Nowosibirsk A SIXth state of mind: der sechste Game Jam in Nowosibirsk

Der sechste Game Jam des Projekts ART GAMES fand von 6. bis 8. Oktober 2017 im Technopark Akademgorodok in Nowosibirsk statt und erreichte in  Sibirien ein großes Publikum. Er entstand in Zusammenarbeit des Goethe-Instituts, des Entwicklerstudios Maschinen-Mensch, der Gesellschaft GameDevEvents Nsk, des Akademparks, des Unternehmens Alawar und wurde gefördert durch das Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland.

Insgesamt trafen sich 53 Teilnehmer*innen aus verschiedenen Städten Sibiriens und der Uralregion, um im Verlauf von 48 Stunden ein neues Computerspiel zu entwickeln. Nach den einleitenden Worten der Wettbewerbs-Jury, der Aleksej Plotnikow (GameDevEvents Nsk), Anna Morosowa (Goethe-Institut Nowosibirsk), Lisa Mayerhöfer (Zentrale des Goethe-Instituts) und Nadeschda Shuk (Alawar, Nowosibirsk) angehörten, wurde das Thema des Game Jams bekanntgegeben: „Future now“. Zwei Tage lang hieß es für erfahrene und angehende Entwickler*innen sowie Designer*innen, Künstler*innen, Musiker*innen, Journalisten*innen und Spezialist*innen, neue Computerspiele zu entwickeln, die dazu anhalten sollen, darüber nachzudenken, was der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten bevorsteht – oder vielleicht auch schon morgen, und welchen Einfluss dies auf persönliche Entscheidungen haben kann. „Die Zukunft ist nicht abstrakt, sie bricht schon jetzt an.“ – Mit diesen Worten begann der Countdown; in 48 Stunden mussten die Teams die fertigen Spiele präsentieren.

Viele der Teilnehmer*innen kannten einander nicht, und die Teams bildeten sich direkt vor Ort. Trotz des Schlafmangels (der irgendwie kompensiert werden musste, die Teilnehmer*innen tranken in 48 Stunden 100 Liter Kaffee!) herrschte vor Ort eine kreative und freundschaftliche Atmosphäre. Die Teams lernten sich kennen, gingen frei auf die Organisator*innen zu und tauschten ihre Erfahrungen aus. Am Ende waren 12 vollwertige Spiele mit schillernden Kunstkomponenten und originellen sozialen Botschaften entstanden.

Zum Abschluss des Wettbewerbs konnten sich alle Teilnehmer*innen als Gewinner*innen fühlen. Sie wurden zu der Eröffnung der Ausstellung des Goethe-Instituts „Games and Politics“ im Kultur- und Freizeitzentrum „Pobeda“ eingeladen. Darüber hinaus wurden drei Teams nominiert: Team Choo-Choo mit „Choo-Choose“. Dieses Spiel macht es möglich, die eigenen moralischen Grundsätze und Werte auf die Probe zu stellen. Sowie das aus sechs Entwickler*innen bestehende Team „Five“ mit einem gleichnamigen Spiel, in dem die Folgen einer bestimmten Wahl für die Zukunft einer Zivilisation auf einem neuen Planeten abgeschätzt werden müssen. Und schließlich das Team zweier Programmierer aus Akademgorodok mit dem Prokrastinationsspiel „DrEADLINE“, das von einer melancholischen Katze handelt, die eine Diplomarbeit schreiben muss.

Die Jury in Deutschland entschied sich dafür „Choo-Choose“ zu nominieren. Das Spiel wird gemeinsam mit allen anderen 2018 auf dem A MAZE. Festival in Berlin (25. bis 29. April) ausgestellt, das Team erhält ein Mentoring durch ein Mitglied der deutschen Jury. Mehrere Teams haben erklärt, ihre Spiele auch nach dem Game Jam weiterentwickeln zu wollen.