Brasilien Inszenierung „Die lächerliche Finsternis“

Doppelinszenierung von „Die lächerliche Finsternis“ in Brasilien
Doppelinszenierung von „Die lächerliche Finsternis“ in Brasilien | Foto: Gerson de Oliveira

Doppelte Premiere: In Porto Alegre ist erstmals das Stück „Die lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz zu erleben – in gleich zwei Inszenierungen. Ende Mai zeigen beim Festival Palco Giratório die Regisseure Alexandre Dill sowie Camilo de Lelis ihre jeweils eigene Deutung der Globalisierungs-Groteske.
 
Porto Alegre
23. und 24. Mai, 27. und 28. Mai 2017

Im deutschsprachigen Theaterraum hat das Stück „Die lächerliche Finsternis“ des Hamburger Dramatikers Wolfram Lotz (Jahrgang 1981) bereits eine erfolgreiche Karriere hinter sich. 2015 wurde es vom Fachmagazin „Theater heute“ zum „Stück des Jahres“ gewählt. Im selben Jahr war die Uraufführung vom Wiener Burgtheater in der Regie von Dušan David Pařízek zum Berliner Theatertreffen sowie zu den Mülheimer „Stücken“ eingeladen. Auch am Hamburger Thalia Theater oder dem Deutschen Theater Berlin stand „Die lächerliche Finsternis“ auf dem Spielplan.
 
Nun wird das Stück erstmals auch in Brasilien zu sehen sein – in zwei verschiedenen Inszenierungen. Was im hiesigen Stadttheatersystem keine Seltenheit ist, bedeutet in Brasilien ein Novum. Dass sich zwei Regisseure demselben Stoff widmen, ist im dortigen Kulturbetrieb unüblich.

Zwei Blicke in die Fremde

Auf Initiative des Goethe-Instituts brechen die brasilianischen Theatermacher Alexandre Dill und Camilo des Lelis mit der Konvention. Im Rahmen des Festivals Palco Giratório in Porto Alegre setzen sie ihre Interpretationen von Lotz’ Globalisierungs-Groteske dem Vergleich aus. Am 23. und 24. Mai ist die Inszenierung von Alexandre Dill und seiner Theatergruppe GRUPOJOGO zu sehen, am 27. und 28. Mai die Deutung von Camilo de Lelis. Vor der Aufführung am 28. Mai sprechen die beiden Regisseure mit der deutschen Theaterkritikerin Dorothea Marcus und mit lokalen Kritikern der Online Plattform „AGORA Crítica Teatral“.
 
Das Stück „Die lächerliche Finsternis“ lädt dabei durchaus zu verschiedenen Zugängen ein. Es spielt auf der Basis von Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ sowie Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ und hinterfragt westliche Projektionen auf das „Fremde“. Unter anderem schickt Lotz in seinem surrealen Entwurf zwei Bundeswehrsoldaten im Patrouillenboot über den Hindukusch. 

Schulterschluss der Generationen

Die Doppelinszenierung führt zwei Generationen von Theatermachern zusammen, die sich oftmals eher kritisch gegenüberstehen. Alexandre Dill zählt zu einer jungen brasilianischen Szene, Camilo de Lelis gehört zu den langjährig erfahrenen Regisseuren.
 
Beide haben Erfahrung mit deutscher Dramatik. Dill hat unter anderem Heiner Müllers „Medeamaterial“ und Roland Schimmelpfennigs „Die arabische Nacht“ auf die Bühne gebracht. De Lelis wurde für seine Inszenierung des Stücks „Die vier Himmelsrichtungen“ – ebenfalls von Schimmelpfennig – im Rahmen des internationalen Festivals „Porto Alegre em Cena“ ausgezeichnet.
 
„Die lächerliche Finsternis“ wird veranstaltet vom Goethe-Institut Porto Alegre. Mitveranstalter ist das Theaterfestival Palco Giratório und Agora Crítica Teatral (Online Plattform für Theaterkritik).

Kontakt

Viola Noll
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de
 
Marina Ludemann
Institutsleiterin
Porto Alegre
Tel.: +55 51 21187 800
marina.ludemann@portoalegre.goethe.org