06.03.2018: Preisverleihung am 13. März 2018 in Abidjan Der neue Henrike Grohs-Preis für afrikanische Künstler geht an Em’kal Eyongakpa

Der Intermedia-Künstler Em’kal Eyongakpa aus Kamerun ist der erste Träger des mit 20.000 Euro dotierten Henrike Grohs-Preises, der an die 2016 ermordete Ethnologin und ehemalige Mitarbeiterin des Goethe-Instituts erinnert. Die Preisverleihung findet am 13. März 2018 in Abidjan statt.

Die hochkarätig besetzte internationale Jury hat einstimmig beschlossen, Em’kal Eyongakpa für seinen poetischen, feinsinnigen und subjektiven Ansatz den erstmalig ausgelobten Henrike Grohs-Preis zu verleihen. „Seine Kunstwerke reflektieren universelle Belange der Menschheit. Die multidisziplinäre Ausrichtung seiner Praxis, die auf Kenntnissen der Wissenschaft, Ethnobotanik, des magischen Realismus, Experimentierens und der Utopie basiert, entspricht genauestens den zentralen Wertvorstellungen, die dem Henrike Grohs-Preis zugrunde liegen“, hieß es in der Jurybegründung. Die diesjährige Jury besteht aus der Künstlerischen Leiterin der RAW Material Company Koyo Kouoh aus Dakar, der Künstlerin und Vertreterin der Familie Grohs Laurence Bonvin aus Berlin, dem Leitenden Kurator der National Gallery of Zimbabwe Raphael Chikukwa aus Harare sowie dem Kurator Simon Njami aus Paris.
 
Em'kal Eyongakpa, geboren 1981, ist ein Intermedia-Künstler aus Kamerun. Er widmet sich selbst erlebten, aber auch fremden sowie kollektiven Geschichten und nähert sich ihnen, durch rituellen Gebrauch von Wiederholung und Transformation. Seine jüngsten Arbeiten greifen zunehmend auf indigene Wissenssysteme und Ästhetik, Ethnobotanik, angewandte Mykologie und Technologie zurück. Eyongakpa ist außerdem durch seine selbstorganisierten, gemeinschaftlichen Forschungsprojekte und unabhängigen Kunst-Hubs, wie etwa die KHaL!SHRINE in Yaoundé (2007-2012) sowie die kürzlich ins Leben gerufene Klangkunst- und Musikplattform ɛfúkúyú, bekannt. Er hat Pflanzenbiologie und Ökologie an der Universität Yaoundé studiert und ist Alumni der Rijksakademie in Amsterdam. Eyongakpas Werke wurden kürzlich auf der Jakarta Biennale (2017), der 13. Sharjah Biennale (2017), der Biennale von Montreal (2016), der 32. Biennale von São Paulo (2016), der 9. und 10. Begegnung von Bamako (2011, 2015), der 10. Biennale Moderner Afrikanischer Kunst, Dak'art (2012) sowie in weiteren internationalen Kunsträumen und Museen weltweit ausgestellt.
 
Der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann erklärte: „Mit Henrike Grohs haben wir nicht nur eine hoch geschätzte und geliebte Kollegin verloren, sondern auch einen Menschen, der durch seine Auffassung und sein Wirken Hoffnung in die Welt getragen hat. Deshalb ist es besonders wichtig, das Andenken an Henrike Grohs mit einer Perspektive zu verbinden, die sie in ihrem Wirken und Wollen zeigt. Mit dem Preis ist das in besonderer Weise gelungen, da er das Anliegen von Henrike Grohs fortführt: Afrikanische Kulturschaffende zu unterstützen und einen Beitrag zum internationalen Dialog zu leisten. Ich gratuliere dem ersten Preisträger Em’kal Eyongakpa, mit dem die Jury in einem sorgfältigen Auswahlverfahren eine hervorragende Wahl getroffen hat.”
 
Neben Em’kal Eyongakpa waren für den Preis nominiert Georgina Maxim aus Simbabwe und Makouvia Kokou Ferdinand aus Togo.
 
Umfangreiche Informationen zum Preis finden Sie unter:
www.goethe.de/henrike-grohs-art-award
 
Weitere Informationen zum Preisträger finden Sie hier:
https://youtu.be/xkagubNL6ZA
https://emkaleyongakpa.blog/2018/01/09/untitled-thirty-seven-so-batu-intercepted-messages/
 
Hier finden Sie Pressefotos:
http://goo.gl/8rgQco
 
Über den Henrike Grohs-Preis
Der Henrike Grohs-Preis soll das Lebenswerk von Henrike Grohs fortsetzen, die sich Zeit ihres Schaffens für Künstlerinnen und Künstler in Afrika engagiert hat. Der Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert: „Henrike Grohs hat die Prinzipien und Werte des internationalen Kulturaustausches, wie ihn das Goethe-Institut versteht, in höchstem Maße verkörpert. Das Goethe-Institut will durch Kunst und Kultur Brücken zwischen den Menschen bauen und dazu beitragen, die afrikanische zeitgenössische Kultur im globalen Diskurs sichtbarer zu machen. Dafür steht der Henrike Grohs-Preis. Er ist ein klares Zeichen gegen Gewalt und Fanatismus.“
 
Der Preis wird ab 2018 alle zwei Jahre an Künstler oder Künstlerkollektive verliehen, die im Bereich der bildenden Kunst tätig sind. Künstlerische Qualität ist dabei das wichtigste Kriterium für die Auszeichnung. Gemeinschaftliche Partnerschaften, Vermittlung von Wissen an andere Künstlerinnen und Künstler sowie soziales Engagement sind entscheidende Faktoren für die Anerkennung der Jury, die aus namhaften Kulturschaffenden und Kunstexperten aus vier afrikanischen Ländern besteht: der Künstlerischen Leiterin der RAW Material Company Koyo Kouoh aus Dakar, der Künstlerin und Vertreterin der Familie Grohs Laurence Bonvin aus Berlin, dem Leitenden Kurator der National Gallery of Zimbabwe Raphael Chikukwa aus Harare und dem Kurator Simon Njami aus Paris.
 
Über Henrike Grohs
Henrike Grohs verstarb am 13. März 2016 bei einem terroristischen Anschlag in der Elfenbeinküste, bei dem 17 weitere Menschen ums Leben kamen. Die studierte Ethnologin leitete seit 2013 das Goethe-Institut in Abidjan. Sie war Mitgründerin des Projekts „Next – Interkulturelle Projekte“ am Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Zwischen 2002 und 2009 arbeitete sie für die Berliner Philharmoniker, bevor sie 2009 als Referentin für Kultur und Entwicklung an das Goethe-Institut in Südafrika wechselte. Henrike Grohs wurde 51 Jahre alt.
 
Über das Goethe-Institut in Afrika
Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es insgesamt 19 Goethe-Institute. Die Unterstützung der lokalen Kunstszenen und die Förderung des panafrikanischen Kunstdiskurses gehören neben der Vermittlung der deutschen Sprache zu ihren Hauptaufgaben. Das Goethe-Institut ist präsent in Abidjan, Accra, Addis Abeba, Alexandria, Kairo, Casablanca, Dakar, Dar es Salaam, Johannesburg, Khartoum, Kigali, Lagos, Lomé, Luanda, Nairobi, Rabat, Tunis, Windhoek und Yaoundé sowie mit drei Verbindungsbüros in Algier, Kinshasa und Ouagadougou.
 
Kontakt:
 
Dr. Jessica Kraatz Magri
Pressesprecherin und
Bereichsleiterin Kommunikation
Goethe-Institut e.V.
Tel. +49 89 15921 249
Jessica.KraatzMagri@goethe.de
 
Viola Noll
Stellvertretende Pressesprecherin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de
 
Benjamin Keuffel
Öffentlichkeitsarbeit
Goethe-Institut Johannesburg
Tel.: +27 11 442 3232
Benjamin.Keuffel@goethe.de