Aktuelle Fragestellungen und Zukunftsentwürfe
Die Zukunft von Museen

Ab dem 18. Mai startet das Goethe-Institut eine Reihe von Podiumsdiskussionen mit internationalen Expert*innen zu aktuellen Herausforderungen für die Institution Museum. Gemeinsam mit dem Iwalewahaus in Bayreuth, dem Lenbachhaus in München und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geht es dabei unter anderem um das Museum als Ort für Erinnerung und Gemeinschaft, globale Macht- und Besitzverhältnisse, internationale museale Kooperationen sowie Kunstsammlungen der Ukraine.

Die Diskussionsreihe, die am 18. Mai in Bayreuth ihren Auftakt hat, beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, zu denen sich Gäste aus Indien, Afrika, Südamerika und Europa austauschen. Sie schließt an die im Jahr 2021 im Verlag Turia + Kant erschienenen Publikation „Zukunft Museum/Museum Futures“ an, in der sich viele internationale Autor*innen mit der Frage nach der gesellschaftlichen Funktion von Museen auseinandersetzen.

Das Museum als Gedächtnis: Hin zu vielfältigen Arten des Erinnerns und Vergessens

Iwalewahaus Bayreuth, 18. Mai 2022, 20:00 Uhr, Foyer, Wölfelstraße 2, 95444 Bayreuth

Museen sind auch Orte der (Neu-)Verhandlung von Erinnerung und sollten umso mehr ein öffentlicher Raum für vielfältige Anliegen und Gruppen innerhalb einer Gesellschaft sein. Welche Erinnerungen finden aber ihren Weg in die Institution Museum, welche nicht? Wie geschieht dies? Wer gestaltet, gründet und formt die Museen heute und in Zukunft? Wessen Erinnerungen werden ignoriert? Wer hat Zugang zu den Erinnerungen, die in Museen gesammelt werden? Welche Alternativen gibt es? Im Iwalewahaus diskutieren Avni Sethi, Gründerin des „Conflictorium, Museum of Conflict“, die Kuratorin  Latika Gupta, die Künstlerin und Kuratorin Molemo Moiloa und José Eduardo Ferreira Santos, Mitgründer und Kurator des Arcevo da Laje über das Potenzial – und auch die Grenzen – der Institution Museum. Kann sie ein Raum für vielfältiges und multidirektionales Erinnern werden?

Wem gehört das Museum? (Post-)koloniale Besitzverhältnisse und Kooperationen im Zeitalter der Globalisierung

Lenbachhaus, 24. Mai 2022, 19:00 Uhr, Georg-Knorr-Saal, Luisenstraße 33, 80333 München

Museen als global vernetzte Institutionen sind in vielschichtige politische, ökonomische und epistemische Macht- und Besitzverhältnisse eingebettet und prägen diese auch mit. Sie sind Knotenpunkte weltweiter musealer, kuratorischer und künstlerischer Kooperation. Können sie im Kontext der Diskussion um (post-)koloniale Besitzverhältnisse anders gedacht werden? Wie können Teilhabe sowie Zugangs- und Besitzverhältnisse am kulturellen Erbe im Zeitalter der Globalisierung anders gestaltet werden? Darüber, welche Zusammenarbeit – lokal und global, physisch und digital – im Museum der Zukunft möglich und erwünscht ist, diskutieren die Kurator*innen Shuddabrata Sengupta, Flower Manase und Luiza Proença und Chao Tayiana Maina, Expertin für kulturelles Erbe.

Das Museum als Spiegel historischer Brüche und gesellschaftlicher Diskontinuitäten: Wie Museumssammlungen die Geschichte der Ukraine erzählen

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 8. Juni 2022, 18:00 Uhr Uhr, Lichthof des Albertinum

Ausgehend vom Ausstellungsprojekt Blindstrom setzt sich die Veranstaltung mit der Frage auseinander, wie Geschichte und Identität der Ukraine, aber auch imperialistische russische und sowjetische Kulturpolitik in ukrainischen Museumssammlungen eingeschrieben sind. Nach einer Einführung durch Oksana Barshynova, Chefkuratorin des Nationalmuseums der Ukraine in Kiew, in die Sammlungsgeschichte ihres Hauses und der Präsentation des Projekts Blindstrom durch die Künstlerin Nadia Kaabi-Linke und die Kuratorin Daria Prydybailo diskutieren letztere mit der Künstlerin Lada Nakonechna und Tetyana Filevska vom Ukrainischen Institut über die Spuren des russischen Imperialismus in den Kunstsammlungen der Ukraine und darüber, wie dieses Erbe imperialistischer Unterdrückung überwunden werden kann.

Blindstrom ist ein Projekt von Nadia Kaabi-Linke und Daria Prydybailo (Art Matters Ukraine), das in Kooperation mit dem Goethe-Institut Kiew entstand. Es setzt sich mit dem „Spezfonds“ des Nationalen Kunstmuseums in Kiew auseinander. Dieser Fonds enthält Kunstwerke, die im Kontext der Großen Säuberung unter Stalin als anti-sowjetisch gebrandmarkt und gesammelt wurden, um sie vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen oder gar zu zerstören. 

Alle Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.goethe.de/museum

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 158 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. In der Ukraine ist das Goethe-Institut mit einem großen Institut vertreten, von dem aus ein großes Netzwerk von drei Kulturgesellschaften, 15 Sprachlernzentren, 17 Partnerbibliotheken oder Lesesälen und vielen Hochschulkooperationen koordiniert wird.

Kontakt:

Katrin Figge
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 89 15921002
katrin.Figge@goethe.de

Viola Noll
Stv. Pressesprecherin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
viola.noll@goethe.de