Umweltbotschafter Chinesische Schüler für Nachhaltigkeit

Schülerinnen und Schüler mit der YEAAEP Umwelttasche.
Schülerinnen und Schüler mit der YEAAEP Umwelttasche. | Foto: Li Yinjun © Goethe-Institut e.V./China

Mit Mehrfachstäbchen und Jutebeutel für den Umweltschutz: Um Wald-, Klima- und Ressourceneffizienz geht es in einem neuen Projekt des Goethe-Instituts und der Volkswagen AG, das sich an Schülerinnen und Schüler in China richtet. Von Ning Wang, Peking

Maos Lieblingsgericht war geschmorter Schweinebauch. Egal ob Bauchschwarte oder als Hack in Maultaschen, Schweinefleisch ist in China so beliebt, dass der Preis allein im vergangenen Jahr um rund 50 Prozent gestiegen ist.

Auch das ist ein Zeichen des sich rapide entwickelnden Wohlstands in China, wo inzwischen die zahlenmäßig größte Mittelschicht der Welt lebt. Einmal im Wohlstand angekommen, gehört es dazu, Fleisch zu essen, ein eigenes Auto zu fahren und mindestens einmal im Jahr zu verreisen. Nicht nur die Industrie trägt damit erheblich zum Ressourcenverbrauch in China bei, sondern auch die Angehörigen der Mittelschicht.

Unterrichtsmaterial und Postkarten mit Umwelttipps Unterrichtsmaterial und Postkarten mit Umwelttipps | Foto: Li Yinjun © Goethe-Institut e.V./China Botschafter für die Natur

Die Folgen des gestiegenen Konsums sind in Chinas Metropolen täglich zu erleben: Smog und Müllberge gehören zum Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner. Wald, Klima- und Ressourceneffizienz sind die Kernthemen der Initiative „Youth Environment Ambassador Action & Education Program“, die das Goethe-Institut im Rahmen von „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) gemeinsam mit Volkswagen Investment China an 24 der rund 80 vom Goethe-Institut betreuten Partnerschulen durchführt. In den kommenden Monaten wird das Projekt in 14 weiteren chinesischen Städten stattfinden. Ziel ist es, eine nachhaltige Sensibilisierung für den Umwelt- und Naturschutz zu erreichen.

„Das Umweltbewusstsein ist in China stark ausgeprägt. Die Reinheit von Luft und Wasser betrifft schließlich alle, ebenso die Entscheider in der Politik“, sagt Prof. Dr. Jochem Heizmann, Mitglied des Vorstands der Volkswagen Aktiengesellschaft sowie Präsident und CEO von Volkswagen Group China. „Ich bin mir sicher, dass in China alles dafür getan wird, die Umweltbelastung weiter zu reduzieren. Auch Volkswagen wird dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Und da der Wille zur Veränderung in Politik und Gesellschaft vorhanden ist, werden die Dinge hier auch schneller gehen als in anderen Regionen der Welt, davon bin ich überzeugt.“

Prof. Dr. Thomas Karl Fischer (Volkswagen Group China), Prof. Dr. Jochem Heizmann (Volkswagen Aktiengesellschaft/Volkswagen Group China), Dr. Marla Stukenberg (Goethe-Institut), Johannes Ebert (Generalsekretär des Goethe-Instituts), Daniela Clauß (Schirmherrin von YEAAP), Michael Clauß (Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in China), Dr. Clemens Treter (Goethe-Institut) Prof. Dr. Thomas Karl Fischer (Volkswagen Group China), Prof. Dr. Jochem Heizmann (Volkswagen Aktiengesellschaft/Volkswagen Group China), Dr. Marla Stukenberg (Goethe-Institut), Johannes Ebert (Generalsekretär des Goethe-Instituts), Daniela Clauß (Schirmherrin von YEAAP), Michael Clauß (Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in China), Dr. Clemens Treter (Goethe-Institut) | Foto: Li Yinjun © Goethe-Institut e.V./China Kinder erziehen ihre Eltern

Den Anfang der Initiative machte ein Pilotprojekt der Volkswagen AG mit Schülerinnen und Schülern der Urumqi No. 12 Mittelschule, die im Rahmen des Programms einen Waldlehrpfad gebaut haben. „Das Wichtigste ist, und das wird im Projekt sehr gut vermittelt, dass Umweltschutz immer bei einem Selbst beginnt“, so Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts. Die Mittelschule übernimmt daher auch die Patenschaft für andere Schulen in ihrer Region.

Die Begeisterung für das Thema ist den Jugendlichen anzusehen. „‚Aufessen!‘, sage ich meinen Eltern und Verwandten, wenn wir Essen gehen“, so Lü Wen-Xin. „Und wenn etwas übrig bleibt, dann lasse ich es einpacken“, so die 15-jährige resolut. Auf die Frage, ob sie nun umweltbewusster handelt als vorher, antwortet sie prompt: „Nein, ich habe schon immer so gedacht.“ „Mehrfachstäbchen verwenden“, fügt ihre Freundin Li Ao hinzu.

Postkarten mit Umwelttipps Postkarten mit Umwelttipps | © Goethe-Institut e.V./China Eine Erfahrung für das Leben

Zur Auftaktveranstaltung haben die Jugendlichen noch eine ganze Reihe von praktischen Umwelttipps an die Hand bekommen. Beim Zähneputzen den Wasserhahn abdrehen oder keine Plastiktüten beim Einkauf zu verwenden, steht ebenso auf der Liste wie ab und zu auf Fleisch zu verzichten.

Die Schirmherrschaft des Projekts übernahm Daniela Clauß, Ehefrau des deutschen Botschafters in Peking. Sie betont, wie wichtig Erfahrungen im internationalen Austausch sind: „Kinder, die so etwas erleben, können ein Leben lang davon zehren.“

Ning Wang arbeitet als Journalistin in China und schreibt für das Handelsblatt sowie den Tagesspiegel Berlin.