Malmö Schlingensiefs „Animatograph“ in Schweden

Wie frei sind westliche Gesellschaften wirklich? Wie verändern sich unsere Städte durch Zuwanderung? Ausgehend von Christophs Schlingensiefs Multimedia-Installation „Animatograph“ initiiert das Goethe-Institut Schweden Workshops und Veranstaltungen zu diesen Fragen. Die Kunsthalle Malmö wird dabei ab November zum Experimentierlabor in Sachen Integration unter dem Motto „The Alien Within – A living laboratory of Western society“.

Malmö
13. November 2014 bis 1. März 2015


Schlingensiefs „Animatograph“ Schlingensiefs „Animatograph“ | © Michael Strasser / TBA21 Ab November zeigt das Goethe-Institut Schweden in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Malmö in einer ersten größeren Präsentation eines Werks von Christoph Schlingensief in Schweden die Multimedia-Installation „Animatograph-Island-Edition. (House of Parliament/House of Obsession) Destroy Thingvellir“ von 2005. Der „Animatograph“, ein „Seelenschreiber“, verbindet Skulpturen, Videos, Live-Aktionen, Theater und Oper auf experimentelle Weise. Im Zentrum der Installation steht eine Drehbühne mit acht Metern Durchmesser, die mit Requisiten und Live-Performern bestückt ist und als Projektionsfläche dient.
 
Der „Animatograph“ projiziert eine Bilderflut aus „kulturellen und zivilisatorischen Kämpfen zu Fragen der Religion, Politik, Geschichte und Familie“. Die Angst vor dem „Fremden in mir“, ein kreativer und produktiver Antrieb für Schlingensief, wird in Malmö mit Fragen und Problemen der kulturellen Integration von Einwanderer-Communities verbunden: Schweden gilt als eine der fortschrittlichsten Demokratien der Welt, im europäischen Vergleich nimmt es zudem die meisten Flüchtlinge auf. Ein geeigneter Ort, um die Zukunft der westlichen Gesellschaften und ihre Veränderungen durch Einwanderung zu reflektieren.

Think Tank zur Zukunft westlicher Gesellschaften

Sonntags und mittwochs findet während der gesamten Ausstellungszeit in der Kunsthalle Malmö eine Seminarreihe mit schwedischen, deutschen und internationalen Künstlern und Theoretikerinnen statt. Rednerinnen und Redner wie die US-amerikanische Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin Saskia Sassen gehen Fragen der transkulturellen Integration und des zunehmenden Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus nach und diskutieren, inwiefern künstlerische Freiheit in westlich-demokratischen, kapitalistisch geprägten Gesellschaften möglich ist.
 
Außerdem bildet die Ausstellung in Anlehnung an Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso den Ausgangspunkt für künstlerische Workshops mit Jugendlichen und Kindern in den Bereichen Schreiben, Film, Musik und Theater. Geleitet werden sie von Künstlerinnen und Künstlern, die selbst nach Schweden eingewandert sind. Die Workshops finden ab Januar 2015 in Lindängen, einem Außenbezirk Malmös statt, in dem zu mehr als 90 Prozent Immigranten aus über 150 Ländern der Welt wohnen. Über die Dauer des Projektes hinaus wird dieses Angebot als feste Programmsäule der Kunsthalle Malmö verstetigt.

Termin

13. November 2014, 19:00 Uhr
Eröffnung von Christoph Schlingensiefs „Animatograph-Island-Edition. (House of Parliament/House of Obsession) Destroy Thingvellir“ in der Kunsthalle Malmö