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Schreibwerkstätten für Jugendliche
Schreibwerkstatt Riga
mit Pierre Jarawan

Meine ursprünglich für den Zeitraum 29. März bis 03. April 2020 geplante Reise nach Riga musste aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen abgesagt werden. Dadurch fand der zweite Workshopteil online, vom 18.-22. Juni 2020, über Zoom statt.

Ergebnisse der Schreibwerkstätten

2. Schreibwerkstatt vom 18.-22.06.2020

Aufgabenstellung durch Pierre Jarawan über "Padlet" in der interaktiven digitalen Schreibwerkstatt© Goethe-Institut

Meine ursprünglich für den Zeitraum 29. März bis 03. April 2020 geplante Reise nach Riga musste aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen abgesagt werden. Dadurch fand der zweite Workshopteil online über Zoom statt. Der Ersatztermin hierfür war die Woche 18.-22. Juni 2020.

Parallel dazu wurde auf padlet.com ein Arbeitsraum eingerichtet, den wir bereits im ersten Teil der Werkstatt nutzten. Dort wurden die erstellten Texte hochgeladen und Aufgabenstellungen für die „Hausaufgaben“ kommuniziert. Darüber hinaus konnten die Schülerinnen ihre Texte dort gegenseitig kommentieren.

Wir trafen uns täglich von 9-11 Uhr über Zoom. Aufgrund meiner Erfahrungen aus vorangegangenen Onlinewerkstätten war klar, dass die Dauer von 2 Stunden nicht überschritten werden sollte. In diesen zwei Stunden legten wir den Fokus auf kleine, intensive Schreibübungen und endeten mit einer größeren Schreibaufgabe, welche die Schülerinnen am Nachmittag zu erledigen hatten. Die Ergebnisse dieser Aufgaben besprachen wir dann am kommenden Tag, machten neue Schreibaufgaben, und endeten dann mit einer neuen Aufgabe.
 
Beispiel für eine der Online-Übungen, die „live“ auf Zoom durchgeführt wurden:

Sinnliches Schreiben
Schaue aus deinem Fenster. Beobachte, was draußen passiert. Schreibe einen kurzen Text, in dem du uns beschreibst, was du gesehen, gehört, gerochen oder gefühlt hast. Du kannst bspw. ein Blatt beschreiben, das im Wind tanzt. Ganz egal. Verwende mindestens 3 der 5 Sinne (sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken). Wichtig: Schreibe nicht „ich“ in deinem Text. Also: schreibe nicht „ich sehe ein Blatt, das im Wind tanzt …“, sondern versuche, es anders zu sagen. Zum Beispiel: „Draußen tanzt ein Blatt im Wind“.

Für Übungen dieser Art bekamen die Schülerinnen rund 25 Minuten Zeit. Dabei durften sie Ton und Bild bei Zoom ausschalten. Als alle mit den Ergebnissen zurückkehrten, machten wir uns an das Vorlesen der Texte und anschließend an eine ausführliche Feedbackrunde. Die umfangreicheren Nachmittagsaufgaben wurden von den Schülerinnen selbstständig bei Padlet hochgeladen, und konnten so am nächsten Tag von allen eingesehen und mitgelesen werden.

Alles in allem hat die Arbeit über Zoom gut funktioniert. Durch das Homeschooling waren die Schülerinnen bereits mit dem Programm vertraut. Das Vorlesen und Feedbackgeben funktionierte durchaus gut. Natürlich konnte dieser 2. Teil die Vorteile einer Präsenzwerkstatt mit persönlichem Austausch nicht ersetzen, der Umstieg auf Online entpuppte sich jedoch als durchaus brauchbarer und fruchtbarer Kompromiss.
 
Das lag auch an der großen Einsatzbereitschaft der Schülerinnen. Die Gruppe war hochmotiviert.

Für unsere Art des Schreibens war die Taktung im Tagesrythmus durchaus gut und förderlich. Hätten wir längere Texte verfasst, wäre ein Rhythmus von 2x/Woche vielleicht eher ratsam gewesen, um den Schülerinnen mehr Zeit einzuräumen, doch in unserem Fall war das nicht nötig, und mein Eindruck war, dass die Dichte der Termine zudem zu einem guten Gruppengefühl beitrug.

Ausblick:
In Absprache mit Herrn Soklakov und Frau Wahl werden wir in den kommenden Wochen den Entwurf für die Rigaer Publikation finalisieren. Hierbei werden wir eine Art „Best Of“ inkludieren, und nicht alle im Projekt verfassten Texte.

Frau Wahl (Goethe-Institut) und Herr Soklakov (Lehrer) halten zudem an der Idee fest, im Herbst eine Live-Veranstaltung im Goethe-Institut Riga durchzuführen – ein Vorhaben, das ich absolut unterstützenswert finde. Ich werde dieser Veranstaltung entweder persönlich beiwohnen, wenn mein Zeitplan und die Lage es zulassen oder ich werde online zugeschaltet werden.

von ​Pierre Jarawan



 


1. Schreibwerkstatt vom 23.-26.10.2019

  • Schreibwerkstatt in Riga Foto: Sonja Hanbuch © Goethe-Institut
    Konzentriertes Schreiben während der Arbeitsphase
  • Schreibwerkstatt in Riga Foto: Sonja Hanbuch © Goethe-Institut
    Textproduktion während des Workshops
  • Schreibwerkstatt in Riga Foto: Sonja Hanbuch © Goethe-Institut
    In den Straßen von Riga lernten die Teilnehmerinnen, einen atmosphärischen Text zu schreiben
  • Schreibwerkstatt in Riga Foto (Ausschnitt): Sonja Hanbuch © Goethe-Institut
    In den Straßen von Riga lernten die Teilnehmerinnen, einen atmosphärischen Text zu schreiben
  • Schreibwerkstatt in Riga Foto: Sonja Hanbuch © Goethe-Institut
    die Teilnehmerinnen mit dem Workshopleiter und Autor Pierre Jarawan (links) sowie dem Begleitehrer Kirils Soklakovs

Seit Herbst 2019 gibt es das erfolgreich in Deutschland etablierte Projekt „Weltenschreiber“ auch in Lettland. Das Konzept, bei dem die Schüler und ihre Lehrer zusammen mit einem renommierten Schriftsteller an literarischen Texten jeglicher Art arbeiten, existiert bereits seit mehreren Jahren in Deutschland und erfreut sich dort großer Beliebtheit. Nun wurde das Konzept auf sieben osteuropäische Länder erweitert, darunter auch Lettland.

Am ersten Tag lag das Hauptaugenmerk auf dem gegenseitigen Kennenlernen, die Schüler*innen stellten sich einander nach kurzen Gesprächen mit Texten vor, die in der Ich-Perspektive geschrieben waren. Danach wurden Wünsche und Vorstellungen für das Projekt gesammelt, und es wurden erste Schreibübungen gemacht, zum Thema: „atmosphärisches / sinnliches Schreiben“. Auf Wunsch der Schüler*innen wurde zudem über die Struktur literarischer Texte gesprochen und diskutiert.

Es wurden unterschiedliche Herangehensweisen an das Schreiben erprobt, das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem kreativem Schreiben. Auf Wunsch der Schüler*innen wurde auch das Thema „eine Literaturkritik schreiben“ behandelt. Hierzu waren die Schüler*innen aufgefordert, sich Buchtitel auszudenken, zu diesen Titeln dann eine fiktive Geschichte und zur fiktiven Geschichte eine fiktive Kritik zu verfassen, die eingehend besprochen wurde.

Am letzten Workshop-Tag stand das Thema „Lyrik“ auf dem Programm. Die Schüler*innen schrieben – in Anlehnung an Ottos Mops – Texte, in denen nur ein Vokal vorkommen durfte. Anschließend wurde ein Goethe-Gedicht zerschnitten und zu einem neuen Gedicht zusammengesetzt.

In einer Umfrage kam dann heraus, dass die Schüler*innen sich künftig gern mit dem Thema „Zukunft“ in ihren Texten beschäftigen würden.

von Pierre Jarawan
 
Am 23. Oktober 2019 trafen sich in den gemütlichen Räumen des Gothe-Instituts Riga fünf literaturbegeisterte Schülerinnen aus der Rigaer J.G. Herder-Schule Grizinkalns, der 3. Mittelschule Daugavpils und dem Klassischen Gymnasium Riga, um zusammen an literarischen Texten zu arbeiten. Die Leitung der Veranstaltung übernahm der in München lebende Bestseller-Autor Pierre Jarawan. Zusammen verfassten die Schülerinnen mehrere Texte unterschiedlichster Gattungen und präsentiert diese auch während des Workshops. Hauptinspirationsquelle waren dabei nicht nur die Atmosphäre der Rigaer Altstadt, sondern auch vielfältige Impulse des deutschen Autors.

Insgesamt dauerte der Workshop vier Tage, wobei die letzte Sitzung in den Räumen der J.G. Herder-Schule Grizinkalns in Riga stattfand. Während des Workshops entstand bereits eine Sammlung von unterschiedlichsten Texten zu allen möglichen Themen und in einer Vielzahl von Techniken. Aber damit ist noch keineswegs Schluss! Auf die Teilnehmerinnen des Workshops wartet nun eine Online-Phase, die vom Deutschlehrer der J.G. Herder-Schule Grizinkalns, Kirils Soklakovs, betreut wird. Im Frühjahr folgt dann eine weitere Präsenzphase mit Pierre Jarawan, in der die Teilnehmerinnen die bereits entstandene Texte redigieren, umarbeiten oder vervollständigen werden. Danach erfolgt eine öffentliche Präsentation der entstandenen Werke.

Das Projekt schließt im Sommer 2020 mit einer größeren Veranstaltung, bei der die jungen lettischen Autorinnen auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus anderen Ländern treffen und ihre Werke kreativ miteinander austauschen werden. Die Teilnahme lettischer Schülerinnen an dem Projekt „Weltenschreiber“ wird durch das Goethe-Institut Riga unterstützt. Dieses Jahr machen drei Schulen den Anfang.

von Kirils Soklakovs, Begleitlehrer „Weltenschreiber“ Lettland
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