Libanon Werkschau des Fonds „Laboratory of Arts“

Installation
Installation "Ticket to Atlantis" von Lina Issa und Mayar Alexan | Foto: Alia Haju

Der Bürgerkrieg in Syrien beeinträchtigt noch immer die syrische Kulturproduktion und oft fehlt den geflüchteten Kunstschaffenden der Zugang zu Ressourcen, um ihre Kunst weiter fortzuführen. Mit dem Fonds „Laboratory of Arts“ unterstützen das Goethe-Institut Libanon und die Organisation „Ettijahat – Independent Culture“ seit 2014 syrische Künstlerinnen und Künstler im Exil. Erstmals präsentieren diese vom 30. November bis zum 3. Dezember ihre Arbeiten in Beirut auf der Werkschau „MINA – Artistic Ports and Passages“. Neben Theaterstücken und Lesungen wird es dort Diskussionsrunden und Werkstattgespräche über syrische Kunst geben. 

Beirut
30. November bis 3. Dezember

Um Kunstschaffenden aus Syrien wieder die Möglichkeit zu geben, ihre Kunst zu realisieren, vergibt die syrische Kulturorganisation Ettijahat gemeinsam mit dem Goethe-Institut Libanon in diesem Jahr 20 Kulturstipendien für Künstlerinnen und Künstler, die aufgrund des Krieges aus ihrem Land fliehen mussten. Gefördert werden die Sparten Film und Animation, Theater, Tanz und Performance, Bildende Kunst, Musik und Literatur.
 
Mit der Werkschau „MINA – Artistic Ports and Passages“ werden nun vom 30. November bis zum 3. Dezember erstmals öffentlich einige der wichtigsten Projekte präsentiert, die im Rahmen dieser Künstlerstipendien in den vergangenen Jahren entstanden sind und zukünftig entstehen werden. Ziel der Schau ist es, eine Plattform zu schaffen, auf der sich die syrischen Kunstschaffenden untereinander vernetzen und gleichzeitig ihre Arbeiten einem libanesischen Publikum präsentieren können. 

Flucht- und Kontaktpunkt Kunst

Gezeigt wird unter anderem das Theaterstück „Temporary Address“ von Wael Ali und Chrystele Khodr, das sich mit der Migration zwischen Syrien und dem Libanon seit 1915 auseinander setzt. Die Bildende Künstlerin Heba Alansari zeigt in ihrer Installation „Math Book“ ein Schulbuch im gläsernen Sarg, das sie in einem zerstörten Haus in Kafranbel gefunden hat. Daneben werden zwei neue Musikalben präsentiert: Mohannad Nasser stellt sein Album „L‘Oud Whispers“ vor, das er für die arabische Laute Oud geschrieben hat, während der Musiker Ary Sarhan in seinem neuen Album „Bouzouki“ mit verschiedenen Instrumenten der Bouzouki-Familie wie der Saz, der Baglama und der Bouzouki experimentiert. Ebenfalls gezeigt werden zwei Filme: „300 Miles“ von Orwa al Mokdad, der die Distanzen zwischen getrennten Gebieten in Syrien erkundet und „House of the Two Rivers“ von Maya Mounayer, der sich mit der kurzen Geschichte iraksicher Mandäer in Damaskus befasst. Darüber hinaus gewährt „MINA – Artistic Ports and Passages“ Einblicke in aktuelle und bisher unveröffentlichte Projekte von sechs Künstlerinnen und Künstlern, die derzeit im Rahmen des „Laboratory of Arts“-Programms 2017 unterstützt werden.

Über Träume und Verpflichtungen

Ebenso Teil der Werkschau ist die Präsentation des von Ettijahat initiierten Kunstbuches „About Committing Dreams, the distress of refuge and curse of immigration“, in dem über 180 Kunstschaffende aus den arabischen Ländern über die Rahmenbedingungen und Erfahrungen ihrer Arbeit in der freien syrischen Kunstszene berichten. In der Diskussionsrunde „Eine arabische Welt ohne Künstler“ sprechen unter anderen der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, die Programmleiterin der Ford Stiftung, Laila Hourani, der Direktor von AFAC, Rima Mismar, und der Regionaldirektor des British Council, David Codling, über die sich abzeichnende Situation eines sogenannten „creative drain“: Viele Kunst- und Kulturschaffende aus den Regionen des Nahen Ostens und Nordafrikas leben und arbeiten in Europa. Diese Situation schafft in ihren Herkunftsländern eine schwerwiegende Lücke für die Entfaltung von Meinungsfreiheit und von künstlerischer Innovation.

Der Kulturproduktionsfonds „Laboratory of Arts“ ist eine Kooperation von „Ettijahat – Independent Culture“ mit dem Goethe-Institut Libanon. 

Kontakt

Jessica Kraatz Magri
Pressesprecherin und Bereichsleiterin Kommunikation
Goethe-Institut e.V.
Tel.: +49 89 15921 249
Jessica.KraatzMagri@goethe.de
 
Mani Pournaghi
Institutsleitung
Goethe-Institut Beirut
Tel.: 00961 395 4811
Mani.Pournaghi@goethe.de