Ausbildung

Jugend Ausbildung: Rebecca wird Elektronikerin Foto: © Andrea Gehwolf

Von der Schule in den Beruf – Wie sind die Ausbildungsbedingungen für Jugendliche?

Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben sich für die Jugendlichen verbessert – einerseits, weil eine Steigerung der Arbeitsplätze verzeichnet werden konnte, andererseits aber auch aufgrund des demographischen Wandels, durch den die Jugendlichen weniger Konkurrenz bei der Bewerbung um eine Stelle zu befürchten haben. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen steigt derzeit von Jahr zu Jahr an (von 2015 zu 2016 waren es 4,5 Prozent); die Zahl der neu abgeschlossenen Berufsausbildungen ist über die Jahre aber konstant geblieben.

Die Ausbildungsbetriebe klagen immer häufiger darüber, dass sie ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können. So haben im Jahr 2016 45 Prozent der Betriebe angegeben, keinen oder nur teilweise ihre Ausbildungsplätze besetzt zu haben. Das größte Problem bei der Suche nach Ausbildungen heutzutage sei das Passungsproblem: Viele Ausbildungsbetriebe finden keine Auszubildenden und manche Auszubildenden finden trotz offener Lehrstellen keine für sie interessante. Der DGB-Jugend-Ausbildungsreport konnte trotzdem verzeichnen, dass gut ein Drittel der Auszubildenden den Wunschberuf erlernen konnte, über 40 Prozent einen von mehreren für sie interessanten Berufen und etwa jeder fünfte begann eine Ausbildung, die nicht geplant war.

Der Großteil der Jugendlichen, über 70 Prozent, ist zufrieden mit dem Ausbildungsplatz. Der beliebteste Ausbildungsberuf unter jungen Frauen ist die Kauffrau für Büromanagement, bei den jungen Männern die Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. Die meisten Auszubildenden, 42 Prozent, haben einen Realschulabschluss. Der Anteil der Abiturienten und Mittelschülerinnen und -schüler ist mit knapp 28 Prozent in etwa gleich. Ohne Abschluss schaffen es 3 Prozent, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Laut Azubi-Report 2017 hat durchschnittlich jeder Auszubildende 20 Bewerbungen verschickt (Hauptschülerinnen und -schüler etwas mehr, Gymnasiasten dafür weniger), wurde zu zehn Vorstellungsgesprächen eingeladen und hat drei Zusagen bekommen.

  • Jugend Ausbildung: Haare hochbinden, bevor gebohrt wird. Foto: © Andrea Gehwolf
    Rebecca wird Elektronikerin: Haare hochbinden, bevor gebohrt wird.
  • Jugend Ausbildung: Bohren mit dem Standbohrer Foto: © Andrea Gehwolf
    Rebecca wird Elektronikerin: Bohren mit dem Standbohrer
  • Jugend Ausbildung: Metallbohrung Foto: © Andrea Gehwolf
    Rebecca wird Elektronikerin:Metallbohrung
  • Jugend Ausbildung: In der Berufsschule Foto: © Andrea Gehwolf
    Rebecca wird Elektronikerin: in der Berufsschule
  • Jugend Ausbildung: Versuchsplatz in der Berufsschule für die Verbindung von Theorie und Praxis Foto: © Andrea Gehwolf
    Rebecca wird Elektronikerin: Versuchsplatz in der Berufsschule für die Verbindung von Theorie und Praxis
  • Jugend Ausbildung: Messen einer Platine Foto: © Andrea Gehwolf
    Rebecca wird Elektronikerin: Messen einer Platine


Wo suchen Jugendliche ihre Ausbildungsstelle?

Laut Azubi-Report ist das Internet die erste Anlaufstelle für Jugendliche, wenn sie einen Ausbildungsplatz suchen. Etwa jeder zweite Auszubildende hat so seinen Ausbildungsplatz gefunden. Die andere Hälfte findet Ausbildungsplätze über die Familie oder Bekannte, die Agentur für Arbeit, spezielle Ausbildungsmessen oder aber auch über Plakate.

Die Möglichkeiten, im Internet nach Ausbildungsstellen zu suchen, sind groß: direkt auf den Unternehmenswebsites oder auf verschiedenen Karriere- und Ausbildungsportalen. Insbesondere die Agentur für Arbeit bietet den Jugendlichen eine Anlaufstelle, wo sie sich über verschiedene Themen wie Bewerbung, Vorstellungsgespräch, offene Ausbildungsplätze und schulische Ausbildungen informieren können. Sie bietet auch Entscheidungshilfen, welcher Ausbildungsplatz der richtige ist.

Und wie entscheiden sie sich für einen Beruf?

Wie aus dem Azubi-Report 2017 hervorgeht, ist nicht das Gehalt entscheidend für die Berufswahl  sondern vielmehr das Interesse am Beruf. Aber nicht alle Jugendliche wissen sofort, welche Berufe sie interessieren und welchen Beruf sie später erlernen wollen. Die meisten der Websites, auf denen Ausbildungsplätze gesucht werden können, bieten zusätzlich Informationen zur Berufsfindung für die Jugendlichen an.
 

Rebecca im Werkraum für die Grundausbildung © PASCH-net; Foto: Andrea Gehwolf

Duale Ausbildung – Rebecca wird Elektronikerin

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Mein Weg in die Ausbildung © Nina Tines

Mein Weg in die Ausbildung

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