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Russland
Festival „48 Stunden Nowosibirsk“

„Lino Pineapple“, Linolschnitt von Anastasia Seretkina
„Lino Pineapple“ | Linolschnitt von Anastasia Seretkina

Zeitgenössische Kunst in Sibirien hat keinen leichten Stand: Kulturelle Infrastrukturen und Anerkennung durch die Bevölkerung fehlen, gleichzeitig wandern zahlreiche Kunstschaffende ab. Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken hat das Goethe-Institut Nowosibirsk gemeinsam mit dem Kunstzentrum ZK19 und „48 Stunden Neukölln“ das Festival „48 Stunden Nowosibirsk“ ins Leben gerufen. Vom 13. bis 15. September bespielen zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus Sibirien und Deutschland zentrale Orte der Stadt und eröffnen so neue Freiräume und eine Plattform für internationalen Austausch.
 
Nowosibirsk
13. bis 15. September 2019

Während traditionelle Kultursparten wie Oper oder Ballett in Russland ein hohes Ansehen genießen, wird zeitgenössische Kunst von großen Teilen der Bevölkerung als Ausdruck westlicher Werte angefeindet und zunehmend marginalisiert. Gerade außerhalb der zentralen Schauplätze wie Moskau oder Sankt Petersburg fehlt es zudem an kultureller Infrastruktur und individuellen Entwicklungsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler. Städte wie Nowosibirsk, das mit über 1,5 Millionen Einwohnern Russlands drittgrößte Stadt ist, leiden unterdessen massiv an der Abwanderung zahlreicher Künstlerinnen und Künstler. 

Neukölln trifft Nowosibirsk

Das partizipative Festival „48 Stunden Nowosibirsk“, das nun vom 13. bis 15. September erstmals in Nowosibirsk stattfindet, zielt darauf ab, dringend benötigte Freiräume zu schaffen, um damit den öffentlichen Diskurs wieder stärker zu beleben. Gleichzeitig soll der lokalen zeitgenössischen Kunst und Kultur mehr Sichtbarkeit verschafft werden. Das vom Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem sibirischen Kunstzentrum ZK19 initiierte Festival in Nowosibirsk orientiert sich an dem deutschen Festival „48 Stunden Neukölln“, das bereits seit über 20 Jahren ein jährlich wechselndes Programm aus Ausstellungen, Installationen und Interventionen im Berliner Neukölln auf die Beine stellt und von den Kuratoren Thorsten Schlenger und Martin Steffens ins Leben gerufen wurde.
 
Neben einer Vielzahl junger zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus ganz Sibirien, darunter Mayana Nasybullowa, Ewgenij Gawrilow, Konstantin Skotnikow und Slawa Misin, die sich in einem Open Call bewerben konnten, werden ebenfalls Künstlerinnen und Künstler aus Neukölln vor Ort sein, darunter die Konzeptkünstlerin Nadia Kaabi-Linke, der Lichtkünstler Ulrich Vogl, die partizipativ arbeitende Künstlerin Barbara Caveng, die Medienkünstlerin Claudia von Funcke oder die Performancekünstlerin Mirjam Gurtner. 

Willkommen in der neuen Wirklichkeit 

Die Besonderheit von „48 Stunden Nowosibirsk“ ist die Kombination aus kuratierten und unabhängigen Formaten. Die erste Ausgabe des Festivals widmet sich dem Thema „Новое настоящее“, was „Neue Präsenz“ oder auch „Neue Wirklichkeit“ bedeutet. Einerseits wird damit auf die Avantgarde-Zeitschrift „настоящее“ verwiesen, die in den 1920er Jahre pionierhaft zur Etablierung modernistischer Kunst und Kultur in Sibirien beitrug und deren Verwurzelung in der Region bezeugt. Zum anderen stellt sich damit die Frage, wie viel Bedeutung man zeitgenössischer Kunst als Reflexionsmedium der gesellschaftlichen Verhältnisse heutzutage noch zuschreiben kann.
 
Die Hauptausstellung im Kunstzentrum ZK19 mit dem Titel „The Event of Presence/Событие присутствия“ wird von Pjotr Zherebtsov (Nowosibirsk) und Martin Steffens (Berlin) kuratiert und vereint künstlerische Positionen aus den Bereichen Installation, Performance und Medienkunst. Daneben erstrecken sich über zehn selbstständig kuratierte Ausstellungen lokaler Künstlerinnen und Künstler an verschiedenen öffentlichen Orten der Stadt. Im Zentralmarkt finden beispielsweise Performances der Künstler Philipp Krikunow und Egor Saizwe statt, subkulturelle Bars beteiligen sich als musikalische Venues. Nadia Kaabi-Linke bespielt ein altes sowjetisches Kino mit Klanginstallationen und zusammen mit sibirischen Performerinnen und Performern nutzt Barbara Caveng den urbanen Raum für die künstlerische Intervention mit dem Titel „Schwarzer Himmel“. Dort thematisieren sie die akuten Waldbrände weltweit.
 
2020 findet der Gegenbesuch der sibirischen Künstlerinnen und Künstler in Neukölln statt, die ihre Arbeiten auf dem Festival „48 Stunden Neukölln“ präsentieren.
 
Das Festival „48 Stunden Nowosibirsk“ (48hNSK) ist ein Projekt des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem Kunstzentrum ZK19 in Nowosibirsk und dem Festival „48 Stunden Neukölln“ aus Berlin. 48hNSK wird mit Mitteln der Östlichen Partnerschaft realisiert, einem Programm des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland, das der Förderung zivilgesellschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und osteuropäischen Ländern dient.

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
Hannah.Cuvalo@goethe.de
 
Per Brandt
Institutsleiter
Goethe-Institut Nowosibirsk
Tel.: +7 383 3621474
per.brandt@goethe.de
 

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