Fußball-Ehre Und der Botschafter ist...

Preisträger Miroslav Klose mit Sigmar Gabriel und Roland Bischof
Preisträger Miroslav Klose mit Sigmar Gabriel und Roland Bischof | Foto: Deutscher Fußballbotschafter

Fußball, denkt man, ist einfach: Das Runde muss ins Eckige. Stimmt. Und doch geht es um so viel mehr. Das führen uns regelmäßig Leute wie Horst Kriete, Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger vor. Deshalb sind sie jetzt auch Fußballbotschafter des Jahres 2017.

„Fußball ist deshalb spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht“, sagte dereinst Sepp Herberger. Und dasselbe gilt natürlich für Preisverleihungen. Am Dienstagabend war eine solche. Und inzwischen weiß man, wie sie ausgegangen ist: Die Sieger heißen Horst Kriete, Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger.

Den Umgang mit Botschaftern ist Außenminister Sigmar Gabriel, obwohl noch nicht lange im Amt, natürlich schon gewohnt. Die Botschafter, die der Politiker jetzt im Auswärtigen Amt auszeichnen durfte, waren allerdings schon etwas Besonderes. Denn: Die engagiertesten unter den deutschen Trainern und Fußballern im Ausland zu ehren, nicht weniger als das hat sich der Verein Deutscher Fußballbotschafter zum Ziel gesetzt. Auch das Goethe-Institut ist Partner der Initiative.



Die klingenderen Namen mögen die beiden anderen Preisträger haben, doch der ganz große Star an diesem Abend hieß Horst Kriete. Er ist der Deutsche Fußballbotschafter. Ihm wurde der Hauptpreis verliehen. Eigentlich ist Kriete schon seit 37 Jahren ein deutscher Fußballbotschafter, oder genauer gesagt: ein niedersächsischer. Das norddeutsche Idiom klingt stets auf sympathische Weise durch, wenn Kriete spricht, etwa über seine Tätigkeit für den südafrikanischen Fußballverband. Die sechs Jahre in Südafrika, das hört man sofort, waren eine besonders eindrückliche Lebens- und Berufsphase für den Trainer. Von 1997 bis 2002 war das. Lange her. Aber: „Die enge Verbundenheit zum südafrikanischen Fußballverband hat bis heute zu einer partnerschaftlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit geführt“, sagt Kriete. Besonders gut erinnert er sich an den Enthusiasmus und das Engagement, die ihm dort entgegenschlugen. Passenderweise wurde Kriete die Nominierungsurkunde für den Deutschen Fußballbotschafter in Pretoria übergeben.

Begonnen hat Krietes internationale Karriere in Nigeria, wo er über drei Jahre lang die Trainingsarbeit des dortigen Fußballverbands verantwortete. Dann ging es quer durch die Welt, Kriete arbeitete in Afrika, Asien und Mittelamerika. Er arbeitete als Trainer, bildete aber auch Trainer aus und war Berater, wo immer sein Rat gefragt war. Von 2004 bis 2009 war Kriete für den chinesischen Fußballverband aktiv, strukturierte hier die Jugend- sowie Trainerausbildung neu und trug erheblich zum sportlichen und kulturellen Austausch von Deutschland und China bei.



Im Vordergrund stand für ihn dabei nicht nur der Erfolg seiner jeweiligen Mannschaft, sondern das Bemühen, über den Fußball auch die gesellschaftliche Entwicklung im Gastland anzuschieben. In Südafrika etwa unterstützt Kriete das Projekt Youth Development through Football. Und genau dieses Engagement ist es, worum es der Initiative Deutscher Fußball Botschafter geht, die die Auszeichnung seit 2013 verleiht. Sie würdigt Trainer und Trainerinnen, aber auch Spieler und Spielerinnen, die durch ihr Auftreten im Ausland zum positiven Image von Deutschland in der Welt beitragen.

Wie zum Beispiel auch Miroslav Klose. Der Rekordtorjäger bekam in diesem Jahr den Ehrenpreis. Auf dem Platz stand Klose stets für Fair Play und Respekt, ein Sportsmann im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur bei deutschen Fans und Mitspielern machte sich der Fußballer sehr beliebt, durch sein Engagement bei Lazio Rom und in der Nationalmannschaft erspielte er sich auch weltweit die Sympathien und vermittelte zudem ein positives Deutschlandbild. Ein Beispiel: Bei einem Spiel von Lazio gegen den SSC Neapel gab Klose beim Stand 0:0 ein Tor per Hand zu, für ihn das „Normalste der Welt“.

Normal für ihn, besonders für die Jury des Deutschen Fußball Botschafters. Für die waren solche Begebenheiten noch ausschlaggebender als die außergewöhnliche sportliche Leistung Kloses: Vier Weltmeisterschaften, 137 Länderspiele, 71 Tore. So etwas nennt man Karriere. Mitte 2016 beendete Klose seine Spielerlaufbahn, heute ist der 38-Jährige für den DFB als Co-Trainer aktiv.



Den dritten Preisträger des Abends bestimmte nicht die Jury, sondern das Publikum. Vom ersten 1. März bis 25. April konnte online abgestimmt werden. Zur Auswahl standen – natürlich – elf Spielerinnen und Spieler. Und wie im richtigen Fußballleben: Nicht immer gewinnt, wer zur Halbzeit führt. Anfang April nämlich lag noch Lukas Podolski vorn, gefolgt von Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger. Am Ende gewann jedoch Schweinsteiger und machte das Trio der Fußballbotschafter komplett. Aktuell in den Diensten von Chicago Fire aktiv, konnte der Spieler an der Preisverleihung nicht teilnehmen, sendete jedoch eine Grußbotschaft aus den USA. „Fußball spiegelt national wie auch international ein Gefühl des Zusammenhaltes wider“, sagte er darin. „Fußball kennt nur eine Sprache: Gemeinsam sind wir im Team stark.“

Und damit zurück zu Sepp Herberger – für ein letztes Zitat: „Der Ball“, sagte die Trainerlegende, „ist unser Dolmetscher.“

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