Frankreich Literaturprojekt „Die verlorene Avantgarde“

„Die verlorene Avantgarde“
„Die verlorene Avantgarde“ | Fotos: v.l.n.r. Peter Hassiepen, Helie Gallimard, Jacques Henric, Mathias Bothor, Gianni Plescia, Thomas Dorn, Yann Diener, Wikimedia, William Ropp

Fortschreibung des Unvollendeten: Neun deutsche und französische Autorinnen und Autoren spüren jeweils einem Künstler nach, der im Ersten Weltkrieg getötet wurde oder an den Kriegsfolgen verstarb. Zwischen dem 6. und 8. Juni werden die Texte etwa von Mathias Enard, Helene Hegemann oder Frank Witzel in Nancy präsentiert, dem folgt die Vorstellung im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse.

Nancy
6. bis 8. Juni 2017

Wie kein Konflikt zuvor forderte der Erste Weltkrieg zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Opfer unter den Geistesgrößen der Zeit. Eine im Aufschwung begriffene Avantgarde fand mit dem Ausbruch des „Grande Guerre“ ihr jähes Ende. Französische und deutsche Autoren und Künstler wie Guillaume Apollinaire, Ernst Stadler, Charles Péguy, August Macke und Franz Marc fielen dem „großen Morden“ – so der Expressionist Alfred Liechtenstein – zum Opfer.
 
„Unter tausend Braven trifft eine Kugel einen Unersetzlichen“, schrieb Franz Marc im Nachruf auf seinen bereits in den ersten Kriegswochen umgekommenen Malerfreund Macke. Im März 1916 starb auch Marc vor Verdun.

Eine andere Kulturgeschichte Europas

Mit dem deutsch-französischen Projekt „Die verlorene Avantgarde (L’avant-garde perdue)“ spürt das Goethe-Institut Nancy der Frage nach, welchen anderen Verlauf die Kulturgeschichte Europas ohne die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ hätte nehmen können. Welche Motive hätte der „Brücke“-Künstler Franz Marc auf die Leinwand gebannt? Welche gesellschaftliche Strahlkraft hätte diese europäische Avantgarde entwickelt?
 
Neun französische und deutsche Autorinnen und Autoren widmen sich in literarischen, essayistischen oder dokumentarischen Texten jeweils einem dieser unvollendeten Werke. Unter anderem begibt sich Ilija Trojanow auf die Spuren von August Macke. Alexis Jenni widmet sich dem Bildhauer Henri Gaudier-Brzeska. Nora Bossong schreibt über den Lyriker Ernst Stadler. Frank Witzel nimmt den Intellektuellen Jacques Vaché in den Fokus, der einen maßgeblichen Einfluss auf zahlreiche Surrealisten ausübte, insbesondere auf André Breton.

Deutsch-französische Ausblicke

Vom 6. bis 8. Juni präsentieren die Autorinnen und Autoren in Nancy an drei Abenden ihre Arbeiten. In Kooperation mit der Literaturbeilage „Literarische WELT“ der Tageszeitung „DIE WELT“ wird die deutsch-französische Gesamtausgabe der Texte im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse vorgestellt, deren Gastland 2017 Frankreich ist.
 
Beteiligte Autorinnen und Autoren:
Nora Bossong: Ernst Stadler
Philippe Claudel: Franz Marc
Marie Darrieussecq: Guillaume Apollinaire
Mathias Enard: Georg Trakl
Philippe Forest: Robert Gregory
Helene Hegemann: Alfred Lichtenstein [Nachtrag d. Redaktion am 18.05.2017]
Alexis Jenni: Henri Gaudier-Brzeska
Ilija Trojanow: August Macke
Frank Witzel: Jacques Vaché
 
Ein Projekt in Kooperation mit dem Conseil Départemental de Meurthe-et-Moselle und „DIE WELT“.

Kontakt

Viola Noll
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de
 
Nicolas Ehler
Institutsleiter
Goethe-Institut Nancy / Goethe-Institut Straßburg
Tel.: +33 38 3359 275
nicolas.ehler@goethe.de