Radiobrücke Καλημερα, hier spricht Athen!

Blick auf Athen: Griechische Mythen und ihr Wahrheitsgehalt
Blick auf Athen: Griechische Mythen und ihr Wahrheitsgehalt | Foto: Piet Theisohn

Wie bestimmt die Krise den Alltag der Menschen in Athen? Welche Stimmung herrscht dort vor den Neuwahlen? Hoffnung? Resignation? Und was bedeutet das für die Kulturszene des Landes? Radioeins und das Goethe-Institut gehen diesen Fragen nach – und schlagen eine Radiobrücke nach Griechenland.

Bis Donnerstag, 17. September, sendet der RBB-Kanal Radioeins live aus dem Innenhof-Café des Goethe-Instituts in Athen. Die Reporterinnen und Reporter werden Interviews führen und mit ihren Audiobeiträgen und Kurzvideos täglich aktuell über das Leben in der griechischen Hauptstadt berichten. Athens Kulturszene scheint der Krise auf den ersten Blick erfolgreich zu trotzen, aber wie genau wirkt sich die ökonomische Talfahrt tatsächlich auf Künstler und ihre Arbeit aus?

Bereits im April berichteten zwei Reporterinnen von Radio Eins mit Unterstützung des Bereichs Film, Fernsehen und Hörfunk des Goethe-Instituts aus der griechischen Hauptstadt. Stimmungsbilder aus dem Taxi, die griechische Sicht auf Deutschland und die Lage der Flüchtlinge am Mittelmeer waren Themen der Reportagen.

Auch diesmal stehen die Menschen im Mittelpunkt. Radioeins-Reporter werden Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Griechen und deren vielfältige Verbindungen zu Deutschland geben. Berichtet wird über das nächtliche Clubleben und darüber, wie sich allen Wechselfällen zum Trotz eine neue, junge Kulturszene etabliert, die sich in Performances, Aktionen, Rembetiko-Musik oder Graffitikunst äußert. Außerdem werden „griechische Mythen“ auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht: Wie viele Griechen zahlen wirklich keine Steuern? Sind griechischen Renten tatsächlich höher als deutsche? Und wie viel Griechenland gehört den Griechen noch nach der Privatisierungswelle?

Zudem ist die aktuelle Flüchtlingsproblematik in Europa Thema, von der Griechenland als Mittelmeer-Anrainer in besonderer Weise gefordert ist. Radioeins-Moderatorin Nancy Fischer diskutiert mit prominenten Musikern und Künstlern, Geschäftsleuten, Politikern und Straßenbekanntschaften über Wege aus der Krise. Im Innenhofcafé des Goethe-Instituts werden außerdem Athener Musiker Gelegenheit zu Kurzauftritten bekommen – unter anderem die Band Locomondo mit einer Reggae-Version des Udo-Jürgens-Klassikers Griechischer Wein.

Das Goethe-Institut Athen, übrigens die älteste Auslands-Filiale des Instituts, wird bei dieser Kooperation mit Radioeins zugleich Gastgeber und Sendestudio sein, ein Ort für Interviews und Live-Musik, für Gespräche zwischen Griechen und Deutschen. Insgesamt werden vier Sendungen ausgestrahlt, täglich von 16 bis 19 Uhr. Der Bereich Film, Fernsehen und Hörfunk, der das Projekt angestoßen hat, begleitet das Programm mit Blogeinträgen, Fotos und Videos auf der Website des Goethe-Instituts. Folgen Sie hierfür bitte den Kommentaren unter diesem Artikel!

Im Raum Berlin und Brandenburg können Hörer vier Tage über das Radio miterleben, wie es sich für die Menschen in Griechenland anfühlt, in der Krise vor täglich neuen Herausforderungen zu stehen. Das Programm ist aber auch weltweit per Livestream zu empfangen.

Die erste Radiobrücke fand übrigens im Vorfeld der Fußball-WM im Herbst 2013 in der brasilianischen Metropole São Paulo statt.

-db-