Russland „Raum für Kunst“ – Goethe-Institut und MMOMA

Installationsansicht „Chorweiler Beat“ von Anne Witt in der „Simultanhalle“, Köln (2016) | Foto: Anne Witt und Simultanhalle, Köln
Installationsansicht „Chorweiler Beat“ von Anne Witt in der „Simultanhalle“, Köln (2016) | Foto: Anne Witt und Simultanhalle, Köln

Unabhängigkeit und informelle Strukturen: Selbstorganisierte Kunsträume sind fester Bestandteil der deutschen Kunstszene, in Russland hingegen ein weitgehend unübliches Format. Mit dem Projekt „Raum für Kunst“ werden nun erstmals nichtkommerzielle Kunsträume unter anderem aus Köln, Leipzig und Berlin in das Moskauer Museum für Moderne Kunst (MMOMA) geholt. Bis Ende 2018 zeigen die Räume dort für jeweils drei bis vier Monate ihre Programme und sprechen mit russischen Künstlerinnen und Kuratoren über Formen der Selbstorganisation.
 
Moskau
15. Dezember 2017 bis Ende 2018

Die deutsche Kunstszene und das Museumsleben in Deutschland sind nicht nur geprägt von weltweit bekannten Künstlernamen oder starken Institutionen, sondern auch durch eine lebendige, stetig wachsende Landschaft von selbstorganisierten, nicht-kommerziellen Kunsträumen. Solche Initiativen, die wichtige Impulse für das zukünftige Programm von Museen und Ausstellungshäusern setzen können, sind jedoch in Moskau bisher kaum bekannt.
 
Ab dem 15. Dezember holt das Goethe-Institut gemeinsam mit dem MMOMA nun erstmals unabhängige Projekträume aus der deutschen Kunstszene nach Moskau: darunter die Kölner „Simultanhalle“, der Projektraum „D21“ aus Leipzig und der Berliner Kunstraum „District“. Sie alle stellen mobile, sich fortentwickelnde Programme vor, die Performances, Filmvorführungen und insbesondere Diskussionen mit der Moskauer Kunstszene einschließen. Neben der Präsentation von künstlerischen Programmen geht es im „Raum für Kunst“ immer auch um verschiedene Formen und Möglichkeiten von Selbstorganisation in der Kunstszene, um Konzepte, Fragen der Finanzierung oder das Zusammenspiel mit anderen Akteuren aus der Kunst.  

Experimentelles aus der „Simultanhalle“ 

Zu den teilnehmenden Kunsträumen zählt die „Simultanhalle“ aus Köln, deren Ausstellungsprogramm von einer wechselnden Gruppe aus Kuratorinnen und Kuratoren, Künstlerinnen und Kulturwissenschaftlern zusammengestellt wird. Ähnlich wie die Räumlichkeiten der „Simultanhalle“ ein architektonisches Modell sind, ist ihr Programm vom Experimentellen geprägt und repräsentiert diverse Konstellationen künstlerischer Interessen und Einflüsse. Das sich über drei Monate streckende Programm im MMOMA wird dabei die Struktur der „Simultanhalle“ widerspiegeln. Neben der Arbeit mit der Raumarchitektur beinhaltet die Präsentation Archivmaterialien und ein breitgefächertes Spektrum an künstlerischen und kuratorischen Methoden, die sich auf den experimentellen Charakter der „Simultanhalle“ beziehen. 

Projekträume „D21“ und „District“ 

Auch der Leipziger Kunstraum „D21“ wird in Moskau gastieren. Er wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, ein internationales Ausstellungsprogramm zeitgenössischer Kunst in Leipzig zu präsentieren, vor allem aus den Bereichen Neue Medien, Fotografie, Installation und Video. Das Team bestehend aus ehrenamtlichen Freiberuflerinnen, Kulturarbeitern, Wissenschaftlerinnen und Studierenden veranstaltet jährlich etwa fünf kuratierte Ausstellungen zu wechselnden Schwerpunkten. Darüber hinaus bietet „D21“ jungen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, eigene Konzepte in den Räumlichkeiten des Vereins zu realisieren.
 
Das Berliner Kunst- und Kulturzentrum „District“ versteht sich dagegen als Ort der Forschung an den Schnittstellen von Kunst und anderen Wissensgebieten. „District“ produziert neben Ausstellungen auch diskursive und performative Formate und engagiert sich in Bildungsprojekten. Ziel ist zudem, eine stabile Förderstruktur für Künstlerinnen und Künstler zu schaffen. Bis Ende 2018 werden neben diesen drei Projekträumen noch weitere selbstorganisierte Kunsträume ihre Arbeit im MMOMA präsentieren.  

„Raum für Kunst“ – Goethe-Institut und MMOMA ist ein Projekt des Goethe-Instituts und des Moscow Museum of Modern Art (MMOMA). 

Kontakt

Viola Noll
Stellv. Pressesprecherin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de
 
Anna Schüller 
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Goethe-Institut Moskau
Tel.: +7 495 9362458 (*503)
anna.schueller@goethe.de