13.06.2017: Museum für Druckkunst Eröffnung der hebräischen Grafikdesign-Ausstellung „NEW TYPES” in Leipzig

Die deutsch-jüdischen Künstler Franzisca Baruch, Henri Friedlaender und Moshe Spitzer gelten als Pioniere des hebräischen Grafik-Designs. Ihrem Schaffen widmet das Museum für Druckkunst Leipzig nun die Ausstellung „NEW TYPES”. Sie eröffnet am 18. Juni anlässlich der Jüdischen Woche 2017 in Anwesenheit von Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts. Neben den Arbeiten der drei Kunstschaffenden werden erstmals neu entdeckte Materialien aus ihren Nachlässen gezeigt.

„Was für ein Ereignis: von Leipzig nach Jerusalem, von Jerusalem nach Leipzig. Das ist die Geschichte einer unglaublichen Schriftgestaltung. Dazwischen liegen 90 Jahre! Leipzigs Schriftgießereien und jüdische Schriftgestalter schufen hier die modernen hebräischen Schriften. Die Nazis vertrieben brutal die jüdischen Typographen. Diese setzten dann in Palästina die Moderne um. Jetzt schließt sich der Kreis. Das Museum für Druckkunst bewahrt große Teile dieses schöpferischen Ursprungs. Das ist Leipzig, der Hort der Schwarzen Kunst!”, sagt Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, anlässlich der Ausstellungseröffnung.

Die Werke der drei Künstler Franzisca Baruch, Henri Friedlaender und Moshe Spitzer gelten als Pionierarbeiten einer neuen Formensprache Israels und haben das hebräische Grafik-Design entscheidend geprägt. Ihre Schriftzüge, Embleme und Buchgestaltungen prägen bis heute den öffentlichen und privaten Raum Israels. Sie sind vom künstlerischen und sozialen Umfeld Deutschlands geprägt, das die Kunstschaffenden durch ihr Studium und Wirken in Berlin und Leipzig kennenlernten, bevor sie in den 1930er Jahren emigrierten. Auch die Gestaltungsprinzipien von „Bauhaus” und „Deutschem Werkbund” werden in ihren Arbeiten evident.

Das Museum für Druckkunst Leipzig eröffnet am 18. Juni die Ausstellung „NEW TYPES”. Sie zeigt ausgewählte Arbeiten hebräischen Grafik-Designs der drei Kunstschaffenden aus der Zeit von 1920 bis 1970. Anlässlich der Jüdischen Woche 2017 wurde die Ausstellung für das Museum für Druckkunst Leipzig unter Kuration der israelischen Grafik-Designerin Ada Wardi adaptiert. Das Goethe-Institut und weitere Partner ermöglichen sie durch ihre Unterstützung. 2015 wurde die Ausstellung bereits im Israel Museum Jerusalem in Kooperation mit dem Goethe-Institut präsentiert.

Die Ausstellung zeigt erstmals neu entdecktes Material aus den Nachlässen der drei Künstler und Exponate aus Deutschland, den Niederlanden sowie der Schweiz. Die Werke veranschaulichen den historischen und kulturellen Kontext der Arbeiten aller drei Künstler und präsentieren deren grafisches Kunstschaffen als Beispiel für einen einzigartigen und bisher wenig beachteten Kulturtransfer zwischen Deutschland und Israel. Bis zum 24. September ist die Ausstellung in Leipzig zu sehen. Begleitet wird sie von einem Besucherprogramm und öffentlichen Führungen.

„NEW TYPES”. Drei Pioniere des hebräischen Grafik-Designs
Museum für Druckkunst Leipzig

Ausstellung: 18. Juni bis 24. September 2017
Eröffnung: 18. Juni 2017 um 11:30 Uhr
Pressegespräch: 16. Juni 2017 um 11 Uhr

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm finden Sie unter: www.druckkunst-museum.de

Die Ausstellung „NEW TYPES” wurde erstmals organisiert und präsentiert vom Israel Museum, Jerusalem, und wird unterstützt vom Goethe-Institut, Stadt Leipzig, Leipzigstiftung, Gesellschaft zur Förderung der Druckkunst Leipzig e.V, Israelische Botschaft Berlin, Deutsche Bank Stiftung, Dr. Tessen von Heydebreck und der Schocken-Foundation. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Kontakt:

Viola Noll
Stellvertretende Pressesprecherin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de

Almut Hertel
Pressereferentin
Museum für Druckkunst Leipzig
Tel.: +49 341 23 62 11
almut.hertel@druckkunst-museum.de