Deutsch-Israelische Literaturtage 2016

Deutsch-Israelische Literaturtage Foto: dpa

3 Tage - 3 Orte - 18 Stimmen:
Vom 2. bis zum 6. November 2016 treffen sich in Berlin Autorinnen und Autoren aus Israel und Deutschland. Sie lesen und diskutieren unter dem Titel "Im Neuland" über Flucht und Integration.

Mit dabei sind: Roy Arad, Nir Baram, Shida Bazyar, Yonatan Berg, Marica Bodrožić, Nora Bossong, Anat Einhar, Liat Elkayam, Sherko Fatah, Norbert Gstrein, Pierre Jarawan, Leora Kamenetzky, Daniel Kehlmann, Etgar Keret, Germaw Mengistu, Dorit Rabinyan, Yishai Sarid und Thomas von Steinaecker.

Moderation: Shelly Kupferberg (rbb), Sigrid Brinkmann (Deutschlandradio Kultur), Knut Elstermann (radioeins), Heike Friesel (Goethe-Institut), Ralf Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung), Carsten Hueck (Deutschlandradio Kultur).

Eine Veranstaltung von Goethe-Institut und Heinrich-Böll-Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Mittwoch, 2. November 2016, 20.00 Uhr
Deutsches Theater / Kammerspiele

Begrüßung: 

Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts
Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Offenes Buch
Mit Die sieben guten Jahre hat Etgar Keret Neuland betreten. Sein erstes nicht fiktionales Buch erschien in vielen Ländern, unter anderem im Iran - nicht aber in Israel. Für Keret ist Literatur ein Flugticket, das Treffen über Grenzen hinweg ermöglichen soll. Mit Daniel Kehlmann blickt er nicht nur auf die letzten sieben Jahre, sondern auch auf unsere Gegenwart.
Etgar Keret (Israel) - Daniel Kehlmann (Deutschland)
Moderation: Shelly Kupferberg - rbb


Sonnabend, 5. November 2016, 20:00 Uhr
Roter Salon / Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz


Fremde Heimat
Was heißt es, seine Heimat verlassen zu müssen und in der Fremde ein neues, anderes Leben zu beginnen? Wie lebt es sich zwischen zwei Welten?
Germaw Mengistu (Israel) - Pierre Jarawan (Deutschland)
Moderation: Shelly Kupferberg - rbb

Im Anschluss Gesprächsrunde mit den Autorinnen und Autoren der Deutsch-Israelischen Literaturtage.

Sonntag, 6. November 2016
Haus der Heinrich-Böll-Stiftung


11:00 Uhr, Lesung und Diskussion
Der letzte Ort 
Wir sind es gewohnt, mit unserem Pass frei reisen zu können und als zahlende Touristen gut behandelt zu werden. Wie ist es aber, wenn man im fremden Land zum ungeliebten Gast wird?
Liat Elkayam (Israel) - Sherko Fatah (Deutschland)
Moderation: Carsten Hueck - Deutschlandradio Kultur


12:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Wirtschaftsflüchtlinge
Die Wirtschaft verfolgt uns in jeden Lebensbereich. Wir managen inzwischen nicht nur unser berufliches Leben, sondern auch unser privates. Welche Fluchtwege aus dem Diktat der Ökonomie lassen sich finden?
Yishai Sarid (Israel)  - Nora Bossong (Deutschland)
Moderation: Shelly Kupferberg - rbb

12:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Global Players
Wer erfolgreich sein will, muss flexibel sein. Selbst wenn man meint, nur Gutes zu tun - welcher Handlungsspielraum bleibt einem, wenn man im Reich der großen Player mitmischen will?
Nir Baram (Israel) - Thomas von Steinaecker (Deutschland)
Moderation: Sigrid Brinkmann - Deutschlandradio Kultur

14:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Die Neuen
In den Medien erreichen uns Tag für Tag Nachrichten über Flüchtlinge, mit denen wir im Alltag nur selten in Berührung kommen. Was bestimmt unser Bild von den Neuankömmlingen? Und was sagt es über uns aus?
Anat Einhar (Israel) - Shida Bazyar (Deutschland)
Moderation: Knut Elstermann - radio eins

14:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Lieder auf der Flucht
„Dichten ist wie Uran gewinnen: Arbeit ein Jahr, Ausbeute ein Gramm“, schrieb einst Wladimir Majakowski. Hier wird vorgestellt, woran lange gearbeitet und gefeilt wurde - fette Ausbeute garantiert!
Yonatan Berg (Israel) - Roy Arad (Israel) - Marica Bodrožić (Deutschland) - Pierre Jarawan (Deutschland)
Moderation: Carsten Hueck - Deutschlandradio Kultur

15:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Terror
In Zeiten des Terrors gelten andere Regeln: Gesetze werden ausgesetzt oder verschärft, um die Sicherheit und den Glauben daran zu verteidigen. In welchem Maße sind wir bereit, unsere Freiheiten aufzugeben? Wie viel Abgrenzung nehmen wir in Kauf?
Yishai Sarid (Israel) - Norbert Gstrein (Österreich)
Moderation: Sigrid Brinkmann - Deutschlandradio Kultur

15:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Besetztes Denken
Wie kann man ein freies Leben führen, wenn das eigene Denken nicht frei ist? Wie und an welchem Ort können wir die Freiheit finden, die unseren Lebensentwürfen entspricht?
Dorit Rabinyan (Israel) - Marica Bodrožić (Deutschland)
Moderation: Shelly Kupferberg - rbb

16:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Im Land der Verzweiflung
Nir Baram ist über zwei Jahre in den besetzten Gebiete des Westjordanlands gereist und hat Flüchtlinge, Siedler, Juden, Palästinenser, Politiker und Aktivisten befragt. Mit seinen Reportagen arbeitet er Klischees über Gründe und fehlenden Lösungsmöglichkeiten des Konfliktes entgegen.
Nir Baram (Israel) im Gespräch mit Ralf Fücks - Heinrich-Böll-Stiftung

16:30 Uhr, Lesung und Diskussion
Vertreibung aus dem Paradies
Demokratische Gesellschaften sind nicht selten auch wohlhabende Gesellschaften. Demokratie und Wohlstand fallen jedoch vielerorts auseinander. Sind wir bereit, unsere Werte auch in schwierigen Zeiten zu verteidigen?
Roy Arad (Israel)  - Thomas von Steinaecker (Deutschland)
Moderation: Knut Elstermann - radio eins

18:00 Uhr, Lesung und Diskussion
Politisch besetzt
Das Interessengemenge im israelisch-palästinensischen Konflikt lässt unterschiedlichste Realitäten aufeinanderprallen. Sie hängen maßgeblich davon ab, auf welcher Seite des Konflikts man steht. Was stiftet, was bricht Identität - hier und dort?
Yonatan Berg (Israel) - Norbert Gstrein (Österreich)
Moderation: Shelly Kupferberg - rbb

Von 12:30-16:30 Uhr, Filmvorführung
TV-Serie Fauda (5 Folgen à 45 Minuten)
Doron ist Commander einer Elite-Einheit, die Terroristen jagt. Um erfolgreich zu sein, gilt es, den Gegner nicht nur zu kennen, sondern auch zu lieben. Genau davon erzählt das erfolgreiche TV-Experiment FAUDA, arabisch für „Chaos“, das mit allen gängigen Klischees bricht. Palästinensische Kämpfer werden hier als Menschen mit Familien, Sorgen und Hoffnungen dargestellt. Gezeigt werden fünf Episoden der israelischen Politthriller-Serie.

16:30 Uhr Filmgespräch
Anschließendes Gespräch mit Drehbuchautorin Leora Kamenetzky (Israel)
Moderation: Heike Friesel - Goethe-Institut

Veranstaltungsort:
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Eintritt: 10 Euro / 6 Euro ermäßigt / 3 Euro Sozialticket
Vorverkauf: online kaufen, an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder an der Tageskasse in der Heinrich-Böll-Stiftung.