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Indien
Urvashi Butalia

Urvashi Butalia
Urvashi Butalia | © Maik Schuck

Urvashi Butalia, geboren 1952, studierte in Neu-Delhi Literatur und in London Südasienwissenschaften. Sie lehrt seit über zwanzig Jahren an der Universität, momentan an der Universität Ashoka in der Nähe von Neu-Delhi. 1984 gründete sie das erste feministische Verlagshaus Indiens, Kali for Women. Daraus entstand 2003 der Verlag Zubaan („Zunge, Sprache, Stimme“), der auf Frauenrechte, Gender und sozialwissenschaftliche Themen spezialisiert ist. In der Reihe Young Zubaan publiziert sie Kinder- und Jugendbücher, die sich mit Themen auseinandersetzen, die in Indien meist tabuisiert werden, wie beispielsweise alternative Lebens- und Familienmodelle, Behinderung, Tod oder Fanatismus. Ohne direkt politisch tätig zu sein, ist Urvashi Butalia doch landesweit dafür bekannt, die Rechte von Minderheiten mit starker Stimme einzufordern und die jüngere indische Vergangenheit aufzuarbeiten.
 
Seit 1997 veröffentlicht sie regelmäßig Artikel in Lettre International zur Lage der Frauen und zu sozio-politischen Entwicklungen in Indien sowie zur Erinnerungskultur nach der Teilung Indiens im Jahr 1947. Ihr Buch „The Other Side of Silence: Voices from the Partition of India“ (2000) ist eine der wichtigsten Arbeiten zu diesem Thema. Es dokumentiert anhand von Interviews mit Zeitzeugen, wie diese die politische Teilung Indiens, bei der etwa eine Million Menschen starben, erlebt haben.
 
Die Soziologin Christa Wichterich betonte in ihrer Laudatio auf Urvashi Butalia die verlegerische Pionierarbeit, die diese geleistet habe: „Sie spricht nicht für andere, sie will andere nicht repräsentieren, sondern vor allem denjenigen eine Stimme geben, die am Rande der Gesellschaft stehen, den Verletzten und Verletzlichen, die nicht zu Wort kommen, zum Schweigen gebracht wurden oder bewusst schweigen." Wichterich weiter: „Urvashi sieht sich im Westen häufig mit Bemerkungen konfrontiert, dass es sehr schwierig für eine Frau in Indien sein muss, Verlegerin zu sein. Sie antwortet, dass es nirgendwo ein Deckchensticken ist, einen kleinen feministischen Verlag zu betreiben. Mitleid braucht sie nicht. Sie ist unbeirrbar, mit Emphase und Neugier im positiven Sinne besessen davon, das Private mit gesprochener und geschriebener Sprache zum Politikum zu machen.“

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