Faites vos jeux
Mein Faites vos jEUx Abenteuer

My Faites vos jEUx Adventure © Team Faites vos jEUx

Erfahrungsbericht von Valerie Quade aus der Gruppe “That’s not how economics work?!”

"In München fand das erste Vorbereitungstreffen statt, bei dem sich die deutschen Teilnehmenden trafen und die Lage sondierten. Wer sind wir? Was können wir? Welche Spiele spielen wir? Worauf haben wir Bock?

Es stellte sich schnell heraus, dass wir alle unterschiedliche Skills besitzen und das einwöchige Projekt ein wahres Abenteuer werden würde. Mit dabei waren aktive Gamer, Schaffende aus der medien- und pädagogischen Welt und auch ein Spezialist auf dem Gebiet des behindertengerechten Spielens. Unsere Profis aus der Projektleitung brachten praktisches Know-How und gamesspezifisches Wissen aus der Wirtschaft mit. So entstanden beim ersten Treffen bereits grundlegende Spielideen und es kristallisierten sich Arbeitsschwerpunkte heraus.

Ende März wurde es dann spannend; wir trafen zum ersten Mal die portugiesischen Teilnehmenden. Mit ihnen ging es zum Dinner in ein thailändisches Restaurant und wir fanden langsamen aber sehr herzlichen Anschluss an die Gruppe. Wir entdeckten viele Gemeinsamkeiten und unterhielten uns über die jeweiligen Sprachen in einem Mix aus Englisch, Deutsch und Portugiesisch, ‘das klingt ja so komisch’, über unsere Arbeit, das Studium und die Schule und fingen nach ein paar Stunden an zusammen portugiesische Lieder zu singen. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Lightpainting vor Münchens sternenklarer Nachtkulisse.

Am nächsten Morgen ging es erfrischt und voller Vorfreude ins Goethe-Institut. Dort leiteten unsere portugiesischen Coaches ein intensives Aufwärm- und Kennenlernprogramm, von den Spieleentwicklern gab es einen Schnellkurs im Game Design. Abends wurde uns von unseren teaminternen Stadtführern die Stadt München gezeigt und entspannt wurde bei Karaoke im irischen Pub.

Während der nächsten Arbeitsphase begannen wir das Thema EU auseinanderzunehmen und brainstormten über interessante Bereiche bis alle Flipchart Blätter vollgeschrieben waren. (Es waren viele Blätter.)

Nach und nach ergaben sich Spielideen, die so lange gepitcht wurden bis schließlich vier Ideen übrig blieben, die fortan von vier Teams bearbeitet werden konnten. Unser Spiel war eine Wirtschaftssimulation “That’s not how economics work?!” bei der es vorrangig um das Vermeiden von Lebensmittelverschwendung und das Leben als Gemüsehändler zwischen großen Konzernen geht. Die anderen Teams hatten sehr unterschiedliche Spielkonzepte, neben dem EU Reisespiel “The Journey” entstanden das Krimibrettspiel “Who killed Europe?” und das gruppendynamische Gemeinschaftsspiel “Going Up – Climbing Together”.

Durch Inputs zB. zu den Themen Gamelab Linz 2013, Barrierefreiheit in Games, effektives Brainstorming und Serious Games, wurden die Arbeitsphasen gelockert und oft brachten uns die Inhalte einen Schritt weiter. Es wurde viel experimentiert, Lösungen wurden gefunden und wieder verworfen, das Game Design wurde immer besser und schließlich konnten wir die Spiele gegenseitig testen. Dabei galt immer als oberste Regel: Keep it simple!

Nachdem der Spieleinhalt als ausgereift empfunden wurde, machten sich die Teams - gleichzeitig mit einer Verfeinerung der Spielmechanik - daran, das Spiel optisch zu gestalten.

Kurz vor dem Endspurt besuchten wir das Entwicklerstudio Reality Twist in München, welches uns spannenderweise sehr gute Einblicke in die praktische Arbeit als Game Designer gewährte und bei einigen auch einige Illusionen über den Beruf als Game Designer löste.

Nachdem die Teams nach einer Runde Street Games die letzten Schritte an den (noch) Brettspielen fertigstellten ging es in den freien Tag in München. Ein Team besuchte Dachau und den olympischen Olympia Park.

Vor der finalen Präsentation im Goethe-Institut waren wir alle etwas aufgeregt und arbeiteten bis zur letzten Minute am Vortrag und zum Glück kamen alle vier Ideen beim Publikum sehr gut an.

Erleichtert und voller Enthusiasmus verließen wir das Gamelab um die Spiele weiterzuentwickeln. Die Teams haben unterschiedliche Schritte geplant, in unserem Fall möchten wir eine frei zugängliche PDF Version zum Ausdrucken für zu Hause erstellen, später soll im Optimalfall eine APP entwickelt werden”.