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Schreibwerkstätten für Jugendliche
Schreibwerkstatt Prag
mit Tilman Rau

Vom 11. bis zum 12. Februar 2020 fand das zweite Treffen der Weltenschreiber-Werkstatt Prag im Goethe‑Institut und am Thomas-Mann-Gymnasium statt. Zur Gruppe gehören sieben Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Das Sprachniveau ist sehr gemischt. Alle konnten jedoch dem Verlauf und den Übungen sehr gut folgen, das Niveau der Deutschkenntnisse befand sich insgesamt auf B2 und höher.
 


2. Schreibwerkstatt vom 10.-11.02.2020

  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    2. Schreibwerkstatt in Prag mit Tilman Rau
  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    2. Schreibwerkstatt in Prag
  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    2. Schreibwerkstatt in Prag
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    2. Schreibwerkstatt in Prag
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    2. Schreibwerkstatt in Prag
  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    2. Schreibwerkstatt in Prag
  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
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    2. Schreibwerkstatt in Prag
  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    2. Schreibwerkstatt in Prag
  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    2. Schreibwerkstatt in Prag
  • 2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Tilman Rau
  •  2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Tilman Rau
    Der Roman enststeht
  •  2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Tilman Rau
  •  2. Schreibwerkstatt in Prag Foto: Tilman Rau
Zweieinhalb Monate ist mein erster Besuch in Prag nun her. In der ersten Weltenschreiber-Werkstatt hier haben wir – der Lehrer Ondřej Špaček vom Thomas Mann Gymnasium, die Schüler*innen und ich – uns mit literarischen Kurzübungen sowie mit der Planung unserer weiteren Arbeit beschäftigt.

Die Entscheidung der Gruppe lautete damals: Wir wollen einen Roman schreiben. Aber einen, der aus kleinen Einzelteilen besteht, die lose zusammen hängen.

Diesen Roman wollten wir nun auf den Weg bringen. Ondřejs und mein Plan: Die Schüler*innen in die Lage versetzen, mit der Arbeit an ihrer jeweiligen Geschichte / ihrem jeweiligen Kapitel zu beginnen. Vielleicht könnten sie während der beiden Tage im Prager Goethe-Institut ja sogar schon mit dem richtigen Schreiben beginnen.

Kleine Brötchen.
Das war unsere Devise.
Lieber nicht zu viel auf einmal verlangen. Die Sache soll ja Spaß machen und niemanden unter Druck setzen.

Entsprechend haben wir am ersten Tag vorsichtig begonnen.
Mit einer kleinen Schreibübung. Mit einer Auffrischung dessen, was bislang diskutiert worden war. Mit einer gemeinsamen Runde, in der die Ideen für die einzelnen Geschichten besprochen und erste Verbindungsmöglichkeiten zwischen diesen Geschichten ausgelotet wurden.
Die Ideen waren sehr vielversprechend.
Aber als wir dann langsam vorfühlten, wie denn die Einzelgeschichten zusammenhängen könnten, herrschte ein wenig Ratlosigkeit. Wohlwollende Ratlosigkeit. Die Art von Ratlosigkeit, die in einer Schreibwerkstatt manchmal herrscht und in der die Teilnehmer*innen mit Gesichtern dasitzen, die stumm, aber sehr deutlich sprechen: Wir hören Sie, Herr Rau, wir wollen uns auch gerne auf alle Experimente einlassen, die Sie da vorschlagen. Aber wir haben nicht die geringste Ahnung, wovon Sie gerade sprechen.

Ondřej und ich taten unser Bestes, um Optimismus zu verbreiten. Das wird schon. Sobald die Ideen Text werden und wir über Konkretes sprechen, ergibt sich auch eine Vorstellung von Zusammenhängen.
Dann kam das Mittagessen. Es wurde angeregt diskutiert. Gelacht. Noch mehr diskutiert. Allerdings auf Tschechisch. Ich verstand kein Wort. „Die reden über ihre Geschichten“, sagte Ondřej.

Ich nickte. Das ist schon mal nicht schlecht, dachte ich. Wenn beim Mittagessen über den Inhalt der Werkstatt gesprochen wird, ist das immer ein gutes Zeichen.
Danach: Speed-Dating. Okay, das ist vielleicht ein etwas schräger Titel für eine literarische Übung. Aber wenn das Prinzip nun mal so ist, darf man die Dinge beim Namen nennen. Die Aufgabe bestand darin, sich in Zweiergruppen über mögliche Verbindungen zwischen den jeweiligen Geschichten auszutauschen.

Lasst euch ruhig etwas Verrücktes einfallen“, sagten wir der Gruppe. „Es ist euer Roman, ihr müsst niemandes Regeln befolgen.“
Wir stoppten die Zeit. Immer zehn Minuten. Dann Wechsel. Partnerwechsel, wenn man so will. Oder: Geschichtenwechsel. So ging das zwei Mal. Ein drittes Mal.
Dann plötzlich: Rufe quer durch den Raum. Eine Schülerin vom Tisch rechts vorne rief etwas zu den beiden Mitschüler*innen am Tisch rechts hinten. Von dort wurde zurückgerufen. Dann ging’s von links hinten grade weiter. Wieder quer durch den Raum. Allgemeines Gelächter. Wieder Rufe. Gegenrufe. Alles auf Tschechisch, natürlich.
„Herr Rau, wir müssen die Übung beenden und alle an einen Tisch“, sagte dann eine Schülerin.
Ich hatte nichts einzuwenden.

Tja, und was dann folgte, hat mich ehrlich gesagt sprachlos gemacht. Ich sah, wie die Diskussion, die ohnehin schon hitzig begonnen hatte, noch mehr Fahrt aufnahm. Es wurde immer aufgeregter diskutiert, immer mehr gelacht, es wurde begeistert dazwischen gerufen und in die Hände geklatscht. Ich verstand kein Wort, aber ich verstand, dass da etwas geschah. Anfangs dachte ich noch, das wird gleich wieder vorbei sein, wenn sich die offensichtlich strittigen Fragen geklärt haben.
Es war aber nicht gleich wieder vorbei. Eine halbe Stunde ging vorbei. Eine Stunde.

Ondřej und ich verließen den Raum und setzten uns in die Cafeteria des Goethe-Instituts. Eineinhalb Stunden. Hin und wieder kam eine Schülerin oder ein Schüler aus unserem Raum, um auf die Toilette zu gehen. Ansonsten waren von dort aber nur die aufgeregten Stimmen und das Gelächter zu hören. Dann, nach zwei Stunden: „Herr Špaček, Herr Rau, jetzt können Sie wieder reinkommen, dann stellen wir Ihnen unseren Roman vor.
Und das taten sie dann. Eine halbe Stunde lang, in einer wilden Mischung aus Deutsch und Tschechisch, dröselten sie ihren komplett durchdachten und von unzähligen Zusammenhängen durchzogenen Roman auf. Zeigten uns Stammbäume und Schaubilder, eine Zeitachse, die vom fünfzehnten Jahrhundert bis zum Jahr 2030 reichte.

Am Ende waren wir wie erschlagen. Wir alle. Die Schülerinnen und Schüler, weil sie sich zusammengerechnet über drei Stunden die Köpfe zerbrochen und heiß geredet hatten. Ondřej und ich, weil wir um Fassung rangen.
Was, bitteschön, war da grade eben geschehen?

Ich will verflucht sein, wenn ich behaupte zu wissen, was diese Dynamik ausgelöst hat. Aber ich werde noch lange von dem Gefühl zehren, das sie bei mir hinterlassen hat.
Wir haben an diesem gestrigen ersten Tag unserer zweiten Werkstatt mehr geschafft, als wir uns für beide Tage insgesamt erhofft hatten. Und heute, am Tag danach, sind die Schüler*innen voller Motivation ins Schreiben eingestiegen.
Ich kann nun nicht behaupten, dass wir damit schon am Ziel all unseres Tuns angekommen wären. Romane müssen nicht nur erdacht, sondern auch geschrieben werden, und das ist eben eine anstrengende, manchmal auch frustrierende und langwierige Tätigkeit. Doch ganz egal, was jetzt folgt und wie die einzelnen Kapitel am Ende aussehen werden, hat jede*r Einzelne erlebt, wozu eine Gruppe in der Lage ist, wenn alle für ein paar Augenblicke jede Vorsicht und jede Zurückhaltung beiseite lassen und einfach mal drauflos spinnen.

Mir als Workshopleiter hat all dies vor allem zwei Dinge vor Augen geführt:
  1. Es lohnt sich, diese ersten Momente der Ratlosigkeit auszuhalten und ihnen auch Raum zu geben. Natürlich ist die Situation ungewohnt, gemeinsam an einem kreativen literarischen Produkt zu arbeiten. Man gibt immer eine Menge von sich preis, wenn man Geschichten schreibt. Und wenn das schon einsam im stillen Kämmerlein zu Verunsicherung führt, wie ist es dann erst, wenn eine ganze Gruppe von Mitstreiter*innen dranhängt?
  2. Zum Ideensammeln und Schreiben gehört immer auch eine Portion Magie. Eine Energie, die aus dem Moment heraus entsteht, die man vielleicht begünstigen, niemals aber herbeizwingen kann.
Auch diesmal fahre ich mit einem guten Gefühl von Prag nach Stuttgart zurück.  Ondřej Špaček und ich sind uns nach diesen zwei Tagen einig in der Einschätzung, dass wir weit mehr erreicht haben, als wir uns noch gestern Morgen erhofft hatten. Ein großer Dank geht an die Schülerinnen und Schüler der Gruppe, die sich auf uns und unsere Methoden eingelassen haben. Ein ebenso großer Dank geht ans Goethe-Institut in Prag, speziell an Thomas Freundorfer, der uns wieder hervorragend begleitet und versorgt hat.

Ich bin gespannt, was in den nächsten Wochen sein wird, wenn die Gruppe selbständig weiterarbeitet und wir über die Ferne in losem Kontakt stehen. Im April jedenfalls wollen wir dann beim dritten und letzten Weltenschreiber-Treffen in Prag einen Roman vollenden. Ich freue mich drauf.

Tilman Rau
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1. Schreibwerkstatt vom 18.-23.11.2019

  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    Schreibwerkstatt in Prag
  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Tilman Rau
    Tagebücher der Teilnehmer*innen
  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Tilman Rau
    Schreibwerkstatt in Prag
  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Tilman Rau
    Schreibwerkstatt in Prag
  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    Schreibwerkstatt in Prag
  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    Schreibwerkstatt in Prag
  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    Schreibwerkstatt in Prag
  • Schreibwerkstatt in Prag Foto: Ondřej Besperát
    Schreibwerkstatt in Prag
Von Beginn an war unser Ziel, mit der Gruppe einen gemeinsamen Roman zu schreiben. Idealerweise soll der Roman in Prag spielen und die Lebenswirklichkeit der Teilnehmer*innen wie auch die der Stadt zeigen. Gleichwohl stand fest, dass wir sehr offen in die Werkstatt starten wollten. Das heißt, die Gruppe sollte die Möglichkeit bekommen, die Form selbst zu wählen, auch wenn unsere Vorarbeit in Richtung Roman wies.

Wir hatten bereits im Vorfeld einen recht detaillierten Plan aufgestellt. Zwar wollten wir der Werkstatt und der Gruppe maximalen Raum zur Entfaltung geben, andererseits hielten wir es für wichtig, auf ein Ziel hinzuarbeiten. Denn erstens waren wir durch die allgemeine Präsentation der Ergebnisse der Schulprojektwoche ein Stück weit in Zugzwang, zweitens gehen wir davon aus, dass die Schüler für den weiteren Verlauf zusätzlich motiviert sind, wenn sie bereits beim ersten Treffen ein richtiges Erfolgserlebnis haben. Diese Annahme hat sich auch bestätigt.

Die erste Woche war in fünf Phasen aufgeteilt. Wichtig für die Planung war, dass wir die Werkstatt an zwei sehr unterschiedlichen Orten durchführen. Die ersten drei Tage waren wir im Goethe-Institut zu Gast. Das hatte nicht nur den Vorteil, dass die Schüler*innen aus ihrer gewohnten Schul- und Lernumgebung herausgenommen waren und sich ganz auf die Werkstatt konzentrieren konnten, unabhängig von Pausenzeiten und Schulhofkontakten mit Mitschüler*innen, die sich mit ganz anderen Projektinhalten beschäftigten. Die ersten Tage im Goethe-Institut bedeuteten für uns auch, dass wir mitten im Stadtzentrum waren und so einige Übungen machen konnten, die die Stadt zum Thema hatten oder sie zumindest eine Rolle spielen ließen.

Phase 1: Impulse, Inspiration und Ideen

Hier ging es erst einmal darum, verschiedene Methoden kennenzulernen, wie man schnell ins Schreiben kommen und auch Texte generieren kann, die präsentabel sind. Wichtig war, dass es nach fast jeder Übung Vorleserunden und Präsentationen in der kleinen Gruppe gab, aber noch keine Textdiskussionen. Es gab auch Übungsformen, bei denen eine Präsentation ausdrücklich ausgeschlossen war, um den Schreibprozess nicht (negativ) zu beeinflussen, etwa beim automatischen Schreiben, beim 7-Minuten-Schreiben oder bei assoziativen Ketten. Die Betonung dieser ersten Phase lag auf dem Spielerischen, sowohl in der Produktion als auch im Umgang mit dem Geschriebenen. Erst allmählich gewannen die Texte an Tiefe und an Wichtigkeit beziehungsweise konnten später auch als Grundlage für Folgetexte dienen.

Phase 2: Planung des Projekts

Zunächst gab es seitens der Schüler*innen große Skepsis gegenüber unserer Idee, einen gemeinsamen Roman zu verfassen. Wie sollen denn bitte sehr neun Personen mit so unterschiedlichen Vorstellungen, Stilen und – nicht zuletzt – Sprachniveaus an einem gemeinsamen Produkt arbeiten?
Mit diesen Vorbehalten hatten wir gerechnet. Wir konnten die (meisten) Bedenken zerstreuen und die Gruppe nach und nach für unsere Idee gewinnen. Allerdings stand dann immer noch die Frage nach dem Inhalt im Raum. Hier gingen wir mehrstufig vor. Zunächst musste sich jede*r Schüler*in selbst eine Idee überlegen, dann ging es in drei Dreiergruppen weiter. Darin wurden die Einzelkonzepte diskutiert und ein gemeinsames Konzept entwickelt, das eine einzelne Idee aufgriff oder sich aus mehreren Ideen zusammensetzte.

Spätestens hier begann die Gruppe Feuer zu fangen. Es wurden eifrig Ideen entwickelt und teilweise sehr engagiert vertreten. An der Umsetzung der Romanidee werden wir bei unserem zweiten Treffen im Februar arbeiten und bereits im Januar per E‑Mail, angeleitet durch Ondřej Špaček, darauf hinarbeiten.

Phase 3: Textarbeit

Parallel zur Projektentwicklung arbeiteten die Schüler*innen an den Texten und Ideen, die in der ersten Wochenhälfte entstanden waren. Sie wählten die aus ihrer Sicht gelungenen und interessanten Texte aus, tippten sie ab und begannen, sie zu überarbeiten. Dazu führten Ondřej Špaček und ich Einzelgespräche.

Phase 4: Präsentationsvorbereitung

Alle Schüler*innen wählten Texte aus, die sie am letzten Tag präsentieren würden. Zwar waren wir grundsätzlich frei von Vorgaben, doch mussten wir berücksichtigen, dass die Präsentation im Rahmen eines Gesamtkontextes stattfinden würde.

Präsentation

Am 23. November 2019, einem Samstag, fand am Thomas-Mann-Gymnasium in Prag die Präsentation unserer Werkstatt-Zwischenergebnisse statt. Der Rahmen war die Gesamtpräsentation der Projektwoche an der Schule. Fast alle Klassenräume waren entsprechend gestaltet, es gab immer wieder Vorführungen. Unsere Lesungen waren auf 14:30 und 15:15 Uhr terminiert. Dazwischen nahmen viele Besucher*innen die Möglichkeit wahr, die im Raum ausgelegten Texte zu begutachten und zu lesen. Es waren immer Schüler*innen im Raum, die die Entstehung erklären und Fragen beantworten konnten. Bereits während der Präsentation bekamen wir sehr viel positives Feedback und die Gruppe hatte allen Grund, stolz auf das Erreichte zu sein.
 

Tagebuchauszüge der Teilnehmer*innen

 „Mein Morgen fing ätzend früh an. Ich habe meine Tasche gepackt und bin mit Mutti und meinem kleinen Bruder Richtung Schule gefahren. Auf dem Weg hat mich Mutti bei Kobylisy abgesetzt und ich bin mit der Straßenbahn Richtung Goethe-Institut gefahren. Wir haben uns mit einem Schriftsteller namens Tilman Rau getroffen. Er ist nett. Wir haben dann losgelegt. Wir haben über Schwerelosigkeit geschrieben, dann gingen wir raus in die Kälte. Es war draußen richtig kalt, aber wir haben es geschafft, ein Paar Stichpunkte über einen Platz zu schreiben. Um 12 Uhr hatten wir Mittagessen. Nach dem guten Mittagessen haben wir Variationen geschrieben. Jetzt schreiben wir Tagebücher.“
Ellen
 
„Ich war sehr nervös am ersten Morgen, weil ich nicht wusste, was ich erwarten soll. Dann war das Problem, dass ich zu spät gekommen bin, was mich noch mehr nervös gemacht hat. Aber danach war es super. Ich finde es toll, wenn wir eine Übung bekommen, aber immer in unserem Stil schreiben dürfen und unsere Ideen nutzen können. Ich hatte Probleme, als wir draußen waren und die Menschen und Gebäude beschreiben sollten, wie ich nie die richtigen Wörter auf Deutsch finden konnte. Aber sonst war es toll und ich freue mich sehr darauf, mehr zu schreiben.“

Zuzana
 
„Der heutige Tag war wirklich inspirierend. Am meisten hat mir die Cut‑up‑Methode gefallen. Ich habe endlich mal wieder kreative Laune. Schon jetzt freue ich mich auf morgen.“

Kristina
 
„Ich wusste gar nicht, was ich erwarten sollte. Heute haben wir schon viele Übungen gemacht, die uns etwas gegeben haben. Alles war interessant, es war etwas komplett Neues, was ich nie zuvor gemacht habe. Wenn wir zum Beispiel einen Platz beschreiben mussten, habe ich viele neue Details bemerkt, die ich noch nie gesehen hatte. Oder wenn wir zwei Menschen beschreiben sollten, habe ich deren Mimik beobachtet.“

Alice
 
„Heute Morgen habe ich mich gefreut. Warum? Keine Ahnung. Ich denke einfach, weil ich schreiben wollte. An meiner Geschichte. Als wir dann mit einem 7‑Minuten‑Thema angefangen haben, war dies ein sehr interessantes Thema, als Übung fand ich es okay. Und dann wurde es noch viel interessanter. Wir sind dann zum Nationaltheater gegangen, um die Gegend zu beschreiben. Später haben wir aus einer anderen Perspektive über eine Kurzgeschichte eine eigene Kurzgeschichte geschrieben. Jetzt schreibe ich dieses Tagebuch zu Ende.“

Alex

„Heute hatte ich eine gute Laune, im U-Bahn habe ich meine Lieblingsmusik gehört und während des Tages viele Sachen gelernt. Ich liebe die Aufgaben draußen, es macht mir Spaß, so zu arbeiten. Ich kann alle meine Ideen und Geschichten selbst erleben. Nur heute – mit meinem Text über Žofín bin ich nicht so recht zufrieden –bemerke ich, welche konkreten Sachen ich nächstes Mal besser machen könnte, aber sonst habe ich diesen Tag sehr genossen.“
Daniela
 
„Heute haben wir viele interessante Aktivitäten gemacht. Für mich war die beste (und die anstrengendste) Aktivität die, bei der wir 30 Minuten nur schreiben mussten. Ich hoffe, dass niemand es nach mir lesen wird. Dann machten wir Übungen im Sich-Selbst-Beschreiben, die waren auch schön. Ich würde gern mehr Übungen draußen machen.“

Max

 „Heute war das Beste das 30-Minuten-Schreiben. Ich fand es gut, weil ich alle meine Gedanken mitteilen konnte. Ich denke sehr viel, deshalb möchte ich es auch allein so machen, weil es sehr gut für meinen Kopf ist. Auch wenn er ein paar Minuten leer ist. Die Beschreibungen waren nicht schlecht, aber diese Übung war besser.“
Karin
 
„Heute war es noch interessanter als gestern. Wir haben „automatisches Schreiben“ geübt. Die Aufgabe war, 30 Minuten lang zu schreiben, worüber wir gerade nachdenken. Das fand ich super, weil ich nicht wusste, wie und worüber ich schreiben soll. Ich habe entdeckt, dass ich kürzere Sätze geschrieben habe. Die zweite Übung war draußen: Wir haben über uns geschrieben, wie uns jemand von außen sieht und was er oder sie denkt. Wir waren fast eine Stunde allein, man konnte gut nachdenken. Zu dieser Beschreibung habe ich noch eine kurze Geschichte verfasst und war zufrieden. Beide Übungen würde ich gern noch einmal machen.“

Alice
 
„Heute war es auch sehr interessant. Wir haben das „automatische Scheiben“ geübt. Ich fand es wirklich gut. Obwohl mir meine Hand wehgetan hat, will ich es nochmals machen. Am Anfang wusste ich nicht, worüber ich schreiben soll. Dann war es aber gut und ich hatte viele Ideen.“

Adéla
 
„Heute war ein großer Tag. Wir haben viel gemacht. Erst haben wir einen Traum und einen fiktiven Traum geschrieben, dann hatten wir wieder eine 30‑Minuten‑Aufgabe. Später haben wir uns Ideen zu einem Superbuch ausgedacht, in dem wir unsere Vorstellungen aufgeschrieben haben. In unserer Gruppe versuchten wir alle Geschichten zu kombinieren. Es hat viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, auf welche Ideen wir morgen kommen.“

Alex
 
„Mir macht diese Woche wirklich Spaß. Mir hat es hier im Goethe-Institut sehr gut gefallen und ich finde es ziemlich schade, dass wir ab morgen wieder in der Schule sind. Jedenfalls freue ich mich darauf, dass wir unsere Ideen austauschen und etwas Gemeinsames vorbereiten.“

Kristina
 
„Ich war heute mehr müde als an den anderen Tagen und konnte mich am Anfang nicht konzentrieren. Ich hatte Probleme, über die Träume zu schreiben. Der Spaziergang hat mir sehr geholfen. Ich habe mir meine eigene Welt ausgedacht und Details ausgemalt, aber es war kein gutes Thema, bei dem die anderen ihre Ideen mitschreiben könnten. Aber es war okay, weil Karin eine sehr gute Idee hatte, die ich mag und ich freue mich, daran mitzuschreiben. Ich habe zu viele Möglichkeiten, was ich schreiben könnte, und kann mich nicht entscheiden.“

Zuzana
 
„Heute war ein anstrengender Tag. Wir haben unsere Träume beschrieben und haben wieder eine halbe Stunde nichts anderes gemacht als schreiben. Wir haben ununterbrochen geschrieben. Wir haben langsam angefangen, unsere Ideen für einen gemeinsamen Roman zu sammeln, was aus meiner Sicht ganz lustig war.“

Ellen
 
„Heute haben wir viel über unsere Ideen für unsere gemeinsame Geschichte gesprochen. Ich denke, dass das Wichtigste ist, dass jede*r von uns eine Chance bekommt, etwas zu schreiben. Dann haben wir alle entschieden, welche Texte wir am Samstag präsentieren möchten.“

Max
 


Was Schüler*innen und Lehrer*innen am Weltenschreiber-Projekt interessiert

ONDŘEJ Špaček (lehrer)

„Das Projekt bietet eine ganz andere Möglichkeit, mit den Jugendlichen zu arbeiten. Man kann konzentriert und gezielt „nur“ die Schreibkompetenzen und Kreativität der Schüler*innen entwickeln, wofür es im täglichen Schulunterricht leider nicht so viel Zeit gibt. Und ich werde sicherlich auch neue Sachen und Methoden lernen, die ich später verwenden kann.“

Teilnehmer*innen

„Ich habe kein Lieblingsbuch und keinen Lieblingsautor, aber es gefallen mir die Märchen der Gebrüder Grimm und ‚Die Leiden des jungen Werthers‘ von Johann Wolfgang von Goethe.“
Bradáčová Adéla, 17 Jahre

„Ich liebe Science-Fiction und mein Ziel ist es, eine richtig spannende Geschichte zu schreiben.“
Alexander Richard Hein, 16 Jahre

„Ich möchte meine Grammatik in Deutsch verbessern und die Struktur des Textes lernen.“
Alice Franzová, 16 Jahre

„Ich möchte Tipps für die Schriftsteller*innentätigkeit sammeln, um meine bis jetzt unverwirklichten Ideen und Themen zu realisieren.“
Daniela Rudyjová, 17 Jahre

„Ich würde gern lernen, das mehrfache Benutzen der gleichen Wörter zu vermeiden.“
Ellen Marie Gröning, 15 Jahre

„Ich schreibe am liebsten Gedichte, aber würde sehr gern auch etwas anderes ausprobieren.“ 
Kristina Havlíková, 16 Jahre

„Ich möchte meine Schreibfähigkeiten und meine Vorstellungskraft verbessern.“
Maxmilián Chlumský, 16 Jahre

„Ich schreibe gern Märchen oder Erzählungen, in denen ich die Geschichte ändern kann, wie ich will.“
Zuzana Čapková, 16 Jahre 
 

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