Neueröffnung Goethe-Institut Oslo Ein Leuchtturm für die Kultur

Das neue Goethe-Institut in Oslo wird eingeweiht
Das neue Goethe-Institut in Oslo wird eingeweiht | Foto: Jan Khür

Am 10. Januar feierte das Goethe-Institut Norwegen mit rund 170 geladenen Gästen seine Neueröffnung. Bei der Einweihung in Oslo ging es auch um die internationale Kultur- und Bildungspolitik.

Mit Generalsekretär Johannes Ebert, Rebekka Borsch als Vertretung der norwegischen Kulturministerin, Alois Karl und Thomas Erndl vom Deutschen Bundestag, Architektin Bodil Reinhardsen, Schriftsteller Erik Fosnes Hansen und vielen mehr stand der Abend ganz im Zeichen der Einweihung des neuen Goethe-Instituts in Oslo. Jazzige Klänge des deutsch-norwegischen Trios Fly Magic untermalten den Abend musikalisch. Am Fluss Akerselva gelegen und zugleich zentral im Künstlerviertel Grünerløkka verortet, hat Reinhardsen hier mit viel Glas, Eiche, Rohstahl und geräumigen Arbeits-Inseln während des umfangreichen Umbaus auf rund 400 Quadratmetern ein Stück urbaner Büro-Kultur geschaffen.

Ein offener Raum für Begegnung

„Das neue Goethe-Institut soll ein offener Raum für Begegnung, Lernen, Lesen, Veranstaltungen und Diskussionen sein“, betonte Johannes Ebert in seiner Eröffnungsrede. Es gebe so viele Fragen, die ein Land allein nicht mehr lösen könne. „Diese müssen gemeinsam erörtert werden“, ist der Generalsekretär des Goethe-Instituts überzeugt. Besonders dankte Ebert den norwegischen Partnern  – etwa Institutionen, Festivals und Museen, die maßgeblich am Erfolg internationaler Kulturarbeit beteiligt sind. MdB Alois Karl verwies auch auf die finanzielle Seite gelungener Kulturarbeit: „Ohne Geld geht nichts“, machte er deutlich. „Wir versuchen, es gut und richtig zu investieren. Und dazu gehört Kulturpolitik.“

Nye Goethe-Institut Oslo skal være et åpent rom, fremhevet generalsekretær Johannes Ebert i sin åpningstale. Nye Goethe-Institut Oslo skal være et åpent rom, fremhevet generalsekretær Johannes Ebert i sin åpningstale. | Foto: ©Jan Khür

Brücken bauen

Institutsleiter Martin Bach und das gesamte Team des Goethe-Instituts Norwegen zeigten sich ebenso glücklich über den Einzug: „Wir freuen uns auf die Herausforderung, in der neuen Umgebung und Nachbarschaft Brücken zu bauen”, hob Bach hervor. „Hier werden wir nicht nur eine Außenstelle deutscher Kultur und Sprache sein, sondern ein Netzwerk von rund 150 Instituten, mit denen wir in Verbindung stehen, repräsentieren.“  

Instituttleder Martin Bach gleder seg til å bli kjent med Goethe-Institut Oslos nye naboer. Instituttleder Martin Bach gleder seg til å bli kjent med Goethe-Institut Oslos nye naboer. | Foto: ©Jan Khür

Deutsch-norwegische Beziehungen

Kurzweilig moderierte die in Berlin lebende, norwegische Autorin Erle Marie Sørheim das Programm und setzte dabei vor allem auf Dialog: „Was ist so wichtig an Kultur- und Bildungspolitik? Was reizt Sie am Thema?“, fragte sie zum Beispiel MdB Thomas Erndl. „Es geht darum, neugierig zu machen, sodass neue Beziehungen entstehen“, erläuterte Erndl, „und auch neue Generationen über die Landesgrenzen hinaus an dieses Verständnis heranzuführen.“ Vom deutschen Botschafter in Oslo, Alfred Grannas, wollte Sørheim schließlich wissen, was denn das Besondere an den deutsch-norwegischen Beziehungen sei. „Beide Länder haben, da die Weltordnungen unter Druck stehen, auf alle diese Dinge die gleiche Sicht, die gleiche Analyse und Vorgehensweise, wie man Probleme lösen soll“, so der Botschafter. Daraus ergebe sich ein großes Potential der Zusammenarbeit.

Erle Marie Sørheim i dialog med medlemmer av Forbundsdagen Thomas Erndl og Alois Karl (t.v.) samt ambassadør Alfred Grannas (t.h.). | Erle Marie Sørheim i dialog med medlemmer av Forbundsdagen Thomas Erndl og Alois Karl (t.v.) samt ambassadør Alfred Grannas (t.h.). | Foto: ©Jan Khür

Deutsch – „eine wunderbare Sprache“

Ansteckende Heiterkeit entfachte schließlich die Rede des in beiden Ländern bekannten Autors Erik Fosnes Hansen, der von den Schwierigkeiten für einen Norweger, korrekt Deutsch zu lernen, erzählte: „Warum in aller Welt hat diese Sprache Dativ und Akkusativ?“ Erst der Aufenthalt im Land habe ihn dann mit den grammatikalischen Fallgruben versöhnt: „Als ich mit 19 Jahren nach Deutschland kam, wurde mir plötzlich klar: Es ist ja eine wunderbare Sprache.“ Dem Goethe-Institut Norwegen wünschte er zu guter Letzt, weiter als Leuchtturm für Kultur zu wirken. „Wir brauchen das mehr als je zuvor.“

Im Mittelpunkt der Einweihungsfeier standen Begegnungen und Gespräche Im Mittelpunkt der Einweihungsfeier standen Begegnungen und Gespräche | Foto: Jan Khür