Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Schreibwerkstätten für Jugendliche
Schreibwerkstatt Samara
mit Nicol Ljubic

Wegen des Corona-Virus‘ war es nicht möglich, den zweiten Teil der Schreibwerkstatt vor Ort in Samara zu veranstalten. Die Reise war für den 16.-20.3.20 geplant, wurde aber kurzfristig abgesagt. Um den Schülerinnen und Schüler trotzdem ein Angebot zu machen, entstand die Idee einer Online-Schreibwerkstatt. Vom Goethe-Institut in Moskau kam der Vorschlag, das Tool Moodle als virtuellen Arbeitsraum zu nutzen. 

Ergebnisse der Schreibwerkstätten
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Wer bin ich?
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Schreibwerkstatt in Samara
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Schreibwerkstatt in Samara
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Unsere Lieblingsplätze inspirieren uns
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Lieblingsplätze bringen uns zum Träumen
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    So fühlen sich Schriftsteller*innen
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Der Autor Nicol Ljubic
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Konzentrationsphase
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Eine Chance sich neu kennenzulernen
  • Schreibwerkstatt in Samara © Maksim Bubnov
    Emotionen

Online-Schreibwerkstatt vom 06.–10. April 2020

von Nicol Ljubic

Wegen des Corona-Virus‘ war es mir nicht möglich, den zweiten Teil der Schreibwerkstatt vor Ort in Samara zu veranstalten. Die Reise war für den 16.-20.3.20 geplant, wurde aber kurzfristig abgesagt. Um den Schülerinnen und Schüler trotzdem ein Angebot zu machen, entstand die Idee einer Online-Schreibwerkstatt. Vom Goethe-Institut in Moskau kam der Vorschlag, das Tool Moodle als virtuellen Arbeitsraum zu nutzen. In Rücksprache mit Alla Maximova wurde klar, dass für die Schülerinnen und Schüler ein einwöchiger Kurs am sinnvollsten sei, weil sich einige von ihnen auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten müssen, die im Mai und Juni stattfinden. In der Woche, in der die Online-Schreibwerkstatt startete, begann für die Schülerinnen und Schüler auch zum ersten Mal ein regulärer Online-Unterricht, weil das Gymnasium 1 den Präsenzunterricht eingestellt hat, für alle Beteiligten (Schüler sowie Lehrer) war es eine völlig neue Situation, mit der noch niemand an der Schule zuvor Erfahrung gemacht hatte. Auch für mich war es das erste Mal, dass ich eine Schreibwerkstatt online veranstaltet habe.
 
An jedem der fünf Wochentage wurde vormittags eine Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler freigeschaltet. Sie hatten Zeit bis zum nächsten Tag, um mir ihre Texte zu schicken. Der Arbeitsaufwand sollte bei etwa 60 Minuten am Tag liegen.
 
Eine online-Schreibwerkstatt ist kein Ersatz für eine Schreibwerkstatt vor Ort. Die Möglichkeit, präsent zu sein, auf Schüler einzugehen, mit ihnen zu diskutieren, Texte vorzulesen, ihnen von Angesicht zu Angesicht Dinge zu erklären und unmittelbar Hilfestellung zu geben, ist leider virtuell nicht gegeben. Und letztlich lebt eine Schreibwerkstatt von dieser Möglichkeit des Austausches. Als Pflichtveranstaltung hätte der Online Kurs nicht funktioniert, aber er war ein gutes Angebot an die Schüler und so sollten sie es auch wahrnehmen. Ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben diese Möglichkeit auch in Anspruch genommen und wirklich sehr schöne Texte geschrieben.


Eindrücke von der ersten Schreibwerkstatt vom 14.–18. Oktober 2019

Vom 14. bis zum 18. Oktober 2019 fand die erste Schreibwerksatt in Samara statt. Zusammen mit Deutsch-Schüler*innen der Klassen 9 bis 11 führte der Berliner Autor Nicol Ljubić eine Schreibwerkstatt im Rahmen des Exzellenzprojektes „Weltenschreiber“ durch. Die Weltenschreiber-Werkstätten finden in sieben Städten Osteuropas mit sieben deutschen Autor*innen statt und sind ein Kooperationsprojekt des Goethe-Instituts mit der Robert-Bosch-Stiftung. 

In der ersten Woche haben alle Schüler*innen einen längeren Text über ihren Lieblingsort in Samara geschrieben und mehrere kürzere Texte als Ergebnis der Schreibübungen. 

Was mich am meisten freut: Fast alle der Schüler*innen haben den Mut gefunden, Geschichten zu schreiben und sich auf das Schreiben einzulassen. Die anfängliche Schüchternheit haben sie schnell abgelegt. Nur einige von ihnen hatten vorher schon literarische Geschichten geschrieben, sie aber bislang noch nie einem Publikum präsentiert.

Ich musste anfangs lernen, das richtige Zeitmaß zu finden und den Schüler*innen etwas mehr Zeit für das Schreiben ihrer Texte zu geben, als ich es an deutschen Schulen gewohnt bin. Viele von ihnen nutzen während des Schreibens das Smartphone als Übersetzungshilfe. 
 
Positives Feedback bekam ich auch von Alla Maximova und der stellvertretenden Direktorin, mit denen ich ein Abschlussgespräch geführt habe. Die Direktorin bedankte sich für die Schreibwerkstatt und äußerte den Willen, diese Form des kreativen Schreibens zukünftig allen Schüler*innen – auch den nicht deutschsprachigen – in Form eines Kurses anzubieten.  

von Nicol Ljubic
 


Was mich am Weltenschreiber-Projekt interessiert

Alla Maximova (lehrerin)

Ziel des Projekts ist es, junge Menschen für das literarische Schreiben zu begeistern und einen Rahmen zu bieten, in dem die Schüler*innen ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Ljubić ist es wichtig, das Augenmerk nicht auf die grammatikalischen beziehungsweise Rechtschreibkenntnisse der Schüler*innen zu legen, sondern auf die Ideen und Fantasie. So bietet er in einer entspannten, aber produktiven Atmosphäre Raum für kreatives Schreiben.

Innerhalb dieser Woche haben die Schüler*innen verschiedene Aufgaben bearbeitet. Beispielsweise durften sie Geschichten über ihre persönlichen Lieblingsplätze in Samara schreiben. Bei einer gemeinsamen Stadttour, die die Schüler selbst vorbereiteten, wurden einige dieser Plätze besichtigt. Durch verschiedene kleinere Übungen wurden die Schüler*innen auf das Schreiben dieses Aufsatzes im Vorhinein vorbereitet.

Auch die Schwierigkeit, nicht in der eigenen Muttersprache zu schreiben, hat die Schüler*innen nicht aufgehalten. Es sind tolle Geschichten entstanden, die am Ende der Woche von Nicol Ljubić vorgelesen wurden. Es entstand der Eindruck, dass die Schüler*innen selbst von ihren teilweise spannenden oder auch tiefgründigen Geschichten überrascht waren.

Das Projekt ist noch nicht abschlossen und wird im März 2020 bei einem weiteren Besuch von Nicol Ljubić fortgeführt.

Teilnehmer*innen

„Das war eine schöne Chance, mich und meine Gefühle auf Papier auszudrücken, und das schätze ich wirklich sehr.“
Arina

„Solche Erfahrungen kann man im gewöhnlichen Unterricht nur selten bekommen, auch im Literaturunterricht nicht. Das war eine Chance, sich von einer anderen Seite zeigen zu können. Das half nicht nur wertvolle Kenntnisse zu erwerben, sondern auch die kreative Seite des Lebens kennenzulernen.“
Kirill

„Als Nicol unsere Geschichten vorgelesen hat, war ich einfach begeistert, wie fantasiereich meine Freund*innen sind. Jede*r hat eine eigene, besondere Schreibweise gefunden.“
Timur
 
„Eine Woche – vierzehn zauberhafte Geschichten! Das war wie ein Märchen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Interessantes auf Deutsch geschrieben!“

Sonja

„Ziemlich schwierig war es, den ersten Satz zu schreiben, dann entwickelte sich meine Geschichte von selbst und ich konnte kaum zum Ende kommen. Das war wunderbar!“
Ksenja

 

Top