„Afrika kommt!“ (I Wish I Could) Sprechen Sie Deutsch

Carolyne Kariuki aus Kenia
Carolyne Kariuki aus Kenia | Foto: Maike Klatt

Mit „Afrika kommt!“ riefen deutsche Unternehmen 2008 ein Austauschprogramm zur Weiterbildung von jungen Führungskräften aus Subsahara-Afrika ins Leben. Arbeitsabläufe und Managementmethoden sollen kennengelernt und langfristige Wirtschaftskooperationen geknüpft werden. Am Goethe-Institut in Bonn lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Deutsch.

„Made in Germany“ ist in Afrika sehr gefragt, „zumindest stehen industrielle und sonstige Erzeugnisse für gute Qualität und Nachhaltigkeit. Deren direkter Erwerb bleibt für viele Endverbraucher allerdings nur Wunschdenken“, erzählt Dominique Gnezele. Der Operations & Sales Manager aus Elfenbeinküste gehört zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von „Afrika kommt!“. Jedes Jahr bewerben sich rund 6.000 Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen innerhalb Afrikas für das Programm. Zum aktuellen Jahrgang gehören 13 Frauen und neun Männer. Sie stammen aus Angola, Botswana, Burundi, der Elfenbeinküste, Ghana, Kenia, Mali, Nigeria Uganda und Simbabwe. 

Offen gegenüber anderen Kulturen

In der Anfangsphase kamen die Kandidatinnen und Kandidaten jedes Jahr in Nairobi zusammen und lernten dort über zwei Monate im Goethe-Institut Deutsch, bevor sie zur Fortbildung bei den jeweiligen gastgebenden Firmen nach Deutschland fliegen konnten. Seit fünf Jahren findet der intensive Deutschunterricht am Goethe-Institut Bonn statt. Dort werden die Teilnehmer auf eine praxisnahe Kommunikation für die  Unternehmen vorbereitet.

Annesusanne Fackler, Leiterin des Goethe-Instituts in Bonn, fühlt sich durch diese Begegnung in Deutschland bereichert: „Wir haben hier Führungskräfte mit unterschiedlichem Niveau bekommen, die sehr intelligent und anderen Kulturen gegenüber offen sind. Sie sind hoch gebildet und gleichzeitig locker, deshalb wollen sie nicht nur Wissen aus Deutschland erlernen, sondern dieses auch ihren jeweiligen Ländern vermitteln.“
 
  • Annesusanne Fackler und die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Afrika kommt!, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Annesusanne Fackler und die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Afrika kommt!
  • Yolanda Pitso aus Botswana, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Yolanda Pitso aus Botswana
  • Ifeoluwa Oluwole aus Nigeria, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Ifeoluwa Oluwole aus Nigeria
  • Maurilio Mateus aus Angola, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Maurilio Mateus aus Angola
  • John Nikoi aus Ghana, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    John Nikoi aus Ghana
  • Kingsley Dompreh aus Ghana, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Kingsley Dompreh aus Ghana
  • Tanyaradzwa Marume aus Simbabwe, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Tanyaradzwa Marume aus Simbabwe
  • Farirai Mubvuma aus Simbabwe, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Farirai Mubvuma aus Simbabwe
  • Eugene Amarfio aus Ghana, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Eugene Amarfio aus Ghana
  • Simon Mwanzia aus Kenia, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Simon Mwanzia aus Kenia
  • Harriet Matuga aus Kenia, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Harriet Matuga aus Kenia
  • Aliou Keita aus Mali, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Aliou Keita aus Mali
  • Augusta Muhimpundu aus Burundi, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Augusta Muhimpundu aus Burundi
  • Lawrencia Quarshie aus Ghana, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Lawrencia Quarshie aus Ghana
  • Naseeba Bagalaaliwo aus Uganda, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Naseeba Bagalaaliwo aus Uganda
  • Dominique Gnezele von der Elfenbeinküste, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Dominique Gnezele von der Elfenbeinküste
  • Paul Akinola aus Nigeria, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Paul Akinola aus Nigeria
  • Michelle Ochieng aus Kenia, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Michelle Ochieng aus Kenia
  • Esther Ndambiri aus Kenia, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Esther Ndambiri aus Kenia
  • Annesusanne Fackler, Leiterin des Goethe-Instituts Bonn, mit Betty Nkonge aus Kenia und Gracey Boadu aus Ghana, Foto: Maike Klatt Foto: Maike Klatt
    Annesusanne Fackler, Leiterin des Goethe-Instituts Bonn, mit Betty Nkonge aus Kenia und Gracey Boadu aus Ghana

Insgesamt acht Monate verbringen die Fach- und Führungskräfte im Rahmen eines Praktikums in deutschen Unternehmen und Stiftungen. Drei internationale Management-Trainings der GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) ergänzen die Praxisphase in den Firmen und vermitteln theoretische und praktische Grundlagen in den Bereichen Projektmanagement, interkulturelle Kompetenzen, Konfliktmanagement und Leadership. Nach Abschluss des Programms kehren die Nachwuchsführungskräfte in ihre Heimatländer zurück und werden Teil des Alumni-Netzwerks.

Damit Afrika vorankommt

„Deutschland und seinen Menschen geht es besser, weil das Fundament seiner gesellschaftlichen Organisation auf Rechtsstaatlichkeit und sozio-ökonomischer Gleichheit fußt“, schwärmt der Marketing Communications-Spezialist Simon Mwanzia aus Kenia. Alle sind sich einig: „Der Erfolg der deutschen Wirtschaft ist eine Kombination von Arbeitseffizienz und lösungsorientierter Produktion.“ Diese Kultur und das Know-how werden sie am Ende der Fortbildung mit nach Hause nehmen, um in ihren Heimatländern vielleicht ein wenig bewegen zu können – damit Afrika durch diesen Austausch wirklich vorankommt.