12.09.2016: Nachruf Trauer um Jutta Limbach

Das Goethe-Institut trauert um seine ehemalige Präsidentin Jutta Limbach (1934-2016). Sie hat zwischen 2002 und 2008 mit sprachpolitischen Initiativen wie „Das schönste deutsche Wort” den internationalen Kulturaustausch sowie die Förderung der deutschen Sprache im Ausland geprägt und für ein weltweites Publikum erfahrbar gemacht.

Jutta Limbach, die ehemalige Präsidentin des Goethe-Instituts, ist am vergangenen Samstag im Alter von 82 Jahren verstorben. Die 1934 in Berlin geborene SPD-Politikerin und Juristin war Berliner Justizministerin in den Jahren nach dem Mauerfall sowie von 1994 bis 2002 Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts. Von 2002 bis 2008 war sie Präsidentin des Goethe-Instituts. Jutta Limbachs besonderes Engagement galt der Förderung der deutschen Sprache im Ausland und einem mehrsprachigen Europa, das sie auf die prägnante Formel brachte: „Englisch ein Muss, Deutsch ein Plus”. Neben Großprojekten wie „Die Macht der Sprache” oder „Sprache ohne Grenzen” hat Jutta Limbach durch Initiativen wie „Das schönste deutsche Wort” oder „Das beste ausgewanderte Wort” einen spielerischen Umgang mit Sprache angestoßen und breite Bevölkerungskreise erreicht.
 
Klaus-Dieter Lehmann, ihr Nachfolger als Präsident der größten deutschen Mittlerorganisation der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik: „Das Goethe-Institut ist Jutta Limbach zu großem Dank verpflichtet. Als Präsidentin des Goethe-Instituts hat sie über ihre Amtszeit von 2002 bis 2008 hinaus viel bewegt. Sie selbst sprach vom schönsten Ehrenamt. ‚Nur was sich ändert, bleibt' – mit diesem Leitsatz hat Jutta Limbach Mut zum Aufbruch gemacht, zum Mitdenken angeregt und Veränderungen auf den Weg gebracht. Das konnte sie leisten, weil sie glaubwürdig war und das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen hatte. Dazu kamen ihre Fairness, ihre Vitalität und ihre Gelassenheit im Umgang mit Situationen und Menschen. Jutta Limbach war überzeugt von der Schönheit und der Vielfalt der deutschen Sprache. Sie wusste um die entscheidende Wirkung von Sprachkompetenz für den politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Erfolg, auch und nicht zuletzt als Schlüssel zur Integration.”
 
Der Generalsekretär Johannes Ebert: „Jutta Limbach war eine warmherzige und kluge Präsidentin des Goethe-Instituts, eine weltweit geschätzte Persönlichkeit, die immer auch ein offenes Ohr für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der ganzen Welt hatte. Ihr ganzer Einsatz galt dem internationalen Kulturaustausch in einer globalen Welt, für den das Goethe-Institut steht. Die Integrität, Offenheit und Klarheit Jutta Limbachs als Person fand ihren besten Ausdruck in ihrer präzisen und unprätentiösen Sprache. Die deutsche Sprache mit vielfältigen Mitteln zu fördern und im internationalen Austausch zu stärken, war ihr bei ihrem Engagement für das Goethe-Institut ein besonders wichtiges Anliegen. Wir trauern um Jutta Limbach!”
 
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit. Mehr Informationen unter www.goethe.de.

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