African Futures Wie geht es von hier aus weiter?

Keziah Jones, Singer-Songwriter aus Nigeria, beim Dreh seines Musikvideos „Afronewave“ auf Lagos Island.
Keziah Jones, Singer-Songwriter aus Nigeria, beim Dreh seines Musikvideos „Afronewave“ auf Lagos Island. | Foto: Andrew Dosunmu

Fragen in die Zukunft: Auf den African Futures Festivals, die im Oktober 2015 gleichzeitig in Johannesburg, Lagos und Nairobi stattfanden, imaginierten afrikanische Künstlerinnen, Akademiker und Kulturschaffende ihren Kontinent von morgen. Eine Ausstellung dazu ist bis 7. August bei SAVVY Contemporary in Berlin zu sehen. Dort wurde nun das Buch zum Projekt vorgestellt, das die diskutierten Fragen der Festivals fortführt. Wir zeigen einen Vorab-Blick in die Zukunftsentwürfe der Autoren.


African Futures African Futures | Credit: Kerber Verlag Das Buch „African Futures – thinking about the future through word and image“, herausgegeben von Lien Heidenreich-Seleme und Sean O’Toole, folgt der gleichen Logik wie das Programm der Festivals: Die Inhalte sind in vier Kapitel unterteilt, die jeweils mit einer Frage zusammengefasst sind.

Neben Aufsätzen widmet sich das Buch den Zukunftsvisionen in Kurzgeschichten, Graphic Novels, Fotoessays und Zitaten von Schriftstellerinnen, Künstlern und Denkerinnen, von denen viele während der African Futures Festivals vorgetragen wurden.
 
Autoren sind unter anderem Achille Mbembe, Ntone Edjabe, Jean-Pierre Bekolo, Sherif Adel, Pamela Phatsumo Sunstrum, Raimi Gbadamosi, Tegan Bristow, Jonathan Dotse, Wanuri Kahiu und Thenjiwe Niki Nkosi.

Frage 1: Wie schreiben wir über die Zukunft?

Die Schriftstellerin Lauren Beukes (Südafrika) beschäftigt sich neben dem Herausgeber des Literaturmagazins „Chimurenga“, Ntone Edjabe (Kamerun/Südafrika), oder dem Künstler, Filmemacher und Musiker Jim Chuchu (Kenia) mit Erzählstrategien afrikanischer Zukunftsvisionen. Jonathan Dotse, Autor und Blogger in Accra/Ghana, reflektiert in seinem Beitrag auch die erzählerische Rolle von Technologie, zum Beispiel Virtual Realities.

„Nothing is settled …“: Das Buch greift Statements des Festivals auf, hier Achille Mbembe in Johannesburg. „Nothing is settled …“: Das Buch greift Statements des Festivals auf, hier Achille Mbembe in Johannesburg. | Credit: Kerber Verlag
„Future-past anonymous African deities“: Fotografien von Jim Chuchu über die Bedeutung zeitgenössischer afrikanischer Träume und Träumer „Future-past anonymous African deities“: Fotografien von Jim Chuchu über die Bedeutung zeitgenössischer afrikanischer Träume und Träumer | Credit: Jim Chuchu, Kerber Verlag
Jelili Atiku, Kill Not This Country (Maanifesito II), Performance, Broad Street auf Lagos Island während des Festivals, 31. Oktober 2015 Jelili Atiku, Kill Not This Country (Maanifesito II), Performance, Broad Street auf Lagos Island während des Festivals, 31. Oktober 2015 | Credit: Jelili Atiku, Kerber Verlag
Frage 2: Wo beginnen wir, wenn wir über afrikanische Zukunftsentwürfe sprechen?

Von der Chronologie und Geschichte des Futurismus handeln unter anderem die Arbeiten des Fotografen Kiluanji Kia Henda (Angola/Portugal), der Multimedia-Künstlerin Pamela Phatsimo Sunstrum (Botswana/Südafrika) sowie der Künstlerin und Illustratorin Milumbe Haimbe (Sambia).

Kiluanji Kia Henda, Serie „Homem Novo (New Man)“, 2010–13, Performance zu „Redefining the Power“ Kiluanji Kia Henda, Serie „Homem Novo (New Man)“, 2010–13, Performance zu „Redefining the Power“ | Credit: Kiluanji Kia Henda, Kerber Verlag
Pamela Phatsimo Sunstrum, Beacon, 2015, Installation, VANSA Gallery, Johannesburg, 25. November 2015 – 15. Januar 2016 Pamela Phatsimo Sunstrum, Beacon, 2015, Installation, VANSA Gallery, Johannesburg, 25. November 2015 – 15. Januar 2016 | Credit: Pamela Phatsimo Sunstrum, Kerber Verlag
Frage 3: Wie wird Technologie die Zukunft in Afrika beeinflussen?

In diesem Kapitel setzt sich das Elektromusik-Kollektiv Batuk (Mosambik/Südafrika) mit traditioneller und elektronischer Musik des Kontinents auseinander und die Designerin Selly Raby Kane (Senegal) zeigt ihre Avantgarde-Mode.

Selly Raby Kane’s Herbst-/Winterkollektion 2015 „Birds of Dakar“ Selly Raby Kane’s Herbst-/Winterkollektion 2015 „Birds of Dakar“ | Credit: Selly Raby Kane, Kerber Verlag
Rowan Smith, links: „Extensions of the Universe, 2007, acrylic on board, cane, imbuia, maple, African rosewood and iroko, dimensions variable“, rechts: „384,403 Kilometres, 2009, moon dust simulant, brass plate, Perspex, 32 × 32 × 16 cm“ Rowan Smith, links: „Extensions of the Universe, 2007, acrylic on board, cane, imbuia, maple, African rosewood and iroko, dimensions variable“, rechts: „384,403 Kilometres, 2009, moon dust simulant, brass plate, Perspex, 32 × 32 × 16 cm“ | Credit: Rowan Smith, Kerber Verlag
Frage 4: Wie geht es nun weiter?

Der Philosoph und Autor Achille Mbembe (Kamerun/Südafrika) schreibt von geopolitischen Veränderungen auf dem Kontinent im 21. Jahrhundert und greift altbekannte Narrative aus der Vergangenheit auf. Die Künstlerin Thenjiwe Niki Nkosi (Südafrika) schreibt über „Radical Sharing“. Und der Grafikdesigner und Comic-Zeichner Ibrahim Ganiyu (Nigeria) zeigt einen Graphic Novel über eine fiktive afrikanische Nation im Jahr 2076.

Auszug aus dem Graphic Novel „Nwadie“ von Ibrahim Ganiyu, der seit 2015 entsteht. Auszug aus dem Graphic Novel „Nwadie“ von Ibrahim Ganiyu, der seit 2015 entsteht. | Credit: Ibrahim Ganiyu, Kerber Verlag