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Deutschland
Konferenz „Echoes of the South Atlantic“ in Berlin

Kollektion Axé von Carol Barreto, Zusammenarbeit mit Val Souza, Performance Als ich gekleidet. | Foto: Tayllade Paula
Kollektion Axé von Carol Barreto, Zusammenarbeit mit Val Souza, Performance Als ich gekleidet. | Foto: Tayllade Paula

Mit der Konferenz „Echoes of the South Atlantic“ blickt das Goethe-Institut am 10. und 11. Juli 2019 im Haus der Kulturen der Welt (HKW) auf die gegenwärtigen Beziehungen zwischen Afrika, Südamerika und Europa – nach Jahrhunderten der westlichen Hegemonie und Kolonialisierung. Neben Vorträgen von u.a. Paul Gilroy, Felwine Sarr und Achille Mbembe diskutieren 16 Künstlerinnen und Intellektuelle aller drei Kontinente ihre Sichtweisen mit dem Publikum.
 
Berlin
10. und 11. Juli 2019

Bis ins 15. Jahrhundert markierte der Atlantik die wahrnehmbare Grenze zwischen Afrika und Europa auf der einen und Amerika auf der anderen Seite. Ihre Überwindung setzte eine Geschichte von Kolonisierung, Versklavung, Ausbeutung und Migration in Gang – und führte zu Wohlstand in Europa. Für die kulturellen und politischen Verbindungen, die seit der Verschleppung und Versklavung von Menschen afrikanischer Herkunft über den Ozean entstanden – und im Widerstand dagegen –, etablierte der Kulturwissenschaftler Paul Gilroy 1993 den Begriff des „Black Atlantic“. Musik spielt für diese „Gegenkultur der Moderne“ eine herausragende Rolle.

Ressourcen des Schwarzen Atlantiks

Rund 25 Jahre später ist die Zeit reif, die transatlantischen Beziehungen erneut in den Blick zu nehmen: Das HKW-Festival „Wassermusik“ ist dieses Jahr inspiriert von Paul Gilroys kulturhistorischer Analyse afrodiasporischer Kreativität. Unter dem Titel „Black Atlantic Revisited“ weitet es vom 5. bis 27. Juli seinen Ansatz mit einem vierwöchigen Musik- und Filmprogramm mit Konzerten von unter anderem Milton Nascimento, Angélique Kidjo oder Gilberto Gil auf den Südatlantik aus. Daneben beleuchtet die vom Goethe-Institut initiierte Konferenz „Echoes of the South Atlantic“ am 10. und 11. Juli in Vorträgen, Diskussionsrunden und Performances aktuelle Tendenzen und Entwicklungen der transatlantischen Beziehungen: Wie steht es gegenwärtig um die Wechselbeziehungen des atlantischen Dreiecks und welche Rolle wird Europa in der Zukunft darin spielen? Welche Folgen von 500 Jahren westlicher Hegemonialmacht sind immer noch spürbar? Und wie könnte die kulturelle Zukunft des Südatlantiks aussehen?

Nach der Eröffnung der Konferenz durch den Intendanten des HKW Bernd Scherer und den Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert hält Paul Gilroy die Keynote mit dem Titel „The End of the Black Atlantic?“ (10. Juli, 19 Uhr). Dort beleuchtet er ethnische Differenzen und Hierarchien in den aktuellen Regimen „kultureller und militärischer Diplomatie“ sowie die Wiederbelebung von Ultranationalismus und Faschismus. Bietet das „Black Atlantic Archive“ noch Ressourcen, um dem entgegen zu wirken?

Körper als Grenzen

Unter dem Titel „Deglobalisierung – Bodies as borders“ (11. Juli, 19 Uhr) spricht der kamerunische Politikwissenschaftler und Kolonialismus-Experte Achille Mbembe einen Tag später über die Wiederkehr von Grenzen im Zeitalter der Globalisierung und wie Menschen oder bestimmte Bevölkerungsgruppen gegenwärtig als mobile, tragbare Grenzen verhandelt werden. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für zukünftige Politiken?

Neben den Keynotes stellen 16 Künstlerinnen und Künstler aus Afrika, Südamerika und Europa ihre Projekte vor, die Verbindungslinien zwischen den Kontinenten ziehen und nach dem kulturellen Potential der Süd-Süd-Beziehungen fragen. So zeigt der britische Künstler und Filmemacher Isaac Julien in einer Deutschlandpremiere seine visionäre Zehn-Screen-Videoinstallation „Lessons of the Hour – Frederick Douglass“ (11. Juli, 18 Uhr). Dort setzt er die Geschichte des afroamerikanischen Schriftstellers, der sich aus der Sklaverei befreite und sich anschließend gegen diese einsetzte, in einen zeitgenössischen Kontext.

Die südafrikanische Kuratorin Gabi Ngcobo und der brasilianische Kurator Thiago de Paula Souza geben Einblicke in die Entstehungsgeschichte ihrer transdisziplinären Plattform „I've seen that face before“ („Ich habe das Gesicht schon einmal gesehen“), die sich mit historischen Brüchen beschäftigt und diese in neue Zusammenhänge setzt (10. Juli, 15.30 Uhr). Die Arbeit „Radical Citizenship - The Showroom Summit“ („Radikales bürgerliches Engagement - Gipfeltreffen im Ausstellungsraum“) der Künstlerin Elvira Dyangani Ose widmet sich gesellschaftspolitischen, theoretischen und künstlerischen Prozessen der Neuerfindung von Behörden- und Selbstverwaltungen in Städten. Eine Party mit dem DJ Samy Ben Redjeb bildet schließlich den Abschluss der Konferenz.

Gegenwart und Zukunft des Südatlantiks

Die Konferenz ist der zweite Teil des Projekts „Echos des Südatlantiks“ des Goethe-Instituts, das zwischen 2018 und 2020 in Südamerika, Afrika und Europa Veranstaltungen zur Zukunft des Südatlantiks ausrichtet. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Intellektuellen erarbeiten in diesem Zeitraum eigene Arbeiten, die im kommenden Jahr auf einem Abschlussfestival in Afrika präsentiert werden.

Die Konferenz „Echoes of the South Atlantic“ ist eine Veranstaltung des Goethe-Instituts und Teil des dreijährigen Projekts „Echos des Südatlantiks“ der Goethe-Institute in Südamerika, Afrika und Europa, das sich der gegenwärtigen und zukünftigen Rolle des Südatlantiks widmet. Sie findet statt im Rahmen des Festivals „Wassermusik“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, das 2019 unter dem Thema „Black Atlantic Revisited“ steht.

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
Hannah.Cuvalo@goethe.de

Dr. Katharina von Ruckteschell-Katte
Institutsleiterin
Goethe-Institut London
Tel.: +44 20 7596 4048
Katharina.von-Ruckteschell-Katte@goethe.de

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