Seoul TWO can play that game: der zweite Game Jam in Seoul

Nach dem Auftakt in Mexiko-Stadt wanderte ART GAMES einmal um den Globus: Der zweite Game Jam der Reihe erfolgte von 20. bis 22. Januar 2017 im Nam June Paik Art Center(NJPAC) in Seoul/Yongin. Insgesamt 31 hochmotivierte Teilnehmer*innen fanden sich ein, um innerhalb von 48 Stunden politische, künstlerische Spiele zu entwerfen. Bei der Auswahl der Teilnehmer*innen wurde wie immer auf Diversität geachtet und so ergab sich eine spannende Mischung aus unterschiedlichen Hintergründen, Altersschichten und Erfahrungsständen im Entwickeln von Spielen. Gamedesigner trafen auf Filmregisseurinnen, Künstler auf Programmiererinnen. Besonders positiv fiel auf, dass fast die Hälfte der Anwesenden Frauen waren.

Nach der Vorstellung der Jury per Videobotschaft, hielten die Künstler*innen und Spieleentwickler*innen Auriea Harvey und Michaël Samyn (tale of tales) eine ebenso kritische, wie inspirierende Keynote: „If you really want to share the things you feel strongly about, offer them to your audience for interrogation.“ (Wenn Du wirklich die Dinge thematisieren willst, die Dir am Herzen liegen, dann biete sie deinem Publikum für ein Kreuzverhör an.) Anschließend enthüllte der Direktor des Art Centers Suh Jin-suk das geheime Thema des Game Jams: Utopia. Umgeben Nam June Paiks Werken befanden sich die Art Gamer*innen an einem perfekten Ort, war doch der Künstler einer der ersten, der mit den modernen Kommunikationsmedien in der Kunst experimentierte und das gesellschaftliche Potential sowie die Gefahren des Digitalen begriff. 

Noch in der ersten Nacht hatten sich bisher einander Fremde in unterschiedlichen Konstellationen zusammengetan, um gemeinsam an ihren Ideen zu arbeiten und auf viele Stunden Schlaf zu verzichten. Dieser Eifer riss auch bis zur Abschlussveranstaltung am Sonntagabend nicht ab. Aus einer Vielzahl von 11 entstandenen Projekten (darunter sogar Brettspiele) entschied sich die lokale Jury, bestehend aus Riad Djemili (Maschinen-Mensch), Jinsuk Suh (Nam June Paik Art Center), Arndt Röskens (Goethe-Institut Korea), für die Spiele: „Sunshine“, „Flower Gear“ und „2948 Little Brother“. Die Jury in Deutschland wiederum wählte „Sunshine“ für das Mentor*innen-Programm aus. Wie auch in Mexiko-Stadt werden zwei Vertreter*innen des Teams eingeladen, das Spiel in Deutschland zu präsentieren.