Umsetzung von methodischen Prinzipien

Die jungen Lernerinnen und Lerner benötigen einen möglichst vielfältigen und inhaltlich bedeutsamen Input, um fremdsprachliche Kompetenzen zu entwickeln. Daher sollte man ihnen einen methodisch vielseitigen Unterricht mit einer reichen Lernumgebung bieten.

Abwechslungsreiche Gestaltung
Die Lernprozesse sollten sprachlich abwechslungsreich, spielerisch, musisch und handlungsorientiert erfolgen. Zu Beginn werden kleinschrittige Verfahren und kurze abwechslungsreiche Module empfohlen: besser 4 x 25 Minuten als 2 x 45 Minuten.

Dem Frontalunterricht, der in der Anfangsphase vielleicht gelegentlich begründbar ist, sollte ein angemessener Wechsel der verschiedenen Sozialformen mit einer Binnendifferenzierung folgen. Die Binnendifferenzierung sollte auch durch offene Unterrichtsformen gefördert werden, zum Beispiel durch das Stationenlernen.

Das kostenlose Angebot „Deutsch macht Laune mit Hans Hase“ bietet anschauliche Materialien für zehn Lernstationen zu Deutsch als Fremdsprache in der Primarstufe.
Deutsch macht Laune mit Hans Hase

Entdeckendes Lernen
Die Imitation soll zunehmend von bewusst machenden Verfahren begleitet werden, die ein induktives, entdeckendes Lernen fördern. So kann Kindern ein Begriff oder ein Sachverhalt verständlich werden, indem man ihn in verschiedenen Kontexten vorstellt oder auf unterschiedliche Weise veranschaulicht. Besonders erfolgversprechend sind solche Verfahren, wenn sie unterschiedliche Sinne ansprechen, wenn ein Inhalt also über das Sehen, Hören und Fühlen vermittelt wird. So „entdecken“ die Lernenden wie von selbst seine Bedeutung.
 
Lernen mit allen Sinnen
Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist es für sie, beim Lernen nicht nur Augen und Ohren zu schärfen, sondern auch den Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn einzubeziehen. Kinder wollen anfassen, fühlen, spüren. Bringt man sprachliche Lernprozesse mit solchen Sinneswahrnehmungen in Verbindung, trägt man dazu bei, dass die Kinder sich an die Sprache in möglichst positiven Kontexten erinnern und ihre Strukturen langfristig im Gedächtnis behalten. Natürlich spielen Medien hier eine wichtige Rolle. Dazu zählen Spiele, Spielsachen, Bilder, Poster, Bücher, Vorlagen für Grußkarten, CDs mit Hörtexten und Liedern (am besten mit Playbackversionen), aber auch digitale Medien. Verlage achten heute verstärkt darauf, solche digitalen Angebote für junge Lernende mit Fantasie anregenden Ergänzungen auszustatten, die die Sinne in vielfältiger Weise ansprechen (vergleiche zum Beispiel digitale Vorlesestifte wie den „Ting Toy“ oder Apps und Lehrbücher mit einer sogenannten „augmented reality“ etc.)
 
Handlungsorientierung
Zur Vergewisserung, ob Gehörtes verstanden wurde, wird zu Beginn des frühen Fremdsprachenunterrichts auf Mitmachlieder oder Reime zurückgegriffen, die körperliche Reaktionen erfordern. Auch Aktivitäten und Übungen, in denen das Sprachverständnis durch Mimik, Gestik und Handeln, zum Beispiel durch kleine Rollenspiele deutlich gemacht wird, sind sehr effektiv. Der unmittelbaren Veranschaulichung dienen Methoden wie Total Physical Response: Hier wird das Sprechen von Handeln begleitet, zum Beispiel beim Sprechen des Satzes: „Ich öffne das Fenster“, öffne ich tatsächlich das Fenster.
 
Narration
Wenn die Kinder bereits über Grundlagen in der Fremdsprache verfügen, bieten sich narrative Ansätze, wie die Methode des Storytelling an.Das Erzählen von Geschichten löst Emotionen aus, was vielfache positive Effekte hat. Die Kinder können sich neuen Wortschatz und Satzstrukturen sowie Aussprache und Intonation leichter einprägen. Oft enthalten Geschichten interessante Informationen über die andere Kultur und bei den jungen Lernenden kann sich ein positives Gefühl für die Fremdsprache entwickeln.
 
Materialien und Lehrwerke:

Quellen

Jauernig, Heike; Grotegut, Jasmin (2009): Englisch an Stationen: Handlungsorientierte Materialien zu den Kernthemen der Klasse 3. Donauwörth, Auer Verlag GmbH.

Jauernig, Heike; Grotegut, Jasmin (2011): Englisch an Stationen: Handlungsorientierte Materialien zu den Kernthemen der Klasse 3. Donauwörth, Auer Verlag GmbH.

Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (2010): Total Physical Response.

Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (2010): Storytelling.