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Weltweit
„The other Beethoven(s)“ zum Beethovenjahr 2020

Kunstinstallation „Ludwig van Beethoven - eine Ode an die Freude“ | Foto: Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn
Kunstinstallation „Ludwig van Beethoven - eine Ode an die Freude“ | Foto: Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn

Den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens würdigt auch das Goethe-Institut 2020. Mit „The other Beethoven(s)“ wird dabei eine unbekannte Seite des Bonner Komponisten beleuchtet: sein in späten Jahren erwachtes Interesse für nichteuropäische Perspektiven. Diese Weltoffenheit ist der Impuls für eine Reihe von Konzerten, Installationen und Performances, die in Deutschland, Asien, Afrika und Osteuropa den Beethoven-Horizont weiten.
 
Tokyo, Teheran, Erbil, Bangkok, Berlin uvm.
2020

2020 wird ganz im Zeichen des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens stehen, der seine Jugendjahre in Bonn und seine prägenden Arbeitsjahre in Wien verbracht hat. Gleich östlich der österreichischen Hauptstadt erstreckte sich bis nach China und Japan, was für Beethoven und seine Zeitgenossen um 1800 die „morgenländische Kultur“ war – damals der Inbegriff des Exotischen.
 
Als Kind seiner Zeit bediente sich Beethoven des „Alla turca“-Topos, interessierte sich für den Isis-Kult der ägyptischen Mythologie und, gerade in späteren Jahren, auch für die indische Kultur. Einflüsse, die sich in seinem Schaffen niederschlugen. Während sich Beethoven und seine Zeitgenossen für den exotischen „Orient“ interessierten, verbreitete sich, durch koloniale Strukturen befördert, westliche Musik in der Region ihrer Projektionen. Noch heute werden seine Werke in vielen der dortigen Ländern rezipiert – was Anknüpfungspunkte für neue Interpretationen bietet. 

Virtuelle Chor-Gemeinschaft

Die Projektreihe „The other Beethoven(s)“ regt 2020 ungewöhnliche Perspektiven auf eine singuläre Künstlerpersönlichkeit und ihr Œuvre an. Beteiligt sind die Goethe-Institute in Ägypten, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Griechenland, Hongkong, Indien, Irak, Iran, Japan, Korea, Rumänien, Taiwan, Thailand, Türkei und Deutschland.
 
Welche Spuren hinterlässt Beethoven als Komponist, als Humanist, als Revolutionär in verschiedenen Kulturen und bei einzelnen Menschen? In der audiovisuellen Rauminstallation „COVERED CULTURE“, geschaffen und inszeniert von der ehemaligen Villa Kamogawa-Stipendiatin Brigitta Muntendorf und Moritz Lobeck zusammen mit lokalen Partnern, werden diese Fragen im Spannungsfeld ostasiatischer Alltags- und Hochkultur gestellt. In Selbstaufnahmen in privaten oder öffentlichen Räumen, in Vor-Ort-Filmaufnahmen, etwa in Karaoke-Bars, werden Musizierende und Zuhörende beim synchronen individuellen Spielen, Hören oder Mitsummen einer Musik Beethovens dargestellt. Dieses Material wird anschließend zu einer audiovisuellen Raumkomposition neu zusammengestellt, bearbeitet und überformt. 

Tricksen mit Beethoven

Im Irak zählt Beethovens Bühnenmusik zu Goethes „Egmont“ zum Standardrepertoire des Iraqi National Symphony Orchestra. Für das Projekt „Egmont im Irak“ schaffen deutsche und irakische Musiker*innen und Schriftsteller*innen gemeinsam einen neuen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die erste Aufführung wird im nächsten Jahr in Bagdad stattfinden. Im Iran wiederum geht das Musiktheaterprojekt „COLLECTIVE; Opus 12“ auf Spurensuche nach musikalisch-thematischen Motiven und Elementen zu Beethoven im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft Irans. Mit lokalen Musiker*innen werden die Ergebnisse in Musik-, Klang- und Objektinstallationen im stillgelegten Nasr-Theater in Teheran aufgeführt.
 
In Bangkok und Bangalore beleuchtet das Trickster Orchestra Beethoven als genialen Durcheinanderwirbler der Musikgeschichte: Mit „Disturbing the Universal“ wird in gemeinsamen Workshops mit lokalen Musiker*innen eine neue zeitgenössische, musikalische Sprache entwickelt. Die daraus resultierenden Kompositionen werden anschließend mit einer multimedialen Installation und einem diskursiven Format im Radialsystem in Berlin aufgeführt. In Tokyo lässt der Peformance-Künstler Michikazu Matsune sich von einem Skandal um den „japanischen Beethoven“ Mamoru Samuragochi zu „Beethovens Ghostwriter“ inspirieren. Samuragochi behauptete nicht nur taub zu sein, sondern lies zudem viele seiner Kompositionen von einem Ghostwriter schreiben. In einer Lecture-Performance um Geniekult und die Sehnsucht nach Unverwechselbarkeit entwickelt Michikazu Matsune eine aktuelle Perspektive auf die hindernisreiche Suche nach künstlerischer Wahrhaftigkeit. In einem partizipativen Chorprojekt „Ode for All“ unter Leitung der Komponistin Cathy Milliken wird Text und Melodie des Schlusschors der 9. Sinfonie kollektiv neu komponiert und interpretiert als eine „Ode for All“, eine „Ode an alle“,  und zwar von sechs Frauenchören mit ganz unterschiedlichen Gesangstraditionen aus Bosnien, der Türkei, Bulgarien, Serbien, Zypern und Rumänien. Das Ergebnis wird 2020 ebenfalls im Radialsystem Berlin zu erleben sein.
 
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 157 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Ausgewählte Veranstaltungen des Projekts „The other Beethoven(s)“ in Deutschland erhalten Förderungen durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von BTHVN2020.

Kontakt

Hannah Cuvalo
Referentin für Kommunikation
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 481
hannah.cuvalo@goethe.de
 
Nicole Braun
Referentin Musik
Goethe-Institut e.V.
Tel.: +49 89 15921 529
nicole.braun@goethe.de

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