Nowosibirsk Ausstellung „Games and Politics“

Games and Politics in Sao Paulo | Foto: Gabriel Quintao
Games and Politics in Sao Paulo | Foto: Gabriel Quintao

Die Tournee-Ausstellung „Games and Politics“ ist vom 12. Oktober bis 5. November in der IT-Metropole Nowosibirsk auf ihrer einzigen Russlandstation zu erleben. Das Goethe-Institut und das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) zeigen Computerspiele – als soziale Statements und Kunstobjekte. Im Vorfeld der Ausstellung kommen vom 6. bis 8. Oktober Spiele-Entwicklerinnen und Entwickler, Künstlerinnen und Designer in einem Game-Jam zusammen. 
 
Nowosibirsk
12. Oktober bis 5. November 2017

Seit den 1970er Jahren hat sich das Genre des Computerspiels rasant entwickelt. Aus rudimentären Frühformen wie Pac-Man oder Super Mario sind umfassende Weltentwürfe geworden, die nicht selten komplexe gesellschaftliche Realitäten spiegeln oder hinterfragen. Ob die Spiele als Politikum, ideologische Subversion, als schlichtes Unterhaltungsmedium oder gar als Kunst verstanden werden, ist vor allem eine Frage des Kontextes. 

Ausstellung in der Silicon Taiga

Wie Computerspiele ihr politisches Potenzial auf spielerische Weise entfalten, untersucht die Ausstellung „Games and Politics“, die vom Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) als Wanderausstellung entwickelt wurde. Anhand politisch ambitionierter Computerspiele der letzten dreizehn Jahren fragt die Ausstellung nach den Möglichkeiten und Grenzen des Genres, eine Gegenposition innerhalb der Unterhaltungsindustrie zu entwerfen.
 
Nach Stationen unter anderem in San Francisco und São Paulo ist „Games and Politics“ nun vom 12. Oktober bis zum 5. November einmalig in Russland zu sehen. Die Wahl ist dabei nicht von ungefähr auf Nowosibirsk gefallen. Die sibirische Metropole hat eine lange Forschungstradition in den Bereichen der Kybernetik und der Mathematik. Heute versucht sie sich durch ihre blühende IT-Branche zu profilieren. In Anspielung auf das kalifornische Silicon Valley wird von ihr auch als der „Silicon Taiga“ gesprochen. 

Von Migration bis Revolution

Die Ausstellung „Games and Politics“ beleuchtet mit den ausgewählten Spielen eine große Bandbreite an gesellschaftlichen Missständen und Herausforderungen. Prekäre Arbeitsverhältnisse („Sunset“) werden ebenso thematisiert wie Genderproblematiken („Perfect Woman“), der Überwachungsstaat („TouchTone“), die Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen („This War of Mine“), der Umgang mit Geflüchteten („Escape from Woomera“) oder Revolutionen gegen totalitäre Systeme („Yellow Umbrella“). Dabei richtet die Ausstellung ihr Hauptaugenmerk auf marginalisierte Positionen, in denen die Machtüberlegenheit anderer reflektiert wird. Kuratiert wurde die Ausstellung von Stephan Schwingeler (ehemaliger Kurator am ZKM und derzeitig Professor für Game Design an der media Akademie – Hochschule Stuttgart), Jeannette Neustadt-Grusche (Kuratorin Goethe-Institut) und Sophie Rau (Co-Kuratorin Goethe-Institut).

Game-Jam mit Deutschlandreise

Begleitend zur Ausstellung in Nowosibirsk findet vom 6. bis 8. Oktober der Game-Jam „Art Games“ statt. Ein Game-Jam ist ein Treffen von Spiele-Entwicklerinnen und Entwicklern, die in einem festgesetzten Zeitrahmen ein oder mehrere Games entwerfen. In Russland kommen hierfür Künstlerinnen und Designer aus verschiedensten Bereichen zusammen, um den Spielbegriff und die Spielästhetik zu erweitern und ein Arbeiten mit anderen Disziplinen zu ermöglichen. Im Anschluss werden die hieraus entstandenen Spiele präsentiert und ausgezeichnet. Eine Jury aus Deutschland prämiert das beste Spiel, dessen Entwicklerteam zum Spiel- und Medienfestival „A MAZE“ 2018 nach Deutschland eingeladen wird um sein Spiel vorzustellen. Die Jury wird das Team dann bis zur Ausstellung bei der „A MAZE“ als Mentoren betreuen.
 
Die Wanderausstellung „Games and Politics“ wurde in Zusammenarbeit des Goethe-Instituts mit dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe entwickelt. Auf ihren Auslandsstationen wird sie technisch betreut durch das ZKM. 

Kontakt

Viola Noll
Stellv. Pressesprecherin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de
 
Anna Morosowa
Koordinatorin Kulturprojekte
Goethe-Institut Nowosibirsk
Tel.: +7 (383) 362 14 74, -76
prog1@nowosibirsk.goethe.org