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Polen
Klangkunstprojekt„Ortsgespräche“

Projekt „Ortsgespräche“, Field-recoding-Workshops in Jaworzno | Foto: Andrzej Pokuta
Projekt „Ortsgespräche“, Field-recoding-Workshops in Jaworzno | Foto: Andrzej Pokuta

Der Klang der Stadt: Ein Jahr lang haben fünf mittelgroße polnische Städte in dem Projekt „Ortsgespräche“ eigene Musik- und Klangprojekte entwickelt. Nun präsentieren sie erstmals ihre Ergebnisse: Siemianowice Śląskie führt ein „Klangportrait der Stadt“ auf (5. Juni), die Installation „Musik der Stadt“ lädt in Jaworzno zum Mitmachen ein (22. Juni). Die „Webstuhlkantate“ blickt in Pieszyce-Dzierżoniów-Bielawa in die Vergangenheit der Webindustrie (23. Juni).

Siemianowice Śląskie, Jaworzno, Pieszyce-Dzierżoniów-Bielawa
Juni 2019

Mittelgroße Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 50.000 und 100.000 sind gerade in den postkommunistischen Ländern oftmals von einem wirtschaftlichen Niedergang bedroht, der bei der Bevölkerung zu Frustrationen und möglicherweise auch politischer Abstinenz geführt hat. Um neben den Problemen auch die Potenziale insbesondere von Städten abseits der Metropolen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und den Dialog mit den Stadtbewohnern und den lokalen Kulturszenen zu fördern, hat das Goethe-Institut Warschau die „Ortsgespräche“ ins Leben gerufen. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt zielt darauf ab, die kulturelle Landschaft mittelgroßer Städte in Polen sowie in Großstädten ländlicher Regionen Ungarns zu erforschen und durch gemeinschaftlich entwickelte Kunstprojekte vor Ort in den Blick zu nehmen – im Zentrum stehen dabei Musik und Radio.

Fünf Städte wurden für die „Ortsgespräche“ ausgewählt: Gorzów Wielkopolski, Słupsk Siemianowice Śląskie, Jaworzno und Pieszyce-Dzierżoniów-Bielawa. Gemeinsam mit einem deutschen Team von Kuratorinnen und Künstlern – darunter Knut Aufermann, Frauke Berg, Gunnar Geisse, Udo Noll, Ralf Schreiber und Sarah Washington – haben sie über ein Jahr lang ihre Klangkunst-Projekte weiterentwickelt. Bevor alle Teams am 28. September auf einem großen Abschlussfestival zusammenkommen, werden die Ergebnisse noch bis Ende Juni 2019 jeweils in den einzelnen Städten präsentiert.

Der Sound von Regen und Straße

Am 5. Juni zeigen die Bewohnerinnen und Bewohner in Siemianowice Śląskie beispielsweise eine interaktive Klang-Karte der Stadt. Entstanden ist die Karte in Workshops und Sound-Spaziergängen unter der Anleitung des Berliner Künstlers Udo Noll. Begleitet wird die Präsentation durch eine Klang- und Lichtinstallation mit dem Titel „24 Stunden von Siemianowice in 24 Minuten“.

Auf der Abschlussveranstaltung in Jaworzno am 22. Juni stellen Schülerinnen und Schüler ihre Stop-Motion-Filme vor, die sie für die „Ortsgespräche“ in Workshops entwickelt haben und mit den Klängen der Stadt vertont wurden. Parallel dazu können die Bewohnerinnen und Bewohner eine partizipative Klanginstallation von Ralf Schreiber erleben.

Stadtmusik und Webstuhlkantate

Einen Tag später geht es in einem Gebiet zwischen den drei niederschlesischen Städten Pieszyce, Dzierżoniów und Bielawa am 23. Juni um Literatur in musikalischer Form. Die Region war jahrzehntelang bekannt für seine Webindustrie – die insbesondere den Frauen der Region die ökonomische Freiheit gesichert hat. Mit der Zeit wurden die Fabriken jedoch geschlossen, die letzte hat im Jahr 2008 Konkurs angemeldet. Um an die Tradition der Webfabriken zu erinnern, haben die Projektbeteiligten über ein Jahr lang recherchiert, Erzählungen über Webfabriken gesammelt und eigene literarische Texte geschrieben. Diese dienen als Grundlage für eine „Webstuhlkantate“, die als performatives Klangformat in der Hilbertmühle in Dzierżoniow aufgeführt wird. An dem Projekt wirken die deutsch-britische Klangkünstlerin Sarah Washington und der künstlerische Kurator des Projekts Knut Aufermann mit.

In den Städten Gorzów Wielkopolski und Słupsk wurden die Ergebnisse bereits im Mai präsentiert. Eine Residenz für polnische und deutsche Künstlerinnen und Künstler wurde in Gorzów Wielkopolski initiiert, deren Arbeiten anschließend auf dem DYM Festival 2019 zu sehen waren.
In der pommerschen Stadt Słupsk wurde eine dreiteilige Soundinstallation gezeigt, die entlang des Flusses Słupia (dt: Stolpe) lokale Geräusche wie Wasser, Regen oder Stadtverkehr aufgegriffen hat.

Klangvoller Abschluss

Am 28. September findet schließlich das große Abschlussfestival der „Ortsgespräche“ im Mühlenmuseum in Dzierżoniów statt. Dort vereinen die Künstlerinnen und Kuratoren ihre Projekte in einem interaktiven Konzert in den Räumen des Museums.

Das Projekt „Ortsgespräche“ wird vom Goethe-Institut in Warschau in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten in Krakau und Budapest, dem Programm DNA Miasta (Stadt-DNA), der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, der Gazeta Wyborcza und der Bundeszentrale für Politische Bildung realisiert.

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
Hannah.Cuvalo@goethe.de

Christoph Bartmann
Institutsleiter
Goethe-Institut Warschau
Tel.: +48 22 50590-01
Christoph.Bartmann@goethe.de

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