05.04.2017: Bildungsnetzwerk für Berufseinstieg Jugendarbeitslosigkeit in Italien: Ein Netzwerk zur beruflichen Bildung

Noch vor wenigen Jahren lag die Jugendarbeitslosigkeit in Italien bei 45 Prozent. Auch wenn weitreichende Reformen die Situation seitdem verbessert haben, hat sich im Süden des Landes die Lage kaum entspannt. Ein Projekt des Goethe-Instituts und der Stiftung Mercator soll nun jungen Menschen in Süditalien den Einstieg in das Berufsleben erleichtern.

Um dieses Ziel zu erreichen, bauen das Goethe-Institut, seine italienischen Partner und die Stiftung Mercator ein Bildungsnetzwerk in Apulien und der Basilikata auf, das Schulen, Unternehmen, Institutionen und Jugendarbeit verbindet. Mehr denn je gilt es, die Bereitschaft seitens der Betriebe zu fördern, Jugendliche auszubilden und ein Übergangsmanagement zwischen Schulen und Betrieben aufzubauen. Der Projektsitz in Italien befindet sich in Rom und Bari. Zusätzlich wird in Brüssel eine Koordinierungsstelle aufgebaut, die die Aufgabe hat, Erfahrungen von 20 europäischen regionalen Bildungsnetzwerken auszuwerten und konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Die Stiftung Mercator hat in ihrer Beiratssitzung für dieses Projekt 1,8 Millionen Euro genehmigt. Das Goethe-Institut, die Regionen Apulien und Basilikata sowie weitere Partner geben zusätzliche 2,2 Millionen Euro dazu.
 
Hintergrund
Schon seit 2012 engagiert sich das Goethe-Institut mit dem Projekt „Mit Deutsch in den Beruf“ in ganz Südwesteuropa, um den Expertenaustausch zur dualen Ausbildung zu verstärken. In den letzten Jahren hat sich in Italien viel getan: Durch weitreichende Arbeitsmarkt- und Bildungsreformen wurde das italienische Schulsystem reformiert. Ein Wechsel des Lernortes zwischen Schule und Betrieb in den letzten drei Schuljahren ist nun Pflicht. Ein vorgesehenes Betriebspraktikum umfasst in den berufsbildenden Schulen mindestens 400 Stunden, in den Gymnasien mindestens 200 Stunden. Es handelt sich dabei nicht um eine duale Ausbildung nach deutschem Vorbild, sondern eher um ein Programm zur Berufsorientierung. Im Mai 2016 haben die Bildungs- und Arbeitsministerien Italiens und Deutschlands eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, in der es u.a. um Modelle der Berufsorientierung und der Förderung des Einstiegs in den Arbeitsmarkt sowie um die Verbesserung der Berufsausbildung in Schule und Betrieb auf Basis dualer Ansätze geht.
 
Über die Stiftung Mercator
Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung. Sie strebt mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Dabei konzentriert sie sich darauf, Europa zu
stärken, den Bildungserfolg benachteiligter Kinder und Jugendlicher insbesondere mit Migrationshintergrund zu erhöhen, Qualität und Wirkung kultureller Bildung zu verbessern, Klimaschutz voranzutreiben und Wissenschaft zu fördern. Die Stiftung Mercator steht für die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung. Als eine führende Stiftung in Deutschland ist sie national wie international tätig. Dem
Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie und dem Sitz der Stiftung, fühlt sie sich besonders verpflichtet.
 
Über das Goethe-Institut

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.
 
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