Deutscher Fußballbotschafter Auszeichnung für Jürgen Klinsmann

Weltenbummler und Fußballbotschafter Klinsmann
Weltenbummler und Fußballbotschafter Klinsmann | Foto: Nathan Forget

Ob als Spieler in England, ob als Bundestrainer während des Sommermärchens 2006 oder in seiner Eigenschaft als Nationalcoach der USA – Jürgen Klinsmann ist stets ein besonderer Botschafter des Fußballs. Dafür ist er jetzt ausgezeichnet worden. Und auch das Publikum hat seinen Liebling gekürt.

Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. Die Weisheiten von Sepp Herberger sind nicht nur legendär, sondern auch schlicht. Vor allem aber stimmen sie. Dasselbe gilt für die nur vordergründig banal wirkende Erkenntnis, dass Sport verbindet und der Fußball Brücken bauen kann. Deshalb kommt dem Engagement von deutschen Trainern und Spielern im Ausland eine besondere Bedeutung zu. Während ihrer internationalen Einsätze repräsentieren die Trainer und Spieler ihr Heimatland. Zudem nehmen sie als Vorbilder und Image-Träger Einfluss auf das positive Ansehen Deutschlands. Ihren Einsatz zu würdigen ist das Anliegen der Initiative Deutscher Fußball Botschafter, die einmal im Jahr den gleichnamigen Titel verleiht. Das Goethe-Institut ist Partner der Initiative.



Neben dem Hauptpreisträger wurden am Dienstag zwei weitere Persönlichkeiten des deutschen Fußballs mit dem Ehren- beziehungsweise dem Publikumspreis gewürdigt. Der Hauptpreis, der am Dienstag im Auswärtigen Amt in Berlin verliehen wurde, ging an Jürgen Klinsmann. Selbst wenn es damals noch nicht zum Weltmeistertitel gereicht hat, ist das sprichwörtliche Sommermärchen des Jahres 2006 noch heute unvergessen. Bei dieser sehr emotionalen Weltmeisterschaft präsentierte sich Deutschland als weltoffener und sympathischer Gastgeber. Klinsmann war als Bundestrainer damals eine zentrale Figur. Zuvor hatte er als Spieler bei Inter Mailand, AS Monaco, Tottenham Hotspur, Sampdoria Genua und Orange Country gastiert. Bereits während dieser Zeit war er als Botschafter des Fußballs unterwegs und prägte das Bild von Fußball-Deutschland in der Welt. In England gilt Klinsmann bis heute als „Legende“, 1995 wurde er zum Spieler des Jahres gewählt.

Seit Mitte 2011 ist Jürgen Klinsmann Nationaltrainer der USA. Sein bisher größter Erfolg in den USA ist der Sieg des Concacaf Gold Cup im Juli 2013 und das Erreichen des Achtelfinales bei der WM 2014. Der Fußball hat in den USA neues Ansehen gewonnen und gilt als aufstrebender Sport.



Mit seinem Preisgeld unterstützt Jürgen Klinsmann, Trainer der US-Nationalmannschaft, das Soccer for Success-Programm, ein kostenloses außerschulisches Projekt, das Fußball als Werkzeug verwendet, um Kinder auf Gesundheitsprobleme und Jugendkriminalität aufmerksam zu machen und ihnen gleichzeitig eine gesunde Lebensweise näherzubringen.

Der Publikumspreis ging in diesem Jahr an Mesut Özil. Zur Wahl standen neun deutsche Fußballspieler und zwei Fußballspielerinnen, die sich im Ausland durch sportliche Erfolge auszeichnen und zum Ansehen von Deutschland beitragen. Özil setzte sich bei der Online-Abstimmung knapp gegen Miroslav Klose und Toni Kroos durch. Über 30.000 User nahmen an der Wahl teil.



Als Spielmacher bei Arsenal FC hat Özil eine tragende Rolle im Team. Nach seinem spektakulären Wechsel von Real Madrid im Herbst 2013 löste er in London geradezu eine „Özil-Hysterie“ aus. Seit 2015 setzt der Fußball-Weltmeister mit seiner eigenen Özil-Foundation ein Zeichen und unterstützt vor allem Kinder und Jugendliche in verschiedenen Ländern.

Außerdem verlieh die Initiative in diesem Jahr wieder einen Ehrenpreis. Ausgezeichnet wurde damit Thomas Hitzlsperger für sein außergewöhnliches sportliches und gesellschaftliches Engagement. Die Auszeichnung erfülle ihn mit großem Stolz, sagte Hitzlsperger. „Sie ist zugleich Ansporn, auch in Zukunft die Ideen und Werte des deutschen Fußballs im Ausland zu transportieren. Der Gedankenaustausch auf meinen Stationen im Ausland war von unschätzbarem Wert.“



Hitzlsperger war als aktiver Spieler unter anderem für Aston Villa, Lazio Rom und West Ham United aktiv. Abseits des Platzes setzt sich der ehemalige deutsche Nationalspieler gegen Homophobie im Sport ein, unterstützt soziale Projekte in Europa sowie Afrika und ist als Journalist gegen Rassismus, Antisemitismus und rechtsextreme Gewalt aktiv.

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