenthalt haben mich nicht nur in meiner zukünftigen Lehrertätigkeit, sondern auch auf persönlicher Ebene weitergebracht. Aber auch außerhalb der Schule gibt es eine Menge zu erleben, da Indien ein sehr vielfältiges und buntes Land ist, das ich lieben gelernt habe. Ich habe mich nie unsicher gefühlt und kann jedem/r empfehlen, sein/ihr Praktikum in Indien zu absolvieren." (Natascha - Englisch und Mathematik)

"Am Anfang meines Praktikums saß ich an einem Sonntagabend mit anderen SCHULWÄRTS!-Praktikant*innen vor der Jama Masjid - der größsten Moschee Indiens. Der Muezzin hatte gerade zum Gebet gerufen. Es war viel los auf den Straßen: Gläubige versuchten, die Straße zur Moschee zu passieren, es gab ein großes Gedränge zwischen Kühen, Rikschas, Fahrrädern, Menschen, Mopeds, Straßenhändlern und Bullenkarren. Das Licht war orange-warm von den Straßenlaternen, die über uns flackerten. Das Wetter immer noch warm und schwül, wie vor einem großen Sommerregen in Deutschland. Gelegentlich wischte man sich die lästigen Fliegen vom Arm oder nippte an seinem warmen, viel zu süßen Chai - die meiste Zeit jedoch beobachtete man das Treiben, das einen umgab. Aus meinen stillen Gedanken riss mich der Satz: "Könnt ihr euch vorstellen, dass wir morgen wieder vor der Klasse stehen?" Ich, die normalerweise ihre Sonntage damit verbringt, an den Montag zu denken, fühle mich total ertappt, weil bis dahin keinen einzigen Gedanken daran verschwendet hatte, an morgen zu denken! In Indien habe ich genau das gelernt, was heutzutage wohl als "Achtsamkeit" beschrieben wird: Sei im Moment! Lebe im Hier und Jetzt! Genau das passiert dir in Indien! Du hast so viel damit zu tun, alles Neue und Aufregende und Andere zu beobachten, dass du dich selbst und die Zeit vollkommen vergisst! Als ich wieder in Deutschland war, habe ich übrigens wieder am Sonntag an den Montag gedacht, aber manchmal hilft mir diese Geschichte dabei, mich wieder auf das zu fokussieren, was wirklich wichtig ist: Jetzt. Zu leben! Und das lernt man in Indien ganz wunderbar!" (Dorit - Deutsch und Sport)