Deutschland Deutsch-Israelische Literaturtage 2016

Die Deutsch-Israelischen Literaturtage 2016 stehen unter dem Titel „Im Neuland“. Vom 2. bis 6. November 2016 kommen in Berlin auf Einladung des Goethe-Instituts und der Heinrich-Böll-Stiftung 18 deutsche und israelische Autorinnen und Autoren zusammen, um ihre Perspektiven auf die gegenwärtigen Fluchtbewegungen auszutauschen – darunter Etgar Keret, Daniel Kehlmann und Shida Bazyar.

Berlin
2. bis 6. November

Deutsch-Israelische Literaturtage in Berlin | Foto: dpa Deutsch-Israelische Literaturtage in Berlin | Foto: dpa Momentan sind weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie seit 1945 nicht mehr. Auch wenn Flucht und Migration keine neuen Phänomene sind, bedeutet die Dimension der krisen- und kriegsbedingten Migration für uns alle Neuland. Europa zeigt sich in der Frage nach dem Umgang mit Geflüchteten zerrissen. Auch in Deutschland erscheint die Gesellschaft gespalten.
 
In Israel werden diese Debatten mit großer Aufmerksamkeit, aber auch mit gemischten Gefühlen verfolgt. Das Land, das von Geflüchteten aufgebaut worden ist, hat in den vergangenen Jahren selbst immer wieder Kurskorrekturen in der Flüchtlingspolitik vorgenommen. Welche Positionen stehen sich gegenüber? Gibt es Parallelen zwischen den Debatten in Israel und Deutschland?

Flucht und Geflüchtete 

Diese Fragen stehen im Zentrum der Deutsch-Israelischen Literaturtage, die das Goethe-Institut und die Heinrich-Böll-Stiftung vom 2. bis 6. November in Berlin veranstalten. Seit 2005 finden die Literaturtage abwechselnd in Deutschland und Israel statt. Unter dem Titel „Im Neuland“ lesen diesmal 18 deutsche und israelische Autorinnen und Autoren aus ihren Büchern und diskutieren über Themen wie Flucht, Integration und Rollenidentitäten.
 
Zur Eröffnung am 2. November um 20 Uhr in den Kammerspielen des Deutschen Theaters begegnen sich der deutsche Bestsellerautor Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“) und der israelische Schriftsteller Etgar Keret. Kehlmann übersetzte Kerets autobiografisch gefärbtes Buch „Die sieben guten Jahre“ aus dem Englischen ins Deutsche. Für Keret ist Literatur ein Flugticket, das Treffen über Grenzen hinweg ermöglichen kann. Mit Daniel Kehlmann blickt er nicht nur auf die letzten sieben Jahre, sondern auch auf unsere Gegenwart.

Wirtschaft und Werte 

Der israelisch-äthiopische Schriftsteller Germaw Mengistu und der deutsche Autor Pierre Jarawan fragen unter dem Titel „Fremde Heimat“, was es bedeutet, notbedingt das eigene Land verlassen zu müssen und in der Fremde ein neues Leben zu beginnen (Samstag, 5. November, 20 Uhr, Roter Salon der Volksbühne).
 
Mit „Wirtschaftsflüchtlinge“ ist die Lesung überschrieben, die den Israeli Yishai Sarid („Limassol“) und die Deutsche Nora Bossong („36,9°“) zusammenführt. Sie diskutieren über das Diktat der Ökonomie, das längst in alle Lebensbereiche übergreift (Sonntag, 6. November, 12.30 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung). 

Neue Perspektiven schaffen

In den Medien erreichen uns Tag für Tag Nachrichten über Neuankömmlinge, mit denen im Alltag selbst nur wenige in Kontakt kommen. Was bestimmt unser Bild von den Geflüchteten und was sagt dies über unsere Gesellschaft aus? Die Comic-Kolumnistin Anat Einhar und die Schriftstellerin Shida Bayzar diskutieren dazu unter dem Titel „Die Neuen“ (Sonntag, 6. November, 14:30 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung).
 
Roy Arad und Thomas von Steinaecker beleuchten bei ihrer Zusammenkunft die Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Demokratie. Unter dem Titel „Vertreibung aus dem Paradies“ werfen sie die Frage auf, wie wir unsere Werte in schwierigen Zeiten verteidigen können und wollen (Sonntag, 6. November, 16 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung).
 
Die Deutsch-Israelischen Literaturtage sind eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Goethe-Instituts. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und in Medienpartnerschaft mit der Berliner Zeitung.
 

Kontakt:

Christina Steenken
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel. +49 30 25906 471
christina.steenken@goethe.de
 
Stefanie Leimsner
Pressearbeit „Deutsch-Israelische Literaturtage 2016“
Tel.: +49 179 9006 162
stefanie@leimsner.de