„Erfinderland Deutschland“ Das Pferd und der Gurkensalat

Indonesische Schüler lernen das Erfinderland Deutschland kennen
Indonesische Schüler lernen das Erfinderland Deutschland kennen | Foto: Ramos Pane

Ob Auto, Fernseher oder Computer – deutsche Ideen verändern die Welt. Das Goethe-Institut widmet ihnen nun eine eigene Tourneeausstellung. Den Anfang macht Jakarta. Von Sigrid Savelsberg

Nein, es stimmt schon: Das Pferd ist keine deutsche Erfindung. Dennoch ist es erstaunlich präsent in der Tourneeausstellung Erfinderland Deutschland – Baukasten Forschung. Der Grund dafür sind kuriose Zitate bekannter Personen, die in die diversen Sparten wie Mobilität oder Kommunikation einführen. So hat Kaiser Wilhelm II. beispielsweise eine recht interessante Einschätzung zur Zukunft eines gewissen Fortbewegungsmittels von sich gegeben: „Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd.“ Aus heutiger Sicht eine gewagt These; aber hinterher, auch das ist keine neue Erkenntnis, weiß man es immer besser.

Aber auch bei einem Durchbruch im Bereich der Telekommunikation spielte das Pferd eine Rolle – wenn auch nur eine Nebenrolle. Am 26. Oktober 1861 stellte Johann Philipp Reis dem Physikalischen Verein in Frankfurt am Main den ersten Prototypen eines Telefons vor. Und die ersten Sätze, die Reis in den Telefonhörer sprach lauteten: „Die Sonne ist von Kupfer“ und „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“.

Halt, Einspruch! Damals gab es ja noch gar keine Hörer, in die man zugleich auch sprechen konnte. Aber wie war das denn damals überhaupt mit den ersten Telefonen? Und wie funktioniert das Telefon überhaupt? All diese Fragen werden selbstverständlich in Erfinderland Deutschland beantwortet.

Die Ausstellung, die das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft auf die Beine gestellt hat, zeigt bahnbrechende Erfindungen aus Deutschland. Im Fokus stehen dabei sowohl historische Entdeckungen als auch zukunftsweisende Innovationen aus den Bereichen Informatik, Energie, Kommunikation, Mobilität, Medizin, Optik und Material.

Auf interaktive Weise werden die Besucher dabei auch über den Studien- und Forschungsstandort Deutschland informiert. Zu jedem Bereich gehören fünf bis sechs Exponate, die erklärt und mit Bildern veranschaulicht werden. Oft denken Nachwuchswissenschaftler nicht in erster Linie an Deutschland, wenn sie sich für ein Stipendium bewerben oder einen Forschungsaufenthalt planen. Sprachhürden oder fehlende Kenntnisse über Möglichkeiten und Angebote sind die Gründe.

Im Rahmen der Deutschen Saison wird die Wanderausstellung nun erstmals in Indonesien gezeigt, bevor sie für mehrere Jahre in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika mit dem Goethe-Institut auf Tournee geht. Unter den ersten Stationen sind Irland, Schweden und Dänemark.