Frankreich Ausstellung „BEYOND SEEING“

Mit allen Sinnen – die Ausstellung
Mit allen Sinnen – die Ausstellung "BEYOND SEEING" in Paris | Foto: Goethe-Institut Paris

Design für alle Sinne: Über ein Jahr lang haben blinde und sehbehinderte Menschen gemeinsam mit Nachwuchs-Designern Modekonzepte für Blinde entwickelt. Entstanden sind Arbeiten, die sich zwischen Kleidung, Objekt und Kunstwerk bewegen. Im Projekt „BEYOND SEEING“ hat das Goethe-Institut Paris mit renommierten Mode- und Kunsthochschulen sowie Selbsthilfeorganisationen in vier Ländern zusammengearbeitet. Vom 18. bis zum 28. Januar 2018 zeigt eine Ausstellung im Rahmen der Fashion Week Paris erstmals die Ergebnisse.

Paris
18. bis 28. Januar 2018

Mode und Design sind sehr visuell – ein Kosmos, der blinden und sehbehinderten Menschen scheinbar unzugänglich ist. Das Projekt „BEYOND SEEING“ befasste sich mit der Frage, wie Kleidung und Mode ohne Sehsinn wahrgenommen werden: Welche Bedeutung haben Farben, Stoffe und Oberflächen? Wie definiert sich eine „blinde“ Ästhetik? Hierzu hat das Goethe-Institut Paris das Forschungs- und Ausstellungsprojekt in Kooperation mit fünf Mode- und Kunsthochschulen sowie Organisationen blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland, Frankreich, Schweden und Belgien ins Leben gerufen. 

Design jenseits des Sehens

Seit Oktober 2016 haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an innovativen Designansätzen gearbeitet. In jedem Land wurde ein anderer Fokus gewählt: In Schweden ging es um Mode in Verbindung mit Klang, während sich die französischen Teilnehmenden dem Duft annahmen. In Belgien stand der Körper im Fokus, in Deutschland der Tastsinn. Immer ging es darum, dass Designerinnen und Blinde von der Perspektive des jeweils anderen lernen sollten.

Zwischen Kleidung, Objekt und Kunstwerk

Die Ergebnisse werden nun vom 18. bis zum 28. Januar 2018 im Pariser Parc de la Villette präsentiert – im Rahmen der internationalen Fashion Week und der Deutsch-Französischen Woche. Eine modulare und alle Sinne ansprechende Ausstellungsarchitektur setzt die Exponate multisensoriell in Szene. Sie soll die Beziehung von Gestalt und Klang, Identität und Geruch, Material und Haptik sowie Raum und Körper ausloten. Sehende Menschen sind aufgefordert, sich nicht nur auf ihre Augen zu verlassen. In Workshops, angeleitet von Mode- und Designstudierenden sowie blinden oder sehbeeinträchtigten Menschen, wird genäht, drapiert, ertastet und gekostet. Expertenvorträge und Filmvorführungen begleiten das Programm.
 
„BEYOND SEEING“ ist eine Initiative des Goethe-Instituts Paris in Zusammenarbeit mit dem Institut Français de la Mode (IFM) in Paris, der Internationalen Kunsthochschule für Mode (ESMOD Berlin/Paris), der École Nationale Supérieure des Arts Visuels (La Cambre) in Brüssel, der Swedish School of Textiles sowie den Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen aller beteiligten Länder (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband, Fédération des Aveugles de France, VIEWS International). Das Projekt wird zudem unterstützt durch das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) und dem Deutsch-Französischen Preis für Kultur- und Kreativwirtschaft. 

Kontakt

Viola Noll
Stv. Pressesprecherin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro 
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de
 
Katharina Scriba
Leiterin Kulturprogramme
Goethe-Institut Paris
Tel. + 33 (0)1 44 43 92 51
Katharina.Scriba@goethe.de