23.04.2019: Stipendiatinnen und Stipendiaten 2019/2020 Kulturakademie Tarabya in Istanbul

Die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten der Kulturakademie Tarabya stehen fest: Aus über 250 Bewerbungen hat eine unabhängige Jury 21 Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Disziplinen mit Wohnsitz in Deutschland ausgewählt. Sie werden ab dem 1. Oktober 2019 in die Residenz am Bosporus ziehen. Zu den ausgewählten Residentinnen und Residenten zählen unter anderen die Bildenden Künstlerinnen und Künstler Manaf Halbouni und Mehtap Baydu, der Islamwissenschaftler Stefan Weidner, die Theaterregisseurin Sivan Ben-Yishai und die Komponistin Thea Soti.

 
 

Die Kulturakademie Tarabya in Istanbul ist ein Residenzprogramm für Künstlerinnen und Künstler aller Sparten. Es eröffnet neue Perspektiven, schafft grenzüberschreitende Begegnungen und nachhaltige Erfahrungen des kulturellen Austauschs zwischen der Türkei und Deutschland. Über 80 Künstlerinnen und Künstler haben bislang in der Residenz gearbeitet. Die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten für den Aufenthalt 2019/2020 wurden nun von einer unabhängigen fünfköpfigen Jury ausgewählt. Bewerben konnten sich Kulturschaffende sowie deutsch-türkische Künstlertandems mit Arbeits- und Wohnsitz in Deutschland aus den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Literatur, Musik, Film, Publizistik und Kulturtheorie. Finanziert werden die Stipendien vom Auswärtigen Amt. Das Goethe-Institut trägt die kuratorische Verantwortung für das Residenzprogramm.
 
Zu den diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten gehören:
 
1. Oktober 2019 bis 31. Januar 2020:

Stefan Endewert (Bildende Kunst)
Ulrich Gutmair (Publizistik/Kulturtheorie)
Manaf Halbouni (Bildende Kunst)
Steffi Niederzoll (Film)
Thea Soti (Musik)
Viron Erol Vert (Bildende Kunst)
 
1. Februar 2020 bis 31. Mai 2020:
Mehtap Baydu (Bildende Kunst)
Sivan Ben-Yishai (Literatur)
Anil Eraslan (Musik)
Mona Mahall & Asli Serbest (Bildende Kunst)
Ezgi Kiliçaslan (Film)
Stefan Weidner (Publizistik/Kulturtheorie)
Tamer Yiğit (Darstellende Kunst)
 
1. Juni 2020 bis 30. September 2020:
Patrizia Bach (Bildende Kunst)
Dieter Gräf (Literatur)
Kübra Gümüşay (Publizistik/Kulturtheorie)
Tanja Ostojić (Bildende Kunst)
Katerina Pelosi & Rosa Wernecke (Darstellende Kunst)
Laura Ritzmann de Oliveira Mello (Musik)
 
Über die Kulturakademie Tarabya
Die Kulturakademie Tarabya wurde im Jahr 2012 auf Initiative des Deutschen Bundestags gegründet und ermöglicht einen künstlerischen Austausch zwischen der Türkei und Deutschland. Das Haus der Kulturakademie befindet sich auf dem Gelände der historischen Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Tarabya (Istanbul), auf der europäischen Seite Istanbuls etwa 15 km nördlich des Stadtzentrums. In sieben Apartments, einem gemeinsamen Begegnungsraum und zwei Ateliers bietet die Kulturakademie den Stipendiatinnen und Stipendiaten optimale Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten. Die Kulturakademie wird von der Deutschen Botschaft Ankara betrieben und ist Teil der Kulturarbeit der Deutschen Botschaft in der Türkei. Das Goethe-Institut trägt die kuratorische Verantwortung für die Kulturakademie Tarabya.
 
Jury und Beirat
Zu den fünf Mitgliedern der Jury zählen der ehemalige Leiter der Berliner Festspiele und Schriftsteller Joachim Sartorius, die Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters Shermin Langhoff, die Jazzpianistin Julia Hülsmann, die Filmemacherin Feo Aladag und der Islamwissenschaftler und Journalist Rainer Hermann. Die Jury wurde vom Beirat der Kulturakademie berufen. Dem Beirat gehören Vertreter des Bundestags, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Auswärtigen Amts und des Goethe-Instituts an. Der Akademiebeirat berät auch über die konzeptionellen Leitlinien für die Kulturakademie.
 
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.kulturakademie-tarabya.de
 
Kurzbiografien der Stipendiat/-innen 2019/2020
 
Bildende Kunst

 
Patrizia Bach (*1983, München) studierte in Berlin und Istanbul Visuelle Kommunikation und Freie Kunst. 2014 schloss sie als Meisterschülerin bei Nanne Meyer an der Weißensee Kunsthochschule Berlin ab. Bachs künstlerisches Hauptmedium ist die Zeichnung, während die Themen Archivieren, Sammeln und Ordnen sowie Großstadt als Erinnerungsspeicher die Hauptinteressen ihrer künstlerischen Arbeiten bilden. 2015/2016 konzipierte und leitete sie das Ausstellungsprojekt „Past in Each of its Moments be Citable – an Exhibition Project on Walter Benjamin’s Concept of History in the City of Istanbul“, bei dem türkische und deutsche Künstlerinnen und Gestalter Walter Benjamins Thesen auf die Stadt Istanbul übertrugen. Bach erhielt u. a. das Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin (Nafög), das Global-Stipendium des Berliner Senats und das DAAD-Stipendium für Bildende Kunst. Bach lebt und arbeitet in Berlin und Istanbul.
 
Mehtap Baydu (*1972, Bingöl) lebt und arbeitet in Berlin. Baydus Werke wurden in unterschiedlichen Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. im Centre of Contemporary Art Znaki Czasu in Torun, Polen (2016), bei der Art International Istanbul (2014), im Künstlerhaus in Stuttgart (2014) und in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel (2009) ausgestellt. Baydu arbeitet mit Skulptur, Performance und Fotografie. Sie benutzt diese Formate, um soziale Strukturen der multikulturellen Gesellschaft widerzuspiegeln. Ihre Arbeiten versteht sie als Versuch, Rollenverständnisse und gesellschaftliche Normen, Kultur und Raum übergreifend zu betrachten.
 
Stefan Endewardt (*1976, Hannover) lebt und arbeitet in Berlin. In seiner künstlerischen Arbeit bewegt er sich im Spannungsfeld zwischen Kunst, Architektur und kultureller Bildung. Anhand von Formen eines materialisierten Denkens untersucht er die Komplexität von urbanen Räumen, sozialen Gefügen und die Wechselwirkungen von Struktur und Handeln. Endewardts Praxis umfasst dabei auch kollaborative Installationen und partizipative Strategien. Er ist Gründungsmitglied der Informellen Universität in Gründung (IUIF) und der Künstlergruppen „TRANSFORM“ und „SuperFuture“. Seit 2008 leitet er den Kunst- und Projektraum „Kotti-Shop“ in Berlin-Kreuzberg.
 
Manaf Halbouni (*1984, Damaskus) ist ein syrisch-deutscher Künstler. Nachdem er Bildende Kunst in Damaskus studierte, führte er sein Studium an der Akademie für Schöne Künste in Dresden fort. In seinen Arbeiten setzt er sich mit aktuellen (außen-)politischen Diskussionen auseinander. Nach Einzelausstellungen, wie u. a. „Friday late night event“ (2015) im Londoner Victoria & Albert Museum und „Nowhere is Home“ (2016) im Museum der Bildenden Künste in Leipzig, wurde Halbouni mit der Installation „Monument“ (2017) international bekannt: Drei Busse, die hochkant vor der Frauenkirche in Dresden und dem Brandenburger Tor in Berlin aufgestellt wurden. Er transportierte aus dem Krieg in Syrien bekannte Bilder nach Deutschland und schuf so ein Mahnmal gegen den Krieg. Halbouni erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien wie zuletzt 2018 vom Auswärtigen Amt Berlin.
 
Tanja Ostojić (*1972, Titovo Užice) ist eine feministische Performance-Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Belgrad und Berlin. 1998 schloss sie ihren Magister an der Kunstakademie Belgrad ab und studierte darauf an der École Regionale des Beaux-Arts in Nantes. Ostojić untersucht in ihrer Arbeit soziale Konfigurationen und Machtverhältnisse. Mit ihren kritischen Fragestellungen in situationistischen Performances liefert sie seit Jahren wichtige Beiträge zum Diskurs um die „Festung Europa“. Ostojić ist eine der Gründerinnen der unabhängigen Künstlervereinigung Remont in Belgrad und war darüber hinaus in zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten, u. a. bei der Manifesta 2, der 49. Biennale von Venedig und der 2. Biennale von Tirana.
 
Mona Mahall & Asli Serbest
Mit dem Kollektiv „m-a-u-s-e-r“ arbeiten Mona Mahall (*1976, Füssen) und Asli Serbest (*Istanbul) seit 2007 zu Fragen des Raums in unterschiedlichen Medien auf dem Grenzgebiet zwischen Architektur und Kunst: in Installationen, Interventionen, Szenografien, Video, Text, Konzepten und Publikationen. Dabei verfolgen sie das Ziel, die sich verändernden Relationen zwischen Kunst und Architektur sowie ihre politische und soziale Wirkung aus einer queer-feministischen Perspektive zu erforschen. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und publiziert, u. a. in der Pinakothek der Moderne in München (2017), auf der Istanbul Design Biennale (2016), dem Art Center Los Angeles (2015) und der Bi-City Biennale in Shenzhen. Mona Mahall und Asli Serbest sind die Kuratorinnen der 7. Internationalen Sinop Biennale 2019 in Sinop, Türkei.
 
Viron Erol Vert (*1975, Varel) lebt und arbeitet in Berlin, Istanbul und Athen. Nach seinem Studium der Bildenden Kunst an der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen in Belgien, war er 2011/12 Meisterschüler von Tristan Pranyko an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seine Arbeiten wurden u. a. beim HMKV Dortmund (2015), im Artspace Auckland (2016) und im Leopold Museum in Wien (2017) gezeigt. Vert hatte Einzelausstellungen u. a. bei Galerist in Istanbul (2012), 2014 im Künstlerhaus Stuttgart und im Kunstraum Bethanien in Kreuzberg (2017). Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien wie 2015/16 das Arbeitsstipendium des Berliner Senats und 2014 die Ausstellungsförderung der Stiftung Kunstfonds, Bonn.
 
Darstellende Kunst
 
Katharina Pelosi & Rosa Wernecke
Katharina Pelosi hat am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen studiert und ist seither als Audiokünstlerin in den Bereichen Performance, Choreographie, Installation und Kunst im Öffentlichen Raum tätig. Sie ist Mitglied des Graduiertenkollegs „Performing Citizenship“ in Hamburg mit einem künstlerischen Forschungsprojekt zu Sound als Medium der Erinnerungskultur. Rosa Wernecke hat ebenfalls am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen sowie an der Kunsthochschule für Medien Köln studiert. Sie arbeitet als Licht- und Videodesignerin für Theater- und Tanzprojekte. Als Teil des Kollektivs „Swoosh Lieu“ schaffen Pelosi und Wernecke Performances mit Fokus auf gesellschaftspolitischen Themen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen Bühne, Ton, Video und Licht. Feministische Themen sind integraler Bestandteil ihrer Arbeitsweise. Jüngst entstand ihr Webprojekt „A feminist guide to nerdom“, das feministische Künstlerinnen vernetzen und einen Raum für weiteren Austausch bieten will.
 
Tamer Yiğit (*1974, Berlin) ist Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker, lebt und arbeitet in Berlin. Yiğit spielte die Hauptrollen in den ersten beiden Teilen von Thomas Arslans Berlin-Trilogie über das Leben türkischstämmiger Jugendlicher in Berlin: „Geschwister – Kardeşler“ (1997) und „Dealer“ (1999). In letzterem übernahm er die Titelrolle des Drogendealers Can an der Seite von Birol Ünel. Nach einigen Folgen der türkischen TV-Serie „Kurtlar vadisi – Pusu“ und Stephan Greenes „After Effect“ verkörperte er in Feo Aladags „Die Fremde“ (2010) an der Seite von Sibel Kekilli den traditionsbewussten Bruder einer nach Freiheit und Unabhängigkeit strebenden jungen Türkin. Mehrfach spielte und inszenierte er im HAU Hebbel am Ufer in Berlin.
 
Literatur
 
Sivan Ben Yishai (*1978, Tel Aviv), studierte Theaterregie und szenisches Schreiben in Tel Aviv und Jerusalem. Seit fünf Jahren lebt und arbeitet sie als Autorin und Regisseurin in Berlin. 2014 wurde ihr Stück „Never Ever Ever“ an der Israelischen Bühne in Boston uraufgeführt. 2015 inszenierte sie zwei eigene Stücke in Berlin: „3RDLND/If you know what I mean and I think you do“ und „I know I’m ugly but I glitter in the dark“. Ihr Stück „Your very own Double Crisis Club“ wurde bei den Autorentheatertagen 2017 am Deutschen Theater Berlin in der Regie von András Dömötör uraufgeführt. Die Uraufführung des zweiten Teils „Die Geschichte vom Leben und Sterben des neuen Juppi Ja Jey Juden“ sowie die des dritten Teils „Papa liebt Dich“ (Regie: Suna Gürler) wurden am Maxim Gorki Theater Berlin gezeigt. 2013 hat Ben Yishai beim Assitej-Wettbewerb in der Kategorie „Beste Show des Jahres“ gewonnen. Sie wurde zugleich als „Beste Stückeschreiberin des Jahres“ und als „Beste Regisseurin des Jahres“ für dieses Stück ausgezeichnet.
 
Dieter M. Gräf (*1960, Ludwigshafen am Rhein) arbeitete von 1991 bis 2005 als freier Schriftsteller in Köln und lebt nun in Berlin. Arbeitsaufenthalte führten ihn u. a. nach Amsterdam, Los Angeles, Rom, New York, Krakau, Peking, Venedig und Kyoto. Dieter M. Gräf veröffentlichte Gedichtbände und Kataloge in Deutschland, den USA, in Kroatien, Frankreich und China. Einzelne Gedichte wurden ins Niederländische, Italienische, Spanische, Serbische, Polnische, Russische, Türkische, Chinesische, Japanische und ins Bengalische übersetzt. Seit 1996 ist Gräf Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. 1999 und 2001 war er Jurymitglied beim Literarischen März in Darmstadt, 2012/13 Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit 2008 fotografiert er und präsentiert seine Werke seit 2014 in Ausstellungen an der Schnittstelle von Literatur und Bildender Kunst.
 
Publizistik/Kulturtheorie
 
Kübra Gümüşay (*1988, Hamburg) ist freie Journalistin, Bloggerin und Social Media Beraterin - zuletzt an der Universität Oxford. Sie schreibt und referiert zu den Themen Internet, Feminismus, Rassismus, Islam und Politik. 2010 co-gründete sie das „Zahnräder Netzwerk“ für Social Entrepreneurship. 2011 wurde ihr Blog „Ein-Fremdwoerterbuch.com“ für den Grimme Online Award nominiert. 2013 startete Gümüşay den Hashtag und die Aktionsgruppe #SchauHin gegen Alltagsrassismus, dessen Vorsitzende sie ist, sowie 2016 den Hashtag #Ausnahmslos gegen Sexismus und Rassismus.
 
Ulrich Gutmair (*1968, Dillingen an der Donau) studierte Geschichtswissenschaften und Publizistik an der FU Berlin. Seit gut zwanzig Jahren schreibt er für Tageszeitungen und Magazine schwerpunktmäßig über Pop und Geschichte. Seit 2007 ist er Kulturredakteur der taz. Die anarchischen Jahre nach 1989 hat er in seinem Buch “Die ersten Tage von Berlin. Der Sound der Wende” nachgezeichnet, das 2018 bei Klett-Cotta veröffentlicht wurde. Gutmair lebt und arbeitet in Berlin.
 
Stefan Weidner (*1967) studierte Islamwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. Er arbeitet als Autor, Übersetzer und Literaturkritiker. Von 2001 bis 2016 war er Chefredakteur der Zeitschrift „Fikrun wa Fann/Art & Thought“, die vom Goethe-Institut für den Dialog mit der islamischen Welt herausgegeben wurde. Er hat zahlreiche Lyriker aus dem Arabischen übersetzt, darunter Adonis und Mahmud Darwisch. Für seine Arbeit hat er u. a. den Clemens-Brentano-Preis, den Johann-Heinrich-Voß-Preis und den Paul-Scheerbart-Preis erhalten. Stefan Weidner lebt in Köln. Zuletzt erschien: „Jenseits des Westens: Für ein neues kosmopolitisches Denken“ (2018).
 
Film
 
Ezgi Kiliçaslan (*1978, Besni) studierte Kunst und Pädagogik an der Marmara Universität Istanbul und war Meisterschülerin bei Prof. Katharina Sieverding an der Universität der Künste Berlin. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Medien, schwerpunktmäßig mit Video und Installationen – und hinterfragt dabei Machtverhältnisse und Genderfragen. Ihre Filme wurden auf internationalen Filmfestivals gezeigt, u. a. beim Internationalen Filmfestival Oberhausen, dem International Film Festival Rotterdam und am Center for Contemporary Art Genf.
 
Steffi Niederzoll (*1981, Nürnberg), freie Drehbuchautorin und Regisseurin, studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln, an der Escuela International de Cine y Televisión auf Kuba und der Musikfakultät an der Universität der Künste in Belgrad. Ihre Kurzfilme wurden auf zahlreichen renommierten internationalen Filmfestivals gezeigt. Niederzolls Abschlussfilm „LEA“ lief in der Fächergruppe Film/Fernsehen 2008 auf der Berlinale. 2012 bis 2014 nahm sie mit ihrem Projekt „Peripherie“ am First Movie Programm teil.
 
Musik
 
Anıl Eraslan (*1981) ist ein in Berlin lebender türkisch-französischer Cellist. Er bereichert sein künstlerisches Forschen durch seine zweifache kulturelle Herkunft, indem er Neue Musik, Improvisation, Jazz sowie traditionelle türkische Musik in seinem Repertoire vereint. Eraslan studierte Klassik, Jazz und Neue Musik am Musikkonservatorium in Straßburg. Seither ist er in zahlreichen internationalen Projekten in den Szenen des Jazz und der improvisierten Musik unterwegs. Er war Artist in Residence von 2012 bis 2015 auf der Illiade in Illkirch, ebenso 2012 in Berlin mit der Förderung des CEAAC (Centre Européen d'Actions Artistiques Contemporaines), im OMI Arts Center New York (2014) sowie 2015 in Köln (UmStumm Festival) und Duisburg (Lokal Harmonie). Er arbeitet mit Künstlern wie John Lindberg, Fred Frith, Tristan Honsinger, Antonis Anissegos, Sylvain Kassap, Axel Dörner und Tobias Delius zusammen und spielt Konzerte mit den Bandprojekten Auditive Connection, Balboura, Kemik Trio sowie dem Berliner Kollektiv Trickster Orchestra.
 
Laura Ritzmann de Oliveira Mello (*1972) ist eine aus Brasilien stammende und in Berlin lebende Soundkünstlerin. Ihre Arbeit umfasst intermediale Kompositionen, Performances und Soundinstallationen an der Schnittstelle zwischen elektronischer, akustischer und Popmusik. Neben vielen anderen Projekten war sie 2016 und 2017 Sängerin bei Produktionen von Nicholas Bussmann im Rahmen von Märzmusik / Haus der Berliner Festspiele sowie am SAVVY CONTEMPORARY.
 
Thea Soti (*1985, Subotica) ist Sängerin, Komponistin und Klangkünstlerin, geboren in Serbien in einer ungarischen Familie. Sie studierte Jazz-Gesang und Komposition in Berlin, Hannover, Köln und Luzern. Sie erforscht die Möglichkeiten, die menschliche Stimme als Instrument einzusetzen und das Zusammenfügen von durchkomponierten Strukturen und freier Improvisation. Sie gilt als mutige und kompromisslose Stimme an der Schnittstelle zwischen Jazz, aktueller Musik, avantgardistischer Poesie und improvisierter Musik. Neben interdisziplinären Tanzprojekten arbeitet sie in den Grenzbereichen zwischen Sprache, Klang und Text. Aktuell sind sie und ihre Kompositionen sowohl in Groß-Ensembles (Fette Hupe, Modern Art Orchestra, Subway Jazz Orchestra) als auch in frei improvisierenden Besetzungen zu hören (RYMM, Monsters For Breakfast). Sie ist Gründungsmitglied des europäischen Komponistenkollektivs „SUNGSOUND“. Seit 2015 kuratiert sie die experimentelle Konzertreihe „STIMMUNGEN“ zusammen mit Mascha Corman im Loft in Köln.
 
Kontakt:

Dr. Jessica Kraatz Magri
Pressesprecherin und
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