Pop Up Pavillon Gewebe der Zukunft

Eine Performance der Künstlergruppe Dundu
Eine Performance der Künstlergruppe Dundu | Foto: Marcin Oliva Soto

Durchblick in Breslau: Auf dem Plac Nowy Targ der Europäischen Kulturhauptstadt 2016 ist der gläserne „Goethe-Institut Pop Up Pavillon“ eingeweiht worden. Über 50 internationale Künstlerinnen und Künstler treten in diesem Kultur-Quader bis zum 10. Juli auf. Auch, um 25 Jahre deutsch-polnische Nachbarschaft zu feiern.

„Raum für Schönheit“ lautet das Leitmotiv, das sich Breslau als Kulturhauptstadt 2016 gegeben hat. Die niederschlesische Metropole sei „eine Stadt der Begegnung, die eine vielschichtige Geschichte hat, eine Stadt mit einem mitteleuropäischen Gewebe der Zukunft“, schwärmte Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, bei der Eröffnung des „Pop Up Pavillons“ auf dem zentralen Marktplatz.

Dieser Plac Nowy Targ spiegelt mit seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, dem Wiederaufbau im Stil des Sozialismus und der gegenwärtigen Überschreibung mit zeitgemäßer Architektur die wechselvolle Historie Wroclaws.

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, mit dem Kabarettisten Steffen Möller bei der Eröffnung des Pop Up Pavillons. Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, mit dem Kabarettisten Steffen Möller bei der Eröffnung des Pop Up Pavillons. | Foto: Marcin Oliva Soto Das 25-jährige Jubiläum des Nachbarschaftsvertrags zwischen Polen und Deutschland, das ebenfalls ins Kulturhauptstadtjahr fällt, sei „Ansporn, den kostbaren Schatz unserer guten Beziehungen auch in der Zukunft besonders zu hüten und zu pflegen und uns deshalb auch durch aktuelle Entwicklungen nicht irritieren zu lassen“, so Lehmann.

Der vollständig verglaste Quader misst 7x3x3 Meter und ist Bühne und Treffpunkt, Labor und Ausstellungsraum. „Wir wollten anlässlich der Kulturhauptstadt Breslau 2016 kein einzelnes Event organisieren, sondern einen gänzlich neuen Ort schaffen, der mit den Einwohnern Breslaus und mit dem städtischem Raum in Interaktion tritt. Daher die Idee mit dem gläsernen Pavillon. Weil er sich in die Stadt einfügt, diese spiegelt, geschlossen und offen zugleich ist. Alle sehen, was sich in dem gläsernen Raum ereignet, und mit Hilfe von Kopfhörern können Gespräche und Diskussionen, Konzerte und Performances mitverfolgt werden“, erklärt Daniel Göpfert, Institutsleiter des Goethe-Instituts Krakau.

Der Eröffnungsabend am 22. April bot gleich die erste Gelegenheit zum gesellschaftspolitischen Brückenschlag zwischen den Ländern, die vor gemeinsamen Herausforderungen stehen: Die Berliner Schriftstellerin Olga Grjasnowa und der polnische Publizist Filip Springer diskutierten über das Thema „Flüchtige Identität“.

Zum Fotoalbum auf Facebook Zum Fotoalbum auf Facebook Über 50 vorwiegend polnische und deutsche Künstlerinnen und Künstler werden den „Pop Up Pavillon“ bis zum 10. Juli bespielen. Die „Musikkonstruktionsmaschine“ von Niklas Roy verwandelt ihn in eine dadaistisch anmutende Riesenspieluhr. Das mit Licht und Puppen spielende Stuttgarter Ensemble DUNDU tritt am Eröffnungswochenende auf. Die Berliner Formation StratoFyzika gastiert mit einer Tanzperformance.

Bis zum Sommer wird sich der Pavillon über das Thema „Identität(en)“ hinaus den Feldern „Urbane Utopien“ sowie „Spieltrieb!“ widmen.

Von Patrick Wildermann