Ausstellung und Kulturprogramm Teheran-Sammlung erstmals in Berlin

Vaziri Moghadam: Scratches on the Earth
Vaziri Moghadam: Scratches on the Earth | © Teheran Sammlung

Nach 40 Jahren im Verborgenen wird die einzigartige moderne Kunstsammlung des Iran erstmals im Ausland gezeigt. Ab 18. Dezember 2016 gibt die Nationalgalerie der Staatlichen Museen Einblicke in die Sammlung des Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst. Das Goethe-Institut organisiert das Rahmenprogramm der Ausstellung.

Nach 40 Jahren im Verborgenen wird die einzigartige moderne Kunstsammlung des Iran erstmals im Ausland gezeigt. Ab 18. Dezember 2016 gibt die Nationalgalerie der Staatlichen Museen Einblicke in die Sammlung des Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst. Das Goethe-Institut organisiert das Rahmenprogramm der Ausstellung.

Neue Einblicke in ein vielschichtiges Land

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bezeichnete das Ausstellungsprojekt bei einem Gespräch am 6. September in der Villa von der Heydt als bedeutsame Geste der kulturpolitischen Diplomatie und einen Höhepunkt im Berliner Ausstellungskalender. Parzinger sagte, er wünsche sich, dass die Ausstellung und das vom Goethe-Institut organisierte Rahmenprogramm auch dazu beitragen mögen, die Zivilgesellschaft im Iran zu stärken.

Der Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert: „Das Rahmenprogramm stellt die Sammlung aus Teheran in einen zeitgenössischen Kontext und nimmt die heutige iranische Kulturszene in den Blick. Die intensive Begegnung, der offene Diskurs und die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen, für die das Goethe-Institut mit seiner Arbeit im Ausland steht, bieten dem Berliner Publikum neue Einblicke in ein vielschichtiges Land.”

Teheran Sammlung: Westliche Kunst trifft iranische Moderne

Aufgebaut wurde die Sammlung für das neugegründete und 1977 eröffnete Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst unter dem zweiten Schah der Pahlavi-Dynastie. Seit der Islamischen Revolution 1979 waren die Werke westlicher Kunst vor Ort wenig und im Ausland nur vereinzelt zu sehen. Nun verlassen sie erstmals als Sammlung den Iran. Als erste internationale Institution präsentiert die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin diese besondere Sammlung der Öffentlichkeit.

Die Ausstellung zeigt rund 60 herausragende Werke US-amerikanischer und europäischer Kunst unter anderem von Jackson Pollock, Mark Rothko und Francis Bacon, gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern der iranischen Moderne, darunter Faramarz Pilaram, Mohsen Vaziri Moghadam und Behjat Sadr. So soll der künstlerische Dialog, der im Zentrum der Sammlung steht, in der Berliner Ausstellung sichtbar werden. Das Publikum erhält damit die seltene Möglichkeit, wichtige Positionen der iranischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kennenzulernen.

Aktuelle Kunst aus dem Iran

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung organisiert das Goethe-Institut in enger Kooperation mit der Berlinale, dem CTM-Festival, der Freien Universität und weiteren Partnern. Ziel ist es, die Werke der Sammlung kulturell und historisch zu kontextualisieren, ein überraschendes Bild der heutigen iranischen Kulturszenen zu zeigen und Räume der kulturellen Zusammenarbeit zu schaffen.

Positionen aus Bildender Kunst, Film, Musik, Literatur, Theater und Philosophie machen Perspektiven und Grenzen künstlerischen Schaffens im Iran deutlich. Hausbesuche bei iranischen Familien bringen Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Teheran mit deutschen Teilnehmenden in den Dialog. Ein philosophisches Programm fragt nach dem Konzept der Moderne im westlichen und iranischen Diskurs. Und eine Reihe von Konzerten bringt traditionelle Klänge von Santoor, Setar und Daf mit Sounds der iranischen Elektronikszene zusammen.

Der Vorverkauf zur Ausstellung hat begonnen. Tickets und Führungen in Deutsch und Englisch sind ab sofort online buchbar.