Tunesien Kämpfer gegen Homophobie

Badr Baabou
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Badr Baabou lebt in Tunis und engagiert sich als Mitbegründer und Präsident bei Damj. Der Verein tritt für Inklusion, Gerechtigkeit und Gleichheit von Minderheiten ein – und gegen Homophobie in Tunesien.

Seine Familie ahnt, dass er homosexuell ist, gesprochen wird aber nie darüber. Doch Badr Baabou versteckt sich deswegen nicht. Im Gegenteil. Ihm ist es wichtig, dass man sein Bild und seinen Namen als Aktivisten gegen Homophobie und Transphobie kennt, denn viele – zu viele – blieben in der Anonymität: „Ich habe keine Angst mehr. Unsere sexuelle Orientierung ist nur ein Aspekt, der uns als Menschen ausmacht. Früher oder später wird sich Homophobie auch gesellschaftlich erledigen.“ 

Dafür kämpft Badr Baabou in Tunesien seit 2002 – und dafür ist er zusammen mit 14 weiteren Aktivisten gegen Schwulen- und Transgenderfeindlichkeit aus der Region Nordafrika und dem Nahen Osten (MENA) der Einladung nach Deutschland seitens des Auswärtigen Amts und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung gefolgt. Ziel der Informationsreise ist es, sich auszutauschen, internationale Netzwerke zwischen LGBT-Organisationen (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) zu knüpfen und sich in Sachen Internetsicherheit zu schulen. 

„In Tunesien kann Homosexualität zwar offiziell noch mit Gefängnis bestraft werden – durch die Revolution haben wir aber eine relativ starke Zivilgesellschaft und eine Verfassung, die Menschenrechte schützt“, sagt Baabou. Und dass Tunesien für die MENA-Region eine Vorreiter-Rolle einnehmen könne. Daher will er sein Bestes geben, andere, zum Teil noch im Untergrund operierende Aktivisten beim Aufbau von Hilfsorganisationen Schritt für Schritt zu unterstützen. Seit 2011 ist die von ihm mitbegründete Organisation Damj for Justice and Equality offiziell als Nichtregierungsorganisation in seinem Land anerkannt.
 
Badr Baabou, Präsident und Mitgründer von Damj (inclusion) for Justice and Equality, Organization working on defending and including minorities and marginalized groups, Tunis